Land und Leute

Knurriges Allerlei

16. September: Noch sind die Touristen im Ort, die ja in Warnemünder Urzeiten eigentlich „de Berliners“ hießen. Deshalb halten wir es auch  heut mit dem alten Heinrich Zille. Eine seiner bekannten Unterschriften zu einer Zeichnung ut sin Milljöh, den Berliner Hinterhöfen, lautete um die Jahrhundertwende : „Wollt ihr weg von de Blume! Spielt mit‘n Müllkasten“

Nunmehr eine Hommage a la Pinselheinrich entdeckt: Ein Holzverschlag für den Müll direkt an der Hauswand des „Stromgold“ in der Alexandrinenstraße. Einen halben Meter weiter die Bank, auf der sich so gern uns' Öllings mit den Fremden in Gespräche vertiefen und sich ausruhen. Die Mülltonnen immer direkt im Rücken.

Wieder einen halben Meter weiter unser Umgangsbrunnen, an dem die Stadtführer für in- und ausländische Touristen liebevolle Erläuterungen abgeben und Kinder plantschen. Der Holzverschlag komplettiert den kleinen Platz.

Zwei Schritte entfernt die Bierbrauer und ihre Gäste mit dem Humpen in der Hand. Gut, dass Bier ein bisschen die Sinne verdunkeln kann. Der Müllverschlag nebulös wirkt.

Genau gegenüber die wunderschöne Galerie Joost van Mar mit ihrem erlesenen Kunstgeschmack. Die Kunstfreunde werden von diesem neuen  Ensemble mit seinem Mülltonnendesign magisch angezogen.

Steht dieser Müllverschlag nun eigentlich auch unter Denkmalschutz wie die Achterreeg? Immerhin in Warnemünde ein Zille-Milljöh! Monika Kadner

Die aalglatt-Redaktion konnte dieses knurrige Allerlei einfach nicht so stehen lassen und fragte in der Stadtverwaltung nach, wie es zu diesem „Mülltonnendesign“ kommt.

Die Presseabteilung erklärt: „Der Müllverschlag steht auf der vom Tiefbauamt bewirtschafteten Fläche. Durch das Tiefbauamt wurde keine Genehmigung zum Aufstellen des Müllverschlages erteilt.

Das Tiefbauamt wird unverzüglich den Eigentümer auffordern, den Müllverschlag zurück zu bauen.“

 

 

 

Einen M├╝llverschlag direkt am Umgangs-Brunnen empfinden Anwohner als st├Ârend.

 

Mittelmole-Prüfwerkstatt bildet am 9. Oktober den Abschluss

15. September: Das Projekt „Viele Mittel, eine Mole – Rostock beteiligt“ geht in die finale Runde. Am Sonnabend, 9. Oktober 2021, von 10 bis 13.30 Uhr werden die bisher gesammelten Optionen und Ideen für die Mittelmole in Warnemünde diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt. Alle Warnemünder und Rostocker sind herzlich zur „Prüfwerkstatt Mittelmole“ in den Konferenzsaal des Technologieparks Warnemünde in der Friedrich-Barnewitz-Straße 5 eingeladen.

In den vergangenen Monaten wurden in verschiedenen digitalen Formaten mit zentralen öffentlichen und privaten Akteuren aus Warnemünde und ganz Rostock der Handlungsspielraum für die Entwicklung der Mittelmole diskutiert und in einer Online-Beteiligung die Ideen und Anregungen aus der Stadtgesellschaft eingeholt. Aus den Ergebnissen der einzelnen Formate sind nun Optionen für die Mittelmole entstanden, die wir im Rahmen der Prüfwerkstatt mit den Teilnehmenden, der Verwaltung und Politik diskutieren und weiterentwickeln wollen.

Welche Bedeutung hat die Entwicklung der Mittelmole für Warnemünde? Welche Rolle spielt sie für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock? In verschiedenen Formaten erarbeitete das Projektteam gemeinsam mit den Warnemündern und Rostockern, aus der Verwaltung und der Politik gemeinsam ein öffentliches Gutachten zur Mittelmole, in dem diese Fragen beantwortet werden.

In einem maßgeschneiderten Dialogverfahren wurden die bisherigen Bestrebungen rund um die Mittelmole wertgeschätzt und unter Berücksichtigung zukünftiger Trends und neuster Strategien der Stadtentwicklung kritisch hinterfragt. Dieser Prozess kommt mit der Prüfwerkstatt zum Abschluss.

Anja Epper vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft und Constanze Ackermann von der Firma urbanista bitten als Projektteam um verbindliche Anmeldungen bis zum 1.Oktober 2021 über die Internetseite des Projektes unter der Adresse www.vielemitteleinemole.de. Die Anmeldung öffnet am morgigen Donnerstag, 16. September 2021, um 12 Uhr.

Aufgrund der Pandemie-Regelungen ist die maximale Teilnehmerzahl begrenzt. Die Veranstalter bitten daher, Rücksicht zu nehmen und nur einen Teilnehmer pro Familie oder Institution anzumelden, um anderen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen. Sobald die maximale Teilnehmerzahl erreicht ist, können leider keine weiteren Anmeldungen berücksichtigt werden.

Da es sich um eine Veranstaltung in Innenräumen handelt, gilt auch hier die 3G-Regel (Einlass nur mit Impf- oder Genesenen-Nachweis oder einem negativen Test, der nicht älter als 24 Stunden sein darf). Bei der Veranstaltung gilt ein entsprechendes Hygienekonzept. Es herrscht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen bzw. FFP-2-Maske. Personen ohne vorherige Anmeldung und ohne Nachweis können leider nicht teilnehmen. Bitte informieren Sie sich auch über die am Veranstaltungstag aktuell geltenden Maßnahmen.

Einzelne Programmpunkte der Veranstaltung werden live im Internet übertragen. Nähere Informationen dazu werden demnächst auf der Projekt-Internetseite www.vielemitteleinemole.de veröffentlicht.

 

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Eine Freifläche vor der Kleinen Komödie

11. September: Welch hässliche, die Farbe abblätternde rot-weiße Poller sperren da die Rostocker Straße vor der Kleinen Komödie ab! Mehr als skeptisch folge ich der Einladung „zur Eröffnung der Freifläche“ vor dem Theater.

Noch im Ohr habe ich den verbissenen Kampf um die Blumentöpfe vor den Hauseingängen, als die Warnemünder ihre Straßen und Häuser vor einigen Jahren bunter machen wollten. Unter Androhung von Strafen mussten die Pflanzen alle verschwinden. Ich höre, was Gewerbetreibende für Aufsteller und Pflanzkübel vor ihren Geschäften bezahlen müssen.

Nun hat das Theater, das jeden Pfennig umdrehen muss und dennoch beste Kultur abliefert, gar einen Straßenabschnitt für sich abgepollert.

Der Senator Holger Matthäus und der Intendant des Volkstheaters Ralph Reichel schneiden mit großer Schere das symbolische Band durch, dass die Absperrung vor der Kleinen Komödie nun legitimiert. Andererseits schön, mit welch Begeisterung Matthäus von diesem kleinen Theater spricht; dass es sich doch lohnen würde, es für Warnemünder und natürlich auch Rostocker zu einem Kleinod zu machen. Diese kleine Freifläche, die auch mithilfe des Tiefbauamtes entstanden ist, könnte vor und während der Pause oder nach der Vorstellung genutzt werden, damit sich die Besucher austauschen können, miteinander auf der Straße bei einem Glas Wein reden. 

Ralph Reichel ist zum Auftakt der neuen Spielzeit anzusehen, wie glücklich er ist, über diese bisher ungewöhnliche Kooperation zwischen der Verwaltung der Stadt und dem Theater. Er verspricht: Hier in der Kleinen Komödie sollen sich auch mithilfe dieser Erweiterung hin zum Stadtgeschehen Kunst  und Bürger ganz unkompliziert begegnen. Wir träumen nicht nur von einem Kleinod. Wir werden es für die Warnemünder auch so gestalten.

Ich bin sehr neugierig geworden – und zuversichtlich, dass hier tatsächlich  ein neues Kapitel der Kunst und Kultur im Ostseebad aufgeschlagen wird. Dafür lohnt auch ein finanzielles Engagement.

Die Redaktion aalglatt wird das Geschehen in der Rostocker Straße weiter verfolgen.

Übrigens, erfreulich ist es für Lokaljournalisten zu erleben, dass sich hier ein Bausenator und ein Tiefbauer unkompliziert für die Kunst eingesetzt haben!          Monika Kadner

 

Senator Holger Matth├Ąus (r.) und VTR-Intendant Ralph Reichel zerschneiden das symbolische Band an der Freifl├Ąche vor der Kleinen Kom├Âdie. Foto: mkad

27. Stromfest heute eröffnet

Viele Zuschauer beim Drehen der Bahnhofsbrücke / Konzerte im Kurhausgarten

11. September: Darauf hatten sich offensichtlich viele Einheimische und Touristen gefreut: Die unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsbrücke, die über den Alten Strom führt, wurde heute um 11 Uhr anlässlich des Stromfestes zum Ausklang der Sommersaison geöffnet bzw. gedreht. Begleitet wurde das Spektakel von Kamaraden der Feuerwehr, die mit ihren Schläuchen für reichlich Wasser in luftiger Höhe sorgten, und von Seglers des Warnemünder Segelclubs, die mit ihren Booten die Chance angesichts der geöffneten Brücke nutzten, vom nördlichen in den südlichen Alten Strom zu schippern. Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius informierte über die Geschichte des aus dem Jahre 1903 stammenden technischen Denkmals, das voll funktionsfähig seinesgleichen in ganz Deutschland sucht. Das Holz für den Belag, der immer mal wieder erneuert werden muss, stammt übrigens aus der Rostocker Heide. Die Trachtengruppe und die Warnemünder Jungs stimmten mit Tänzen sowie Liedern über Warnemünde auf das Fest ein. Astrid Voß, die Vorsitzende des Warnemünde Vereins, unter dessen Regie das Stromfest nun bereits zum 27. Mal durch das Ostseebad führt, eröffnete gemeinsam mit Tourismusdirektor Matthias Fromm die Veranstaltung, die übers Wochenende mit mehreren Hingucker die Besucher begeistern soll. So beispielsweise sollten Besucher ihre Schritte unbedingt auch zum Strand lenken, wo das Beach Polo Masters Turnier stattfindet, wo 60 Rassepferde ihre großen Auftritte haben. Zudem lohnt sich ein Bummel auf der Herbst-Promenade, wo Händler ihre Stände aufschlagen durften. Außerdem sind im Rahmen des Warnemünder Landgangs etliche Künstler jeweils zwischen 14 und 17 Uhr ganz mobil im Ostseebad unterwegs, bieten Kultur im Vorübergehen. Mit dabei sind u.a. auf „The Marching Saints", das Duo „La Mer", den Clown „Crazy Ben und Kumpeline" und das Duo „Eastwave". Eingeleitet und beendet werden diese Spaziergänge jeweils  mit dem Ertönen der  Warnemünder Fanfare vom Leuchtturm. 

Im Rahmen des Stromerwachens finden im Kurhausgarten zwei Konzerte statt.Heute von 18 bis 21 Uhr gibt es „ Live Musik mit Jackbeat und Christian Hendel & Friends“. Morgen, 12. September, von  15.30 Uhr bis 17 Uhr dürfen sich Besucher auf ein  Live Konzert  in der Reihe „Meeresbrise“ mit Sophie Hut & Band“ freuen. 

Die Organisatoren der Veranstaltung hoffen, dass es im Februar das Wintervergnügen, Ende April/Anfang Mai das Stromerwachen und schließlich ab ersten Juli-Wochenende ein großes Programm einschließlich Nieger Umgang zur Warnemünder Woche 2022 wieder geben kann. "Wir bereiten alles vor, stehen wieder in den Startlöchern", versichert Astrid Voß, deren Team zahlreiche Mitstreiter an der Seite hat. Sabine Schubert

Die Warnem├╝nder Jungs spielten und sangen zum Auftakt vor der Vogtei. Foto: susa

Saison für Rettungsschwimmer geht zu Ende

9. September: Obwohl sie alle fit sind, die sportlichen jungen Frauen und Männer, die sich hier am Strand täglich um 10 Uhr zur Lagebesprechung auf Turm 3 treffen, Rettungseinsätze wünschen sie sich nicht!

Heute sind es neun Rettungsschwimmer, die bei ruhiger See und noch einmal viel Sonne ihren ehrenamtlichen Dienst bei der DRK Wasserwacht leisten. In der Saison sind es täglich bis zu 21 Rettungsschwimmer in Warnemünde und bis zu 19 in Markgrafenheide.

In dieser Woche teilen sich die Frauen und Männer ihre Aufgaben. Während die einen Strand und Wasser im Auge haben, rüsten die anderen schon die übrigen Rettungstürme nach und nach ab. Typische Septemberaufgaben.

Lukas Knaup (28 Jahre), übrigens in dritter Familiengeneration schon Rettungsschwimmer,  ist fest beim Deutschen Roten Kreuz angestellt und organisiert über die gesamte Saison die Einsätze. „Manchmal kann einer fürs Wochenende, ein anderer zwei, drei Wochen. Und nicht selten ist es bei Einsätzen so, dass plötzlich jemand vom Volleyballnetz wegläuft, der eigentlich frei hat, sich sein Equipment schnappt, dass bei uns eingelagert ist, und mit anpackt. Wir sind nun einmal eine verschworene Gemeinschaft.“  Joel Gundermann (21 Jahre) kam durch Freunde vom Jugend-Rot-Kreuz aus Düsseldorf  hierher. „Mit 16 Jahren hat mich mein Trainer mitgenommen. Jetzt studiere ich in Rostock und wohne hier. Bin  jedes Jahr ehrenamtlich auf einem der Türme. Na, und gestern gab es in der Nacht Leuchtalgen im Wasser von Markgrafenheide! Das war ein tolles Erlebnis!“

Seit vier Jahren reist die 25jährige Sophie Proschke aus Kulm in den Norden. Sie studiert in Österreich Zahnmedizin. „ Ich hatte mich im Schulsanitätsdienst engagiert und dachte, dass es am Meer doch auch schön wäre. Mich kriegt keiner so schnell hier wieder weg.“

Der Rostocker Georg Steinhäuser hält sich, wie alle Mecklenburger, im Gespräch zurück. Dabei ist der 21jährige Mechatronik-Student schon elf Jahre eingebunden in diesen tollen Schwimmsport und den Einsatz, um Menschenleben retten zu können.  

Am 19. September ist in diesem Jahr Saisonschluss für all die Ehrenamtler in den roten Shirts. Sie freuen sich darauf, ihren Stammturm 3 den Winterbadern übergeben zu können und sind am letzten Sonntag glücklich, dass es in den vergangenen drei Jahren in der Saison keinen tödlichen Badeunfall gegeben hat,  und sie allen helfen konnten, die Hilfe brauchten.

Auch wir sagen „Danke!“ dafür, dass ihr uns ob unserer Gesundheit am Strand im Auge habt und wünschen: toi, toi, toi für die Saison 2022.  Und erneut keine Rettungseinsätze! Monika Kadner

 

    

Sophie Proschke und Joel Gundermann im Einsatz auf dem Rettungsturm 3. Foto: mkad

 

Neue Fährlinie nach Schweden 

8. September: Noch klicken auch die Fotoapparate der Warnemünder, wenn das Fährschiff  „Drotten“ von Hansa Destinations in den Seekanal einläuft. Seit einer Woche verbindet die neue Fährlinie  für Güter- und Passagierverkehr Nynäshamn unweit von Stockholm mit Rostock. Zum Start der neuen Linie wird die Strecke zwischen Rostock und Nynäshamn dreimal wöchentlich bedient. In Schweden legt das Fährschiff montags, mittwochs und freitags ab. Die Rücktouren ab Rostock starten dienstags, donnerstags und sonnabends jeweils um 19 Uhr. Die Fähre erreicht nach 18-stündiger Fahrt am Folgetag mittags den etwa 45 Autominuten von Stockholm entfernten Hafen. Bei den Überfahrten am Freitag ab Nynäshamn sowie am Sonnabend ab Rostock wird ein Zwischenstopp im wunderschönen Visby auf Gotland eingelegt.

Das 196 Meter lange Fährschiff MS Drotten verfügt über zwei Fahrzeugdecks mit rund 1 650 Spurmetern.  Bei voller Auslastung können jährlich mehr als 75 000 Lkw auf dem Seeweg transportiert werden. Das Schiff bietet Platz für bis zu 1 400 Passagiere. Für sie stehen Ruhesessel sowie 89 Kabinen bereit. Tickets soll es pro Strecke ab 55 Euro inklusive Ruhesessel beziehungsweise für 100 Euro (Pkw oder Kabine) geben. Zur Einführung der neuen Verbindung gewährt die Reederei  im Herbst 30 Prozent Rabatt.

Das F├Ąhrschiff Drotten, das neuerdings Nyn├Ąshamn und Rostock verbindet, beim Einlaufen in den Seekanal. Foto: mkad

August 2021 - kühlster August seit 16 Jahren

Diplom-Ingenieur für Meteorologie Rudolf Kemnitz gibt einen Witterungsrückblick der Wetterstation Warnemünde

Ein wärmender Pullover schien im Hochsommermonat angesagt. Was war da los im diesjährigen August? 

Der August 2021 war mit einer Durchschnittstemperatur von 17,3 Grad nach der alten Referenzperiode 0,6 Grad zu warm und somit nach den Maßstäben der Sechziger Jahre durchaus als normal einzuschätzen. Aber nach der aktuelleren Vergleichsperiode der Jahre 1991 bis 2020 fällt das Ergebnis 1,1 Grad zu kalt aus. Auch im Vergleich zum August des vergangenen Jahres fehlen rund drei Grad, so dass man doch von einem unterkühlten letzten meteorologischen Sommermonat sprechen kann. Allerdings bewegten sich die Temperaturen in den beiden ersten Dekaden schon auf sommerlichem Niveau, aber zum Ende hin hatte es doch frühherbstlichen Charakter. Drei Sommertage mit 25 Grad und mehr und keinen Sommertag mit 30 Grad und mehr sind für einen Sommermonat als unterdurchschnittlich zu werten. Am wärmsten war es am 13. August mit 27,5 Grad, am kühlsten am 4. August mit 12,2 Grad.

Auch die Regenjacke war gefühlt ein Muss. Hat es tatsächlich viel geregnet?

Mit 99,6 l/m² fiel tatsächlich sehr viel Niederschlag, sodass das Soll von 58,6 l/m² um 70 Prozent übertroffen wurde. Die größte Tagessumme von 23,0 l/m² wurde am 27. August registriert. Die Sonne hielt sich mit 186,4 Stunden sehr zurück, so dass der Klimawert von 225,4 Stunden nur zu 83 Prozent erreicht werden konnte.

Wie fällt rückblickend die Bilanz für den Sommer 2021 aus?

Die frühherbstliche Periode zum Ende des letzten Sommermonats August sorgte subjektiv dazu, dass bei vielen der gesamte Sommer eher nicht so toll abgespeichert wurde. Doch die beiden deutlich zu warmen Monate Juni und Juli führten dazu, dass der Sommer insgesamt als überdurchschnittlich warm einzuordnen ist. Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,7 Grad schaffte er es sogar auf den fünfwärmsten Platz seit 1946. Am wärmsten wurde es am 18. Juni mit 34,8 Grad, kühlster Tag war dagegen der 2. Juni mit mal gerade 11,0 Grad.

Zum Glück wurden wir von den extremen Niederschlägen Mitte Juli verschont und die Bilanz weißt mit 213,1 l/m² nur einen leichten Überschuss von 13 Prozent zum langjährigen Mittel von 188,9 l/m² aus.

Die Sonnenscheindauer bewegte sich mit 737 Sonnenstunden nahe am Klimawert von 707 Stunden – ein leichtes Plus von 4 Prozent.

 

 

Die Bagger greifen auch in der Tiefe

Bautagebuch zum Abriss und Neubau der Landessportschule (10)

23. August: Nach und nach verschwinden langsam aber sichtbar die vielen Schuttberge, die sich nach dem Abriss der Schule aufgetürmt hatten. Aber diese  stammte  nur vom sichtbaren Teil.  Zwei Bagger rollen zur Zeit über Beton und Zement und füllen mit ihren gewaltigen Schaufeln die bereitstehenden Container, die großen Spezialfahrzeuge, die oft im Stundentakt leer und  hungrig von den Deponien in den Yachthafen zurückkehren.

Leider trügt der Schein, dass nun wohl noch vor dem ersten Frost mit dem Neubau begonnen werden kann. Trotz intensiver Probebohrungen im alten Schulgebäude, verbargen sich besonders im Dachbereich viele Schadstoffe, die sorgfältig geborgen  und als Sondermüll entsorgt werden mussten. Dadurch kam es zu Verzögerungen im gesamten Bauablauf, den die Männer der Abbruchfirma nun versuchen nach besten Kräften zu verkürzen.

Sind die oberirdischen Abbruchberge verschwunden, geht es mit den zwei Baggern an die betonierte Oberfläche auf der Mittelmole. Die Bagger warten schon, um zeigen zu können, dass sie auch in der Tiefe all die alten Fundamente mit lautem Knirschen und Quitschen, mit Poltern greifen können, damit Platz für Neues wird. Dort im Untergrund verbergen sich vor allem noch Rohrsysteme.

Wir erfahren, dass es noch gut drei Wochen dauern wird, bis die ersten Bohrpfähle in den Untergrund gerammt werden, die das Fundament für die neue Schule gründen sollen.

Inzwischen laufen auch die Ausschreibungen für den Hochbau, sodass vielleicht doch  noch vor dem ersten Frost die Aufbauarbeiten beginnen können – man weiß ja nie, wann in unseren Breiten das Thermometer unter 0 Grad rutscht....                    Monika Kadner

 

 

Der alte Heiz├Âltank der Schule wird mit lautem Scheppern, mit Krachen und Poltern von den Greifzangen des Baggers in "Portionspakete" zerlegt. Foto: Jutta Mohr

 

Verwandlung des Kurhauses: sinnliche Kunst-Begegnungen

19.August:. Große darstellende Kunst im altehrwürdigen Kurhaus. Das gab es seit seiner Eröffnung im Jahr 1928 wirklich noch nie. Die Agentur Joost van Mar „das KonsulaRt“ wagt diesen neuen Weg. In Kooperation mit dem Kurhaus will der Warnemünder Galerist Alexander Gehrke hier, wie er sagt, „sinnliche Kunst-Begegnungen“ ermöglichen. Dazu holte er die Malerin Anna Bittersohl von Leipzig  und den Karlsruher Fotografen Horst Kistner an die Ostseeküste.

Farbgewaltig präsentieren sich die monumentalen Bilder von Anna Bittersohl und ziehen den Betrachter in den sonst so kühlen, nackten Räumlichkeiten des Foyers und des Wintergartens unwiderstehlich in ihren Bann. Mit seiner künstlerischen Fotografie, den komponierten, ja surrealen Bildern lässt Kistner bei mir den Atem stocken, bis ich auch hier das Kunstwerk in seinem Gesamterlebnis, erkannt habe.

Welch ein Feuerwerk von Eindrücken!

Erinnert sei daran, dass unser Kurhaus als Restaurant- und Cafègebäude in „vornehmer Einfachheit“ einst geplant war, dann eine Marineverwaltung beherbergte.  Die Flugzeugwerke etablierten sich später hier. Spielbanken sollten Geld bringen für ständige Renovierungen. Kleine und große Feste, wie der Fasching der IHS, der erste Presseball wurden im Kurhaus gefeiert. Dekoriert wurde großflächig. Man konnte ja nichts beschädigen.  Schuhe und Textilien wurden feil geboten. Der Saal bebte in der Wendezeit bei den hitzigen Debatten um die Zukunft des Badeortes.

Und jetzt endlich eine wunderbare Verwandlung, die keine Eintagsfliege bleiben wird, sondern „sinnliche Kunstbegegnungen“ noch des Öfteren ermöglicht. Galerist Alexander Gehrke verspricht es.

Am Sonntag, 22. August,  um 16.30 Uhr sind kunstinteressierte Besucher zur Eröffnung der Ausstellung, die bis zum 19.September zu betrachten ist, eingeladen. Anna Bittersohl und Horst Kistner werden anwesend sein. Ab 24. August ist die Ausstellung, aus der heraus auch gerne Werke verkauft werden,  dann immer von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 19 Uhr  geöffnet. Der Eingang ist vom Kurhausgarten über die Terrasse möglich. Monika Kadner       

    

Anna Bittersohl aus Leipzig und Horst Kistner aus Karlsruhe bieten sinnliche Kunst-Begegnungen.

Der Georginenplatz wird ein Kunststandort

18. August: Mal abschalten, ins Grüne gucken, um dann wieder am Webstuhl zu sitzen, sich zu konzentrieren. Weberin Ines Heinrich, die  am Georginenplatz unweit von Leuchtturm, Promenade und Altem Strom lebt, liebt diese Oase im Herzen ihres Heimatortes. "Ich könnte mir vorstellen, dass auf der großen Rasenfläche auch abwechselnd Plastiken ausgestellt werden könnten, die sich in den Depots der Stadt 'langweilen' . Das müßte doch eigentlich ohne große Bürokratie gehen?!"

Die aalglatt-Redaktion gab diesen Hinweis weiter an die Pressestelle der Rostocker Stadtverwaltung und bekam prompt Antwort. Holger Matthäus, Senator für Infrastruktur, Umwelt und Bau, informierte uns, dass die grundhafte Sanierung des Bereichs Georginenstraße / Georginenplatz  in der Zuständigkeit getrennt wurde. Der Straßenkörper der Georginenstraße wurde durch das Tiefbauamt 2020 erfolgreich grundhaft saniert. Die Umgestaltung des grünen Platzes erfolgt durch das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen ab 2022 - mit Erhalt der Bäume und der Entwicklung eines Künstlerplatzes. Um den Platz herum sind bereits zahlreiche KünstlerInnen kreativ tätig. In Gesprächen wurde der Wunsch mehrfach geäußert, den Platz mit nutzen zu können. Dem werden wir als Stadtverwaltung selbstverständlich folgen. In einer Planungsdiskussion ab 2022 könne sich alle hier mit einbringen. Genaue Informationen zum Prozess werden folgen. Ich bin davon überzeugt, dass wir ein Warnemünder Kleinod entwickeln werden."

Pressesprecher Uli Kunze lässt uns und unsere Leser zudem wissen: Aus dem Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen wurde bestätigt, dass man diesen Prozess begleiten wird. Man zieht momentan in Betracht, im Zuge der Umgestaltung des Georginenplatzes einen Kunststandort zu definieren und dafür gegebenenfalls ein Kunstwerk für eine dauerhafte Präsentation fertigen zu lassen.

 

Handweberin Ines Heinrich lebt und arbeitet am Georginenplatz. Kunst auf dieser Oase zu pr├Ąsentieren, das ist ihr Wunsch.

Der Neue vom Turm

Klaus E. Schmidt ist der Neue am und im Leuchtturm unseres Ostseebades.

„Zwei Erwachsene und zwei Kinder?“ Das Ehepaar aus Thüringen nickt. „Na, dann nehmen Sie doch eine Familienkarte. Die ist mit vier Euro am günstigsten.“  Der lütsche Sohn der Familie kann es gar nicht erwarten. Schiebt sein Basekap in den Nacken und zeigt seinen ein bisschen pustenden Eltern, wie schnell man die 135 Stufen bis auf die zweite Galerie schafft. Schon sind die nächsten Gäste da. „Ist der Leuchtturm denn heute noch in Betrieb?“ fragen diese beim lösen der Aufstiegsgebühr. Klar, auch das kann der Neue beantworten: „Ja! Auf drei kurze Lichtsignale folgt ein langes bei seiner Umdrehung, und diese sind bis zu 20 Seemeilen sichtbar. Der Rudergänger weiß dann, mein Schiff ist gleich in Warnemünde.“ Der Spaß ist Klaus E.Schmidt anzusehen, wenn er den Urlaubern klare, exakte Auskünfte – auch über Warnemünde -  geben kann und nebenbei Geld einnimmt, das dann wieder vielen sozialen Projekten zugute kommt.

Er ist einer der jüngsten Rentner, der als Sachse vor vielen Jahren seine Liebe zur Ostsee als Rettungsschwimmer entdeckt hat und nicht wieder südwärts wollte. Er blieb als Koch und viele, viele Jahre als Küchenleiter des Südstadt Klinikums bei uns im Norden.

Als einer der gestandenen Leuchtturmmänner ihn ansprach, ob er in der zwölfköpfigen Crew nicht mitmachen wolle, war es schnell abgemacht. Er las über das Ostseebad noch mal nach, was er eigentlich schon vom Spaziergehen mit der Familie wusste, ließ sich von Andreas Herpholdt, dem jüngsten im Dutzend der sympathischen Turmmänner in jedes noch so kleine Geheimnis des Turmes einweisen und versieht jetzt schon in der zweiten Schicht wie ein Alter seinen ehrenamtlichen Dienst am und im Warnemünder Leuchtturm.

Monika Kadner

An der Seite von Andreas Herpholdt dem j├╝ngsten Leuchtturmmann, der seit 2017 die ehrenamtliche Crew am Leuchtturm verj├╝ngt, ist Klaus E. Schmidt (links) jetzt auf Schicht. Foto: mkad

 

Beim Tasting den Favoriten finden unter 1000 Whisky- und Rumsorten 

4. Juli: Freunde besonderer, geschmacksintensiver Spirituosen haben das kleine Geschäft in der Friedrich-Franz-Straße 42 längst entdeckt. Stammkunden aus der Region, aber gerade während der Urlaubszeit auch zahlreiche Touristen aus vielen Ecken Deutschlands schauen gern im Whisky-Kontor vorbei, wo rund 1000 verschiedene Whisky- und Rum-Spirituosen angeboten werden. Bei dieser Auswahl jenes Tröpfchen zu finden, das dem Geschmack des Kunden entspricht, ist kein leichtes Unterfangen. „So eine Beratung kann schon mal eine halbe Stunde dauern“, sagt Gerd Emersleben, der seit drei Jahren in dem Shop an zwei Tagen pro Woche arbeitet. „Damals las ich eine Anzeige, dass ein älterer Herr für das Geschäft gesucht wird. Das war und ist doch genau mein Ding“, sagt der 74-Jährige, der sich bis heute im Ältestenrat der Barkeeper Union Deutschland engagiert und im Laufe seines spannenden Berufslebens zahlreiche Preise für seine Kreationen eingeheimst hat.

„Als junger Gastronom bin ich auf den DDR-Urlauber-Schiffen Fritz Heckert und Völkerfreundschaft gefahren, habe mich in fernen Ländern, vor allem in Kuba, über die Zubereitung der dortigen Drinks informiert und mich begeistern lassen“, erinnert sich Gerd Emersleben gern an diese Zeit und an all die Jahre im Hotel Neptun.

Nun bittet er jeden zweiten und vierten Freitag im Monat zum Whisky Tasting, jeden dritten Freitag dreht sich alles um den Rum. Bis zu acht Personen nehmen an solch einer Verkostung und Beratung teil. Ganz klar, dass die Teilnehmer dabei auch viele Geschichten aus der Welt dieser Genuss-Spirituosen erfahren. „In jedem Fall präsentieren wir sehr besondere Whiskys, die aus der ganzen Welt, beispielsweise sogar aus Japan, kommen. Und die in echter Handarbeit in kleinen Chargen hergestellt werden“, sagt der Getränke-Experte. Sein persönlicher Favorit ist derzeit ein schwedischer Whisky namens Mackmyra Vintersol. Dieser reift zunächst in einem Bourbon- und anschließend in einem Portwein-Fass. „Dazu einen schönen Espresso und ein kleines Stück Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil“, empfiehlt Gerd Emersleben. In Sachen Rum hat er ein brasilianisches Produkt auserkoren, das aus destillierten Zuckerrohrsirup entsteht und in Bourbon-, Sherry – und Portweinfässern reift. „Das Aroma ist ein Traum. Verführung pur“, schwärmt Gerd Emersleben, der auch dazu einen Espresso und Schokolade empfiehlt.

Keinesfalls sollte man derartige Spirituosen mit anderen Getränken mischen, damit die Aromen nicht verloren gehen. „Bei diesen Whisky- und Rumsorten geht es nicht um hochprozentigen Alkohol, sondern tatsächlich um den Genuss, um die Entspannung“, weiß der Experte, mit dem Interessenten jeden Sonnabend im Whisky-Kontor Warnemünde darüber plaudern können. Sabine Schubert

Gerd Emersleben l├Ądt ins Whisky-Kontor in der Friedrich-Franz-Stra├če zum Tasting ein. Foto: Emersleben

Ausflugs-Tipps

Auf der Wanderung durchs Nebel-Durchbruchstal kommt man vorbei am Kneipp-Wanderweg, wo man den F├╝├čen ein wohltuendes Bad g├Ânnen sollte.

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Wanderung im Nebel-Durchbruchstal

21. Mai: Mit dem Auto von Warnemünde fährt man - je nachdem, wo man parken möchte - etwa  60 bis 70 km bis zum Nebel-Durchbruchstal. Über die A 19 mit Abfahrt Richtung Krakow am See erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten die Tour zu beginnen:

  1. Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt in Kuchelmiß. Hier kann man sich noch etwas zur Stärkung oder für ein Picknick kaufen.
  2. Parkplatz an der Wassermühle in Kuchelmiß. Die ist aber Corona-bedingt zurzeit geschlossen.
  3. kleiner Waldparkplatz nördlich von Serrahn

Beginnt man beim Parkplatz am Einkaufsmarkt, so führt rechts parallel zur Straße nach Krakow ein kleiner Weg vorbei an drei Wohnhäusern. Dann geht es weiter über eine kleine Brücke, die uns über das Moor in Richtung Wassermühle Kuchelmiß bringt. Man kommt vorbei an den Resten der mittelalterlichen Anlage der Turmhügelburg. Die Wassermühle darf man leider derzeit nur von außen besichtigen und auch die Toiletten sind geschlossen. Man kann aber weiterhin auf dem Gelände die Fischtreppen besichtigen und einen Eindruck von der Strömung der Nebel erleben. Einen kleinen Picknickplatz gibt es dort auch, so dass man sich in der Natur stärken kann. Auf einer Infotafel wird erklärt, wie das Nebel-Durchbruchstal entstanden ist.

An den Resten eines alten Schlosses - es sind nur noch einige alte Skulpturen zu sehen - und den Fischteichen vorbei gelangt man zu einem Hofcafé. Folgt man einem gepflegten Waldweg, dann erreicht man eine Brücke, die nach Serrahn führt. Hier kommt man auch am Waldparkplatz vorbei.

Der Ort Serrahn hat eine kleine Kirche und eine alte Schmiede als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Danach sind wir wieder über den Waldparkplatz in Richtung der Nebel gewandert. Aber dieses Mal nicht über die Brücke nach Kuchelmiß, sondern wir haben den Waldweg parallel zum Flüsschen in östlicher Richtung gewählt. Der Weg ist leicht hügelig, aber dennoch gut zu laufen. Ein paar Bänke laden zudem am Weg zum Verweilen ein. Hier hat die Nebel allerdings einen wilderen Charakter. Ihre Strömung kann man von der Brücke aus wunderbar erleben.

Geht man dann weiter geradeaus, gelangt man zum Kneipp-Wanderweg. Er ist aus einem kleinen Nebenarm der Nebel entstanden. Ihn sollte man unbedingt ausprobieren. Der sandige Untergrund tut den Füßen gut und das Wasser ist sehr klar. Aber das Kneippen stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Picknickplatz lädt hier erneut zum Verweilen ein. Der Weg durch den Wald führt dann an den Teichen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Wald war durch die vielen Anemonen besonders schön in diesem Jahr. Ein herrliches Stück heimischer Natur. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die rund 16 km, die wir in aller Ruhe mit einem Picknick bewältigt haben, waren wir gut vier Stunden unterwegs. Für Rollstuhlfahrer ist diese Wanderung allerdings nicht geeignet. Leider konnten wir auch keine geöffneten Toiletten finden..

Für Familien mit Kindern ist diese Wanderung ohne weiteres zu schaffen, gibt es doch überall etwas in der Natur zu entdecken. Jedoch sollten Familien mit Kindern auf den Abstecher nach Serrahn verzichten, weil man dafür an der Straße in den Ort gehen muss.  Unterwegs für aalglatt-Leser war: Hanne Hoppe

 

 

Das Schlossgut Gorow l├Ądt nun wieder ein. Foto: Tanja Mich

Kulinarische Köstlichkeiten im Schloßgut Gorow

17. Mai: Das Schloßgut Gorow, eine halbe Stunde von Warnemünde in Richtung Bad Doberan entfernt und dann weiter in Richtung Autobahn A20,  lädt wieder ein!

Falls Sie mit dem Auto unterwegs sind, geben Sie in Ihr Navi einfach ein: Schloßgut, Zu den Linden 1, 18239 Satow. Aber auch ein guter Fahrradweg ist für sportliche Pedalritter  zu empfehlen.

Pfingsten geht es los. Wie jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr mit einem Pianofrühstück für 28 Euro pro Person. Und Pfingsten natürlich auch am Pfingstmontag.

Das Restaurant hat von dienstags bis sonnabends von 18  bis 23  Uhr geöffnet und das Cafe, in dem es tollen, selbst gebackenen Kuchen gibt, lädt dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr ein.  Montags ist Ruhetag.

Auch Hochzeiten können hier wieder verabredet werden. Genau zum – hoffentlich – Ende der strengsten Corona-Beschränkungen, läuten im Schloßgut Gorow die Hochzeitsglocken für junge und ältere Paare die sich trauen getraut zu werden! Das Schloßgut ist Außenstelle des Standesamtes Satow und verspricht mit seinem wunderbaren Ambiente Romantik pur für das „Ja“- Wort.

Das allein nicht genug. Küche und Keller halten für diesen Tag ganz besondere Gaumenkitzel parat. Und auch die Hochzeitsnacht, nicht nur für das Brautpaar, kann hier gebucht werden. Allerdings ab 7. Juni nur erst für Gäste aus Mecklenburg/Vorpommern. info@schlossgut-gorow.de   Unterwegs für aalglatt-Leser war:  Monika Kadner

 

 

 

 

 

Wismar und seine Schätze

Ein Ausflug in die benachbarte Weltkultur-Stadt

Warum nicht mal Wismar besuchen? Ist nicht weit von der Hansestadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde entfernt und eine wunderschöne Stadt mit mächtigen Backsteinkirchen, liebevoll sanierten jahrhundertealten Häusern aus der Gotik, dem Barock und dem Klassizismus.  Tierpark, Museen und ein malerischer Hafen mit Speichern und diversen Restaurants laden zum Bummeln ein. Fischkutter, deren Besatzungen leckere Fischbrötchen und fangfrischen oder geräucherten Fisch anbieten, sind ebenfalls erlebenswert. Die Hansestadt Wismar trägt zu Recht das Siegel des Weltkulturerbes.

Jetzt im noch sonnigen Corona-Herbst zieht es viele Touristen aus scheinbar vor allem südlichen Bundesländern an die Küste. Zumindest ihre Dialekte legen das nahe. Sie beobachten interessiert vom Außenbereich der Hafenlokale das Kommen und Gehen der anderen Touristen sowie das Verhalten der gefräßigen Möwen, die gern im Sturzflug den ahnungslosen Passanten das Fischbrötchen entreißen wollen. Amüsant, wenn die Möwen Sieger bleiben und man das eigene Brötchen schon sicher im Magen hat. Wenn es kein Fischbrötchen sein soll, kann man wunderbar in der Nähe des Alten Hafens am Lohberg im Brauhaus Durst und Hunger stillen. In dem Fachwerkspeicher ist schon 1452 Bier gebraut worden. Allerdings führt eine mehrstufige Treppe ins Gebäude hinein.

Wismar ist aber auch ein lohnendes Besuchsziel, wenn man mit den Enkeln einen Ausflug planen möchte. Sie tauchen in der Altstadt ein ins Mittelalter, sehen mit Giebel- und Traufenhäuser die Architektur vergangener Jahrhunderte und erfahren auf Schrifttafeln oder Plaketten an den aufwändig sanierten Häusern viel über die Geschichte Wismars und ihrer Bewohner.

Ein Ziel sollte unbedingt der 80 Meter unübersehbar hohe Turm der Marienkirche sein. Das einst mächtige Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erfuhr wie etliche Sakralbauten in der ehemaligen DDR dasselbe Schicksal. Die Marienkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Mauern einer rund 100 Jahre alten kleineren Vorgängerkirche errichtet wurde, fiel 1960 der Sprengung zum Opfer. In Wismar sind wenigstens ihre Konturen wieder sichtbar im Boden entstanden. Teil des Forums an der Kirche ist neben moderner Kunst ein Metallmodell. Es zeigt, wie sich die ehemalige Ratskirche über Jahrhunderte präsentiert hat.

Besonders interessant für Kinder ist aber der 3-D-Film „Bruno Backstein“, der wie die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turm sehr spannend den Bau dieser gotischen Kirche erklärt. Bei einer Führung offenbart sich in 67 Metern Höhe ein wunderbarer Blick über die Altstadt und der Besucher erfährt weiteres Wissenswertes zur Kirche und zur Welterbe-Stadt Wismar.

Vor dem Kirchturm sind Modelle zu sehen, in denen Ziegelsteine geformt worden sind, die für den Bau verwendet wurden. Bruno Backstein erklärt im Film auch, wie die Bauleute es schafften, ohne Kran, dafür mit einem imposanten hölzernen Rad und Seilen die Steine in die Höhe zu transportieren. Der Nachbau dieses Rades vor der Marienkirche verdeutlicht den großen und kleinen Besuchern die meisterlichen Fertigkeiten der mittelalterlichen Baumeister, aber auch das mühevolle Bauen.

Der Film dauert etwa 15 Minuten. Der Eintritt inklusive Turmführung kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Ein Muss ist auch der Besuch der St.-Georgen-Kirche, eine der drei Hauptkirchen und die größte der Hansestadt. Auch sie ist ein Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik. 1594 wurde sie nach mehrfachen Veränderungen fertiggestellt. Baubeginn soll allerdings schon Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Sakralbau stark beschädigt, aber in der DDR glücklicherweise nicht gesprengt. Nach der Wende wurde die St.-Georgen-Kirche ab 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und örtlicher Betriebe wiederaufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche feierlich wiedereröffnet. Kultur findet auch jetzt statt. So gastiert Ben Becker am 30.Oktober mit „Ich, Judas“. Viele weitere Veranstaltungen sind geplant – sofern Corona es zulässt.

Die Aussichtsplattform Von St.-Georgen in 35 Metern Höhe bietet einen eindrucksvollen Rundblick auf Wismar, die Gassen und Straßen der Altstadt, die Ostsee, den Hafen und die MV-Werft. Die Fahrt mit dem Lift kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis.

Neben der Kirche liegt der Fürstenhof, die im 16. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich. Heute beherbergt das schön sanierte Bauwerk das Amtsgericht der Hansestadt.

Bei einem Gang durch die Altstadt gibt es viele weitere lohnende Ziele. Doch wer sich die Ausstellung und die Einrichtung in dem sehr informativen Welt-Erbe-Haus an der Lübschen Straße angesehen hat, sollte noch an der Grube entlangspazieren. Sie ist eines der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands und dann in einem der Cafés am Marktplatz Füße und Kopf entspannen. Auch dort gibt es mehrere historische Bauwerke zu bewundern. Schließlich ist die Stadt nicht umsonst von der UNESCO ausgezeichnet worden. Und weil man an einem Tag nicht alles Sehenswerte in Wismar erleben kann, sollte man sich - solange das Wetter mitspielt – unbedingt noch einmal auf den Weg dorthin machen.

Doch was hat dem zehnjährigen Theo am besten in der ehrwürdigen Hansestadt gefallen? „Der Blick von der Georgenkirche war cool.“ Eigentlich wollte er die Wendeltreppe zur Plattform hochsteigen. Doch die war gesperrt, weil man in Corona-Zeiten dort keinen nötigen Abstand halten kann. „Aber auch der Film in dem anderen Kirchturm war wirklich spannend“, empfiehlt Theo.

Unterwegs für aalglatt-Leser war: Ingrid Feuerstein

Die Marienkirche und St.-Georgen-Kirche öffnen von Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Turm von St. Marien kann nach Anmeldung (Telefon: 03841-2510) bestiegen werden.

├ťber die Rapsfelder hat man einen tollen Blick auf den Leuchtturm Bastorf.

Rund um den Leuchtturm Bastorf

13. Mai: Unser Ausflug führt von Warnemünde nach Bastorf. Mit dem Auto erreicht man den dortigen Leuchtturm in etwa 45 Minuten. Die Fahrt führt in diesen Tagen vorbei an herrlich blühenden Rapsfeldern, die so richtig tolle Fotomotive bieten. Rasch ist der Parkplatz am Leuchtturm erreicht.  Der Turm befindet sich zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik und oberhalb von Kap Bukspitze, weshalb er auch Buk genannt wird.

 Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von rund 78 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Höhe des Leuchtturms beträgt 20,8 m, sodass sich eine Gesamtfeuerhöhe von etwa 95,3 m ergibt. Somit ist der Leuchtturm Buk zwar einer der kleinsten deutschen Leuchttürme, hat aber das höchste Leuchtfeuer, dass an den deutschen Küsten zu finden ist.  Während er für die Seefahrt eine notwendige Navigationshilfe ist, hält er für Besucher nach dem Erklimmen der 55 Stufen einen grandiosen Ausblick bereit. Schaut man in nordöstliche Richtung, kann man das heimische Warnemünde sehen. Bei einem Blick nach Westen entdeckt man  Rerik und die Wismarer Bucht  Bei klarer Sicht soll man sogar die Insel Fehmarn  und dänische Inseln sehen. Leider ist der Turm derzeit aber für Besucher noch geschlossen.

Nicht so tragisch, denn wir umwandern ihn ganz einfach Die Strecke beträgt etwa 4,8 Kilometer, die auch für nicht so professionelle Wanderer machbar ist.  Start und Ziel ist für uns der Parkplatz unterhalb des Leuchtturms. Auf einem schmalen Pfad mit einer tollen Aussicht geht es entlang des Parkplatzes in Richtung Kägsdorf. Weiter führt unsere Tour auf der Straße durch den Ort, der durchaus interessante Häuser aufweist. So beispielsweise ein Gutshaus auf der rechten Seite.  Am Ende des Ortes führt eine schmale  Straße in Richtung Kühlungsborn,  bevor uns dann der erste Weg rechts wieder zum Leuchtturm bringt .

Angekommen, lohnt es sich den Picknick-Korb auszupacken oder unbedingt das Cafe Valentins zu besuchen, das ab 28. Mai freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet ist und wo man endlich wieder den  leckeren Kuchen genießen kann. Nach unserer Stärkung  geht es wieder abwärts bis zum Parkplatz. Und schließlich gut gelaunt zurück nach Warnemünde. Unterwegs für aalglatt-Leser war: Doris Reiber

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