Land und Leute

Novembergrau statt Himmelsblau

Rudolf Kemnitz, Dipl.-Ing. für Meteorologie, vom Deutschen Wetterdienst gibt einen Witterungsrückblick der Wetterstation Rostock-Warnemünde für den Monat November und den Herbst 2021

Der November hat scheinbar seinem Namen alle Ehre gemacht. War er tatsächlich nur grau?

Der November 2021 war mit einer Sonnenscheindauer von 33,9 Stunden ein sehr trüber Monat. Normalerweise scheint die Sonne 53 Stunden. Folglich wurden nur mickrige 64 Prozent des langjährigen Mittelwertes erreicht.

Was sagen die Temperaturen?

Seit Ende der 1980er Jahre gibt es auch für die Monatsmitteltemperatur im November einen klaren Trend nach oben. So fällt auch in diesem Jahr der letzte meteorologische Herbstmonat mit einer Durchschnittstemperatur von 7,6 Grad um 2,3 Grad deutlich zu warm aus. Damit rangiert der November unter den fünfwärmsten seiner Art seit dem Beginn der Messungen 1946. Die Monatshöchsttemperatur wurde am 1. November mit 14,0 Grad Celsius gemessen, am kältesten war es am 29. November mit 0,5 Grad, am Erdboden sogar Bodenfrost mit minus 4,0 Grad.

Hält der Monat noch weitere Rekorde bereit?

Reichlich Niederschlag, vor allem in der ersten Dekade, sorgte für einen deutlichen Regenüberschuss von 40 Prozent. Statt 51,0 fielen 71,3 l/m², davon allein beachtliche 24,0 l/m² am 8. November.

Wie schätzen Sie den Herbst insgesamt ein?

Es ist ja schon fast zur Normalität geworden, dass die Monatsmitteltemperaturen über dem Klimawert liegen. Und so wundert es auch in diesem Jahr nicht, dass es für alle drei Herbstmonate zu einem deutlichen Temperaturanstieg gekommen ist. In der Summe lag die Durchschnittstemperatur von 11,9 Grad um 2,2 Grad über dem Soll, sodass in diesem Jahr der drittwärmste Herbst seit Aufzeichnungsbeginn registriert wurde.

Der Oktober und der November fielen in diesem Jahr sehr feucht aus. Im Oktober ist fast die doppelte Regenmenge vom Himmel gefallen, als üblich. Daher weißt die Niederschlagsbilanz des Herbstes einen beachtlichen Überschuss von 32 Prozent aus. Im Regenmesser sammelten sich 194,5 l/m², statt der sonst üblichen Menge von 147,8 l/m².

Da konnte die Sonne nicht mithalten und bescherte uns einen eher trüben Herbst. Mit 292 Sonnenstunden wurde der Mittelwert von 314,9 Stunden nur zu 93 Prozent erreicht.

 

 

 

 

 

 

Warnemünder Weihnachtsmarkt gestartet

Gute Laune auch unter 2-G-plus-Bedingungen/ Susi Koch und Rollo werden erwartet

5. Dezember: Gestern um 15 Uhr war es endlich soweit: Der kleine, aber feine Warnemünder Weihnachtsmarkt hat seine Pforten geöffnet. Angesichts der Pandemie zwar unter verschärften 2-G-plus- Bedingungen, mit Verspätung und nach einem Umbau des Festzeltes sowie dem Einrichten zusätzlicher Teststrecken, doch der Start in die besinnliche Zeit ist gelungen. Trotz eines sehr hohen Testaufkommens am Vormittag standen am Nachmittag genug Kapazitäten zur Verfügung, um auch die notwendigen Tests für den Weihnachtsmarkt bereit zu stellen.

„Es war ein großer Kraftakt, alle Vorbereitungen zu treffen. Vorallem hinsichtlich der Personalsituation sowie der Absicherung der Ein- und Ausgänge. Nun haben wir aber die Infrastruktur so aufgestellt, dass wir ausreichende Kapazitäten bereitstellen können. Einige Spitzen und Wartezeiten wird es sicher immer wieder geben, aber wir sind auf einem sehr guten Weg. Und wir bitten um etwas Geduld", sagt Dietmar Vogel, 1. Vorsitzender des Warnemünder Handels- und Gewerbevereins und der im Verein Verantwortliche für das Thema Testzentren.

Im Laufe der vergangenen Woche wurden zwölf neue Mitarbeiter geschult und in die Situation eingearbeitet, der Markt komplett eingezäunt und für 2-G-plus fit gemacht. „Wir freuen uns sehr über das Verständnis der Warnemünder und unserer Gäste, auch wenn der Eine oder Andere sehr lautstark seinen Unmut kund tat und mit der Situation haderte",  betont der im Ehrenamt tätige Marktleiter Christian Seifert und führt weiter aus: „Es ist für uns alle eine große Herausforderung und es muss sich alles einspielen. Das haben wir aber am ersten Tag sehr gut hinbekommen. Betonen möchte ich dabei ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit den Ämtern, Pastor Moritz und den Verantwortlichen der Tourismuszentrale. Auch ist es sicher nicht selbstverständlich, dass ein Senator seine persönliche Mithilfe anbietet."

"Wir alle, insbesondere die Mitarbeiter im Testzentrum, sind an ihre Grenzen gegangen, um die vielen Tests in vertretbarer Zeit durchzuführen. Wobei die Masse der zu testenden Gäste weiter auf den Rostocker Markt wollte",  betonte Michael Paasch, der für Logistik und Kultur zuständig ist. „Der Besuch war etwas geringer als an ,normalen' Tagen, aber wir waren überrascht wie viele Gäste 2-G- plus auf sich nahmen bzw. den Test bereits auch für andere Aktivitäten nutzten, sodass die Hemmschwelle den Markt zu besuchen, sehr gering ausfiel", meint Paasch.

Der Vorstand des Vereins ist zuversichtlich unter den verschärften Bedingungen den Markt erfolgreich weiter führen zu können, um auch als einer der sichersten im Norden etwas Normalität in die besinnliche Weihnachtszeit zu bringen. Auf Grund der Situation öffnet der Markt Montag bis Freitag jeweils um 15 Uhr, am Wochenende um 12 Uhr. Von Montag bis Donnerstag ist bis 20 Uhr geöffnet, am Freitag  und Sonnabend jeweils bis 21 Uhr.

Freuen dürfen sich Besucher des Warnemünder Weihnachtsmarktes auf Susi Koch, die am Dienstag um 17 Uhr mit ihrem Programm „Lilly brennt“ auftritt. Und am Freitag spielt der Ur-Warnemünder Rollo auf dem Platz. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Hilfe des Budgets des Ortsbeirates die Songwriterin Susi Koch engagieren konnten.  Persönlich freue ich mich auch, dass  Roland Maier, alias Rollo, zu uns kommen wird. Er hat am Freitag seinen großen Auftritt. Der Sänger mit  der besonderen Stimme wurde übrigens Weihnachten in Warnemünde geboren. Es war unsere aller Wunsch, ihn endlich mal wieder nach Warnemünde zu holen und ihn auf unserem Markt hautnah zu erleben", sagt Seifert. 

Übrigens können die Lütten die beliebte Kindereisenbahn in diesem Jahr kostenfrei nutzen. Allerdings gibt es zahlreiche Eltern, die Geld spenden. Über die Verwendung wird  der Vereins-Vorstand in der nächsten Sitzung entscheiden.cseif

 

Der Warnem├╝nder Weihnachtsmarkt l├Ądt ein. Foto: Christian Seifert

Stadt hat Veranda-Besitzer im Visier

3. Dezember: Es ist mehr als ein Jahrzehnt her, dass die Stadt Rostock Besitzer von Veranden, die in Warnemünde auf städtischem Grund und Boden stehen, aufforderte, diese zu kaufen oder eine sogenannte Überbaurente zu bezahlen. Es rumorte damals mächtig unter Warnemündern, von denen sich einige auf uralte Verträge beriefen. Einige gar drohten damit, ihre das Bild der Straßen prägende Veranden abzureißen, was jedoch nicht geht, da die Vorbauten unter Denkmalschutz stehen. Nun ist das Thema Veranden wieder höchst aktuell, wie ein Bürger auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates berichtete.

Tatsächlich, so erfährt die aalglatt-Redaktion auf Anfrage aus der Pressestelle des Rathauses, wurden von ehemals mehr als 200 Warnemünder Veranda-Fällen inzwischen mehr als die Hälfte abschließend geregelt. In den noch offenen Fällen  erhielt bereits der überwiegende Teil der Eigentümer durch die Stadt Post. Ziel der Hansestadt ist es, bis zum Jahresende alle Grundstückseigentümer anzuschreiben und sie zum Kauf der Grundstücksfläche oder zur Zahlung einer Überbaurente aufzufordern. Die überwiegende Mehrheit der angeschriebenen Hauseigentümer, so erfahren wir, zahlt die Überbaurente.

Dabei beruft sich die Stadt auf den Paragraf  912/ 913 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Gestützt wird dies durch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe (Az.: V ZR 195/15 vom 15.07.2016), wonach die Überbauvorschriften auf Veranden, die rechtlich als Anbauten eingeordnet wurden, entsprechend anwendbar sind. Für die Berechnung der Überbaurente ist nach § 912 Abs.2 S.2 BGB die Zeit der Grenzüberschreitung durch die Veranda maßgebend.

Auch für die Nutzung der Tüschenfläche (der schmale Gang zwischen den Häusern) ist eine Nutzungsentschädigung zu zahlen. Nach gefestigter Rechtsprechung der Gerichte in Rostock sind die gezogenen Nutzungen aus dem Eigentümer–Besitzer-Verhältnis (§§ 987 ffBGB) nach den Grundsätzen der ungerechtfertigten Bereicherung durch Zahlung von Wertersatz herauszugeben, heißt es.

Für die Berechnung der Nutzungsentschädigung sei übrigens der zum Zeitpunkt der Geltendmachung aktuelle Bodenwert zugrunde zu legen. Und dieser, das wissen wir alle, ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

Jeder, so die Stadt, muss die Überbaurente (irgendwie eine Art Pacht)  zahlen. Jedenfalls bis zum Kauf der Verandafläche, was grundsätzlich möglich ist. Der Quadratmeterpreis ist unterschiedlich. Die Höhe der Forderung richtet sich nach der Nutzung (Wohnnutzung ist günstiger als Gewerbenutzung) sowie den oben dargelegten Grundsätzen, der Größe und des entsprechenden Liegenschaftszinses. Durchschnittlich handelt es sich, so die Verwaltung, um geringe einstellige monatliche Überbaurenten je Quadratmeter. Die Höhe der Überbaurente ist abhängig von der Lage der Veranda bzw. der Tüsche. Dasselbe gilt für den Kaufpreis.

Betroffen sind Häuser Am Strom, in der Alexandrienstraße, Friedrich-Franz Straße, Schulstraße, Anastasiastraße, Luisenstaße und am Georgienplatz

Ist die klamme Stadtkasse der Grund für die neuerlichen Forderungen?  Oder warum wird die Stadt nach so langer Zeit in der Sache wieder aktiv? Die Antwort seitens der Stadtverwaltung lautet:  Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat seit 2012/2013 einige Rechtsstreite in Bezug auf Verandagrundstücke geführt. Aufgrund eines richtungsweisenden Urteils des BGH (Az.: V ZR 195/15) vom 15.07.2016 sind in den darauffolgenden Jahren sämtliche noch anhängigen Rechtsstreite mit der Zahlung einer Überbaurente beendet worden, so dass nunmehr der Zeitpunkt gekommen ist, um auch die seinerzeit zurückgestellten Forderungen für die Veranden wieder aufleben zu lassen.

 

 

 

Weihnachtsbäume aus der Rostocker Heide

30. November: Der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide bietet allen Interessenten vom 3. bis 23. Dezember 2021 ein vielfältiges Sortiment, teilt das Stadtforstamt mit. Täglich von 9 bis 16 Uhr   - außer sonntags bzw. solange der Vorrat reicht - werden Weihnachtsbäume aus der Heide sowie zugekaufte offeriert. Zu haben sind Kiefern, Fichten, Blaufichten und Omorika bis zwei Meter für 15 Euro, ab zwei bis drei Metern für 20 Euro pro Stück. Nordmanntannen und Nobilis werden bis zwei Meter für 27 Euro sowie zwischen zwei und drei Metern bis 32 Euro pro Stück verkauft. Weihnachtsbäume über drei Meter gibt es auf Anfrage. Die Preise umfassen Mehrwertsteuer und Netzverpackung.

Alljährlich werden in der Heide 1.800 bis 2.000 Bäume verkauft. Auch Wildfleisch und Wildfleischprodukte sind in diesem Jahr wieder im Angebot. Aufgrund der Corona-Infektionslage können ein Catering und das „Weihnachtsbasteln mit Antje“ in der warmen Holzhütte leider nicht stattfinden. 

Die Bäume aus der Heide werden seit dieser Woche und während der gesamten Verkaufszeit geschlagen und besitzen das FSC-Siegel (Forest Stewadship Council). Dies bedeutet, dass sie weder chemisch behandelt noch gedüngt wurden. Ein klimafreundlicher Test mit Verpackungsnetzen aus Baumwollfasern musste aufgrund von Lieferschwierigkeiten der Herstellerfirma auf das kommende Jahr verschoben werden.

Ein Hektar Weihnachtsbaumkultur bindet in zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff. Ein Plastikbaum hat wegen des Energieeinsatzes bei der Produktion, des Transportes und der Entsorgung eine wesentlich schlechtere Ökobilanz und endet irgendwann als Plastikmüll. Vier von fünf Plastiktannen werden aus Fernost importiert. Dem WDR-Wissensmagazin Quarks zufolge entstehen laut Studien durch einen natürlichen Baum etwa 3,1 Kilogramm Kohlendioxid, während bei einer Plastiktanne 48,3 Kilogramm CO2 zusammenkommen.

Rund 24 Millionen Weihnachtsbäume werden nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger in diesem Jahr verkauft. Knapp 13 Prozent werden einer Umfrage zufolge selbst geschlagen. Die Preise sind nach Verbandsangaben in den vergangenen drei Jahren etwa gleichgeblieben.  Rund 30 Prozent aller Bäume inÔÇłDeutschland werden regional und direkt in der Land- und Forstwirtschaft gekauft. 

Ort: Alte Forstbaumschule in Hinrichshagen, Am Jägeracker 19, 18182 Rostock (Straße Richtung Markgrafenheide, Einfahrt ist ausgeschildert

 

 

 

 

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Der 26. TIDINGSBRINGER ist da

 29. November:  Erst einmal aufgeschlagen, geblättert und angelesen legt man den 26. TIDINGSBRINGER nicht so schnell wieder aus der Hand. Interessante Geschichten. Und er gehört einfach in die Auslagen der Buchhandlungen unseres Ortes in den ersten Adventstagen – seit 26 Jahren! Die Warnemünder in Nah und Fern (ja, auch in der Ferne wie in den USA) erwarten das Almanach, das vom Leuchtturmverein erdacht und  finanziert, von den beiden einheimischen Verlegern Redieck und Schade verlegt und vertrieben wird.

„Gerhard, weißt du noch, wie das erste Almanach angedacht war? Wie alle nach einem Namen suchten? Viele voller Enthusiasmus nach der Feder griffen und Interessantes zu Papier brachten?“ Gerhard Lau, den ehemaligen Vorsitzenden des Leuchtturm-Fördervereins dazu zu befragen, ist, wie Sand an die Warnemünder Ostsee zu bringen. Ich kann mich jedenfalls noch sehr genau an all die Knobelstunden, die heute brain storming genannt werden, erinnern. Na, und der heute 85jährige Gerhard Lau erst mal!

Nun ist es schon der 26. Band, der auf dem Tisch liegt.  31 Autoren sind vertreten mit 37 Beiträgen aus der Historie, von der Seefahrt und Fischerei. Warnemünder Urgesteine konnten porträtiert werden, Häusliches wird erzählt, platt vertellt… 144 Seiten sind mit unverwechselbarem Hier und Heute und Gestern „Warnemünde“ vielfältig bedruckt worden.

Verleger Achim Redieck garantiert auch eine 30. Ausgabe, obwohl die beiden Getreuen des Leuchtturmvereins nun auch langsam ans Rentendasein denken, denn, so Redieck: Die Urmutter unseres Verlages (hier ist tatsächlich der Tidingsbringer gemeint)  überlebt! Hett ümmer Spaß makt!“

Die signierte Version des TIDINGSBRINGERS liegt ab 4. Dezember traditionsgemäß in den Regalen der Buchhandlung Krakow Nachf. Am Kirchenplatz.  Jene Bücher, die vorab noch kein Autogramm in der Aufschlagseite haben, können in fast allen Buchhandlungen nicht nur in Warnemünde gekauft werden. Monika Kadner

   

Leuchtturmmann Mathias Stagat hat schwer zu tragen an den Warnem├╝nder Geschichten. Er ist sicher, dass der 26. Tidingsbringer rasch verkauft sein wird. Foto: mkad

Zwei Gastronomen planen drittes Restaurant

27. November: Ein italienisches Restaurant und Café von Warnemünder Gastronomen mit deutschen Pass aus der Taufe gehoben und bewirtschaftet? Jan Krugmann und Michael Brügmann wollen es nicht nur wagen, sondern es tun! Seit 2016 sind sie Unternehmer und haben selbst in italienischen Restaurants gearbeitet. Als beider Kinder immer wieder quengelten, dass sie doch unbedingt bei Papa im Restaurant auch Pizza essen wollen, sagten sich Jan und Mitch, die in der Mühlenstraße bereits mit Erfolg das „fabelhaft“ und „Carls“ betreiben: „Warum eigentlich nicht?“ Als dann neben ihnen gar Räumlichkeiten frei wurden, war es beschlossene Sache: „Wir mieten ein drittes Abenteuer Mühlenstraße“. 60 Innen- und 60 Außenplätze sind angedacht und mit heimischen Firmen – Gastro Element, Sepp Innenausbau und EAS, Elektro-Anschluß-Service - gerade Nägel mit Köpfen gemacht.

Am 1. April soll es losgehen, dass mittags Pasta und Pizza angeboten werden und nachmittags ein Eiscafé einlädt. Das dieses „dritte Abenteuer“ kein Aprilscherz wird, dafür stehen die beiden jungen Gastronomen, die über die Jahre hier in der Mühlenstraße mit Ideen und Kreativität bereits Qualität zur Freude ihrer Kunden geliefert haben.    Monika Kadner

Michael Br├╝gmann und Jan Krugmann wollen ein drittes, ein italienisches Restaurant in Warnem├╝nde er├Âffnen. Foto: mkad

Tschüssing - für eine Warnemünder Tradition

Ab Morgen gibt es keinen Fisch mehr bei "Min Herzing" in der Poststraße

26. November:  „Nen Dösch, min Herzing?“ Längst ist diese Frage an der Fischtheke in der Poststraße passé. Hedwig Anke, später Margot Thielk, das waren die legendären Fischfrauen, die den frischen Fisch vor allem von der Mittelmole und den dortigen Fischern geliefert bekamen, und die fast jeden ihrer Kunden liebevoll so nannten.

Uli Karnatz, noch heute Geschäftsführer für Fischgastronomie, Fischimbiss und Fischverkauf lacht: „Ja, als wir 1991 mit einer moderne Fischverkaufsstelle begannen,  war dieser Ehrenname ‚Min Herzing‘ für das Geschäft früher da als der erste Hering!“ Wir, wie Uli Karnatz sagt, das sind die Töchter von Margot Thielk, Ellen und Anke, von denen Anke sich den ehemaligen Spitzenruderer - eben mal so - als Ehemann angelte. Und diese Drei haben bis zum Tod ihrer Mutter und Schwiegermutter über Fisch und deren Verkauf von ihr alles gelernt, um erfolgreich zu sein.

Und das waren sie! Sie gehören zu Warnemünde, wie die Möwen und der Strand. Oft standen die „neuen“ Min Herzings auf der Bühne zur Warnemünder Woche. Prominente kauften ihren Fisch nur bei ihnen, und nicht nur unser leider verstorbene Horst Köbbert sang für und über sie so manche Lobeshymne.

Nun sind auch die Neuen in ein gestandenes Alter gekommen. Immer mehr Stolpersteine gibt es für eine Gastronomie. Immer weniger Fisch darf vor Ort angelandet werden! Schon seit einem Jahr unterhält das Geschäft engen Kontakt zur IHK auf der Suche nach eventuellen Nachfolgern, was sich als sehr schwierig erwies. Doch den Namen möchten Uli Karnatz und seine beiden Frauen noch weiterführen und auf der Mittelmole mit ihrem Fischmobil für Urlauber und Einheimische präsent sein. Dazu gibt es briesige Verhandlungen mit dem Hafen- und Wirtschaftsamt, dem Verwalter der Mittelmole, wobei das Unternehmen „Min Herzing“ hofft, dass der Gegenwind sich in einer Schönwetterfront auflösen wird.

Nun wird erst mal die Ladentür in der Poststraße zugeschlossen. Der Plan ist für das Frühjahr gesteckt, eine Umnutzung des Geschäftes in eine Wohneinheit vorzunehmen. Als die Warnemünderin Ruth Wedemeier bei ihrem Wocheneinkauf sich heute erst so richtig die Schließung von „Min Herzing“ vergegenwärtigte, war ihr Kommentar: “Unmöglich, dass Warnemünde kein Fischgeschäft mehr hat!“. Gleichzeitig wünscht sie aber Anke und Uli Karnatz sowie Ellen Keck alles Gute für ihren Unruhestand. Was gibt es da noch zu ergänzen!               Monika Kadner

     

In Gedanken ist die Seniorchefin noch immer unter den j├╝ngeren

 Bautagebuch zum Neubau der Landessportschule (14)

Drücken, drücken, drücken…

19. November: Drücken, drücken und immer wieder drücken ist seit Montag nun auf dem zukünftigen Fundament der Landessportschule auf der Mittelmole angesagt. In der vergangenen Woche wimmelte dieses Gelände bereits von kleinen  Markierungsfähnchen, die anzeigten, wo die insgesamt 140 Pfähle für den Bau gesetzt werden müssen. Wer allerdings befürchtet hat, dass dieses Unterfangen der Bohrung ganz Warnemünde beschallen wird, hat sich aufatment geirrt.

Am Bauzaun fachsimpeln gerade zwei erfahrene Segler, die nicht zum ersten Mal das Geschehen verfolgen. Neugierig, wie ich nun mal bin, geselle ich mich zu ihnen. Warum können wir uns ganz normal unterhalten nur zwei Schritt vom Pfahlbohrgerät entfernt, das gerade seinen Bohrer in die Tiefe senkt? „Siehst Du nicht, wie er drückt und drückt?“

Klar, es knirscht, als würde ein Ungeheuer mit den Zähnen aufeinander reiben und wie beim Buddeln eines Maulwurfs häuft sich Sand – jetzt kommt Modder, vielleicht auch Mergel  – rund um den Bohrkern. Tatsächlich, was ich nicht gleich erkennen konnte, erklären mir die beiden Männer: Mit dem Bohren wird gleichzeitig Beton in das tiefer und tiefer gehende Bohrloch gedrückt, sodass in diesem einen Arbeitsgang nichts vom Rand aus zufällt, keine Rohre gesteckt werden müssen und schnell Stabilität geschaffen wird.

Ein Hupsignal. Der Bohrkern zieht sich in die Höhe. Rund einen Quadratmeter  um das Loch schiebt ein Bagger das Umfeld glatt. Und nun? Wie ein Pfadfinder tastet ein Bauarbeiter per Hand mit der Schaufel nun wieder nach dem Loch mit dem noch flüssigen Beton. Ein weiterer Bagger hat einen der vorbereiteten Bewehrungskörbe an den Haken genommen. Arbeiter justieren den Korb genau über dem Loch. 18 Meter gleitet das Stahlgeflecht wie in Butter leicht und zügig bis auf den Grund der Bohrung. In rund einer Stunde wird an diesem Pfahl , der sich unter der Sport- und Bootshalle verstecken wird, nicht mehr zu rütteln sein.

Welch ein tolles Pfahlbohrgerät der Firma Liebherr LRB 355, das hier von erfahrenen Spezialtiefbauern der Firma Kurt Friedrich GmbH aus Loxstedt/Bremerhaven zum Einsatz gebracht wird. Monika Kadner 

In memoriam Christoph Weinhold

Stadtarchitekt von 1990 bis 2008

19. November: Als ich gestern bei mittäglichem  Glockengeläut schweren Schrittes in unsere Warnemünder Kirche eintrat, war es so endgültig: Der Lebenskreis von Christoph Weinhold hat sich vollendet.

Wenn ich an diesen Mann denke, so hat er mich in seiner Logik, seiner Sachlichkeit und seiner schier unbändigen Liebe zu seiner Stadt immer wieder beeindruckt. Was war das für ein Zusammengehörigkeitsgefühl mit seinen Mitarbeitern, wo mit offenem Visier gestritten und gelacht wurde. Immer wieder konnte ich es in seiner Gegenwart erleben. Und das war vor vierzig Jahren noch gar nicht üblich.   Kein Interview war nach dreißig Minuten beendet. Er war unbequem, kritisch gegenüber Journalisten - aber spannend konstruktiv.

 Warnemünde war ihm wichtig. Schon vor langer Zeit schrieb er sich als Mitglied in den Museumsverein ein. „Traditionen müssen bewahrt und gepflegt werden“ ( O-Ton von Weinhold,) Er hatte hier seine Stammkneipe, seine Ärztin, seine Frisöse, seine Galerie mit den  besonderen Ausstellungen und Künstlern, seine Mole, seinen Markt. Hierher waren die Familienausflüge  aus dem Plattenbauviertel Lütten Klein geplant, wo Familie Weinhold seit der dortigen Grundsteinlegung ihr Zuhause hatte und seine Frau Nanni ihm den Rücken frei hielt, ihn zurück ruderte, wenn er auf zu holzigem Weg war, ihn ermunterte Optimist zu bleiben.

Wieder, wie leider in letzter Zeit viel zu häufig, wurde die Urne eines Mannes aus der Warnemünder Kirche getragen, der für den Ort förmlich brannte. Christoph Weinhold fehlt zukünftig im Gefüge der großen Stadt Rostock und ihres kleinen Ablegers Warnemünde. In seemännischem Ritual senkte sich die Urne auf den Grund des Meeres vor dem Ostseebad. Monika Kadner

 

 

Munch-Haus: zwei Künstlerinnen, eine Schau

13. November:Tania Bedrinana kommt aus Lima, Peru. Bente Stokke aus Oslo, Norwegen. Beide sind Künstlerinnen, die in Berlin leben und arbeiten. Und beide laden ab heute zu einer gemeinsamen Ausstellung ins Warnemünder Edvard-Munch-Haus, Am Strom 53, ein. Wir durften die Künstlerinnen bereits gestern während des Aufbaus ihrer Exposition etwas näher kennen lernen, ihre Arbeiten in Augenschein nehmen. Und wir stellen fest: Unterschiedlicher können die Werke nicht sein.  Tania Bedrinana präsentiert faszinierende Papierarbeiten, die an ihre Heimat erinnern, sowie Bilder, die in vielen Schichten gearbeitet sind und die ihre Gefühle, ja auch Ängste widerspiegeln. Sie verrät, dass sie schon als Kind einen Bezug zu Edvard Munch und eines seiner Bilder hatte, ohne den Künstler zu kennen.  Auch wenn sie in Deutschland lebt und hier Ausstellungen gestaltet, in Peru ist sie regelmäßig mit ihren Arbeiten präsent.

Für die Norwegerin Bente Stokke war die Entscheidung, im Munch-Haus in Warnemünde auszustellen, nicht leicht. Schließlich ist Edvard Munch in seiner und ihrer Heimat eine Ikone der Kultur. „Wenn Du dich neben Edvard Munch stellst, dann musst du früh aufstehen“, waren ihre Gedanken. Was also tun? Sie erbat sich Bedenkzeit und beschäftigte sich mit dem Haus, dem typischen Birnbaum im Hof und mit den von Munch geschaffenen Arbeiten in Warnemünde. So auch mit seinem 1907 im Seebad entstandenem Bild „Amor und Psyche“. Das war der Schlüsselmoment. Sie nahm Papier und Zeichenkohle zur Hand, versuchte, das Bild in Gedanken festzuhalten, schloss die Augen, ließ ihren Gefühlen beim Zeichnen freien Lauf. „Es erschienen unglaublich intensive Sekundenbilder, die ich versucht habe festzuhalten“, sagt die Künstlerin, die 30 Bilder mitgebracht hat. Sie alle sind ihre Version von Amor und Psyche. Keines ist wie das andere. „In der Musik spricht man von Coverversion. So ähnlich war es auch für mich in diesem Fall“, bekennt Bente Stokke, die gespannt ist auf die Reaktionen der Betrachter.

Wie kommt man auf die Idee, zwei so unterschiedliche, so begabte Künstlerinnen, in einer Schau zu präsentieren? „Ein Gedanke unseres Vereins ist es, in Deutschland lebende Künstlerinnen und norwegische Künstlerinnen zusammenzuführen. Wir kennen Tania Bedrinana und Bente Stokke seit vielen Jahren, verfolgen aufmerksam ihr Schaffen. Ja, das passt“, ist sich Petra Schmidt-Dreyblatt vom Vorstand des Vereins Edvard-Munch-Haus sicher.

Nach der heutigen Eröffnung der Ausstellung um 15 Uhr lädt diese bis zum 30. Januar zu einem Besuch ein. Ein Gespräch mit den Künstlerinnen findet am 16. November um 15 Uhr statt. Galeristin Rita Helm öffnet das Munch-Haus jeweils donnerstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr. Über Weihnachten sowie zum Jahreswechsel bleiben die Türen geschlossen. Sabine Schubert

Bente Stokke und Tania Bedrinana stellen ab heute (13. November) im Munch-Haus aus. Foto: susa

Mühlenstraße: Linden erhalten, Kunst etablieren

11. November: Wie sich die Mühlenstraße perspektivisch präsentieren könnte, darüber wird seit Jahren gestritten und diskutiert. Die Stadtverwaltung hatte sogar zur kompletten Neugestaltung notwendige Gelder eingeplant, die schließlich in anderen Rostocker Stadtteilen ausgegeben worden sind. Denn in Warnemünde waren sich die Bürger nicht einig. Vor allem hinsichtlich der Zukunft der alten Linden. Müssen sie weichen oder nicht?

Sie müssen nicht, sind sich viele Anwohner sowie Mitglieder der 2019 gegründeten Bürgerinitiative Rettet den Küstenwaldsicher. BI-Sprecherin Annette Boog stellte auf der Sitzung des Ortsbeirates für Warnemünde und Diedrichshagen klar: die etwa 140 Jahre alten Bäume, die zwei Weltkriege, die politische Wende, die Fällabsichten 2010 und schließlich die vergangenen Dürrejahre gut überstanden haben, sind die Seele des Ortes. Es gäbe heute technische Möglichkeiten, die Mühlenstraße zu sanieren und die Kopflinden stehen zu lassen. Boog zeigte anhand von Fotos, wie der Mensch mit relativ einfachen Dingen wie gezielter Gehweggestaltung helfen könne, Bäume in ihrem Wachstum zu unterstützen.

Damit es den Linden nicht in einer Nacht- und Nebelaktion an den Kragen gehe, habe man beim BUND eine Alleenpatenschaft abgeschlossen, in der Hoffnung, dass die Umweltschutzorganisation die Bäume im Blick behält. Zudem kümmern sich 27 Baumpaten um die Linden.

Die BI-Sprecherin stellte dem Beirat und den anwesenden Bürgern den 1. Entwurf für die Gestaltung der Mühlenstraße vor, der aus dem Büro von Volker Wirth stammt. An der Kreuzung Mühlen- /Dänische Straße sieht das Papier ein Rondell vor, in dessen Mitte sich der Junge auf dem Mühlenstein, ein Kunstwerk von Reinhard Buch, befindet. Schon bei der Auftragsvergabe war klar: das Kunstwerk soll einen Platz in der Mühlenstraße finden. Daraus wurde bislang leider nichts. Der Entwurf zeigt eine verkehrsberuhigte, von den Linden geschmückte Mühlenstraße, deren Kopfsteinpflaster nach Aufnahme des Asphalts wieder sicht- und begehbar ist. Weitgehend Auto-frei soll die Straße und damit Parkplatz-frei werden. Radfahrer, Lieferanten in bestimmten Zeitfenstern, Anwohner und Rettungsfahrzeuge jedoch haben Zufahrt. Gastronomie bietet Freiflächen.

Bleibt allerdings die Frage: Wie kommen Menschen mit Handicap oder Hochbetagte beispielsweise zum Friseur? Oder zur Kosmetik? Oder zum Sanitätshaus? Sabine Schubert

Volker Wirth hat diese M├╝hlenstra├čen-Vision zu Papier gebracht.

Neue Strandsatzung: FKK-Gebiet bleibt/ Drohnen verboten

2. Oktober: Nach langer Diskussion hat die Bürgerschaft auf ihrer Sitzung am Mittwoch der neuen Strandsatzung zugestimmt. Diese tritt mit ihrer Veröffentlichung im Städtischen Anzeiger in Kraft. Was sind die Neuerungen in diesem Papier? Was gilt es künftig zu beachten? Die Fragen gab die aalglatt-Redaktion an die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde weiter, die wie folgt antwortet:

1. FKK_Strände: 

Der Bereich zwischen Warnemünde und Diedrichshagen bleibt FKK-Gebiet. Hier ergeben sich keine Änderungen.

2. Kostenfreie Nutzung des Badestrandes

In der Strandsatzung wurde mit der Formulierung „Jede Person hat das Recht auf kostenlosen Besuch des Badestrandes“ auch zukünftig die Kostenfreiheit für Badegäste festgelegt. Damit wurde der Empfehlung des Ortsbeirates für Warnemünde und Diedrichshagen entsprochen.

3. Drohnen

Drohnen dürfen generell nicht mehr über den Strand fliegen. Auf Antrag können schriftliche Einzelgenehmigungen für kommerzielle Luftaufnahme erteilt werden. Das Verbot gilt nicht für öffentliche Einrichtungen im Zuge der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Erfüllung ihrer Aufgaben.

4. Shisha-Rauchen

Das Rauchen generell und auch das Shisharauchen im Speziellen bleiben an den am Strand festgelegten Feuerstellen weiterhin erlaubt.

5. Hunde

An den Strandblöcken 8 und 9 in Markgrafenheide ist das Mitführen von Hunden laut der neuen Strandsatzung in der Zeit von 21.00 bis 9.00 Uhr (statt 20.00 bis 8.00 Uhr) erlaubt.

6. Reiten am Strand (§5):

In der Vergangenheit wurde vermehrt das Reiten am Strand angefragt, sodass dieser Sachverhalt in der neuen Strandsatzung Berücksichtigung gefunden hat.


Für die Strandkorbvermieter, Strandkorbnutzer, Händler und andere Gewerbetreibenden ist die saisonale Bebauung und wirtschaftliche Nutzung laut neuer Strandsatzung im Zeitraum vom 1. April  bis 15. Oktober gestattet. Für die Strandbewirtschafter gelten mehrjährige Verträge.

Da die letzte Satzungsänderung bereits 15 Jahre zurück liegt, war die Überarbeitung notwendig. Denn die Tourismuszentrale ist gehalten,  in regelmäßigen Abständen die vom Eigenbetrieb erlassenen Satzungen in Bezug auf Aktualität und Rechtskonformität zu prüfen. Zudem wurden von Seiten der Ortsbeiräte von Warnemünde und Markgrafenheide immer wieder Anfragen bzw. Änderungsvorschläge (u. a. Verlegung der Hundestrände, etc.) an die Tourismuszentrale  herangetragen. Die Neuregelungen sollen die Aufenthaltsqualität am Erlebnisraum Strand für Gäste und Einheimische weiter verbessern.

 


 

 

 

Die neue Strandsatzung regelt, dass die saisonale Bebauung und wirtschaftliche Nutzung zwischen dem 1. April und dem 15. Oktober gestattet ist.

Ausflugs-Tipps

Auf der Wanderung durchs Nebel-Durchbruchstal kommt man vorbei am Kneipp-Wanderweg, wo man den F├╝├čen ein wohltuendes Bad g├Ânnen sollte.

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Wanderung im Nebel-Durchbruchstal

21. Mai: Mit dem Auto von Warnemünde fährt man - je nachdem, wo man parken möchte - etwa  60 bis 70 km bis zum Nebel-Durchbruchstal. Über die A 19 mit Abfahrt Richtung Krakow am See erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten die Tour zu beginnen:

  1. Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt in Kuchelmiß. Hier kann man sich noch etwas zur Stärkung oder für ein Picknick kaufen.
  2. Parkplatz an der Wassermühle in Kuchelmiß. Die ist aber Corona-bedingt zurzeit geschlossen.
  3. kleiner Waldparkplatz nördlich von Serrahn

Beginnt man beim Parkplatz am Einkaufsmarkt, so führt rechts parallel zur Straße nach Krakow ein kleiner Weg vorbei an drei Wohnhäusern. Dann geht es weiter über eine kleine Brücke, die uns über das Moor in Richtung Wassermühle Kuchelmiß bringt. Man kommt vorbei an den Resten der mittelalterlichen Anlage der Turmhügelburg. Die Wassermühle darf man leider derzeit nur von außen besichtigen und auch die Toiletten sind geschlossen. Man kann aber weiterhin auf dem Gelände die Fischtreppen besichtigen und einen Eindruck von der Strömung der Nebel erleben. Einen kleinen Picknickplatz gibt es dort auch, so dass man sich in der Natur stärken kann. Auf einer Infotafel wird erklärt, wie das Nebel-Durchbruchstal entstanden ist.

An den Resten eines alten Schlosses - es sind nur noch einige alte Skulpturen zu sehen - und den Fischteichen vorbei gelangt man zu einem Hofcafé. Folgt man einem gepflegten Waldweg, dann erreicht man eine Brücke, die nach Serrahn führt. Hier kommt man auch am Waldparkplatz vorbei.

Der Ort Serrahn hat eine kleine Kirche und eine alte Schmiede als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Danach sind wir wieder über den Waldparkplatz in Richtung der Nebel gewandert. Aber dieses Mal nicht über die Brücke nach Kuchelmiß, sondern wir haben den Waldweg parallel zum Flüsschen in östlicher Richtung gewählt. Der Weg ist leicht hügelig, aber dennoch gut zu laufen. Ein paar Bänke laden zudem am Weg zum Verweilen ein. Hier hat die Nebel allerdings einen wilderen Charakter. Ihre Strömung kann man von der Brücke aus wunderbar erleben.

Geht man dann weiter geradeaus, gelangt man zum Kneipp-Wanderweg. Er ist aus einem kleinen Nebenarm der Nebel entstanden. Ihn sollte man unbedingt ausprobieren. Der sandige Untergrund tut den Füßen gut und das Wasser ist sehr klar. Aber das Kneippen stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Picknickplatz lädt hier erneut zum Verweilen ein. Der Weg durch den Wald führt dann an den Teichen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Wald war durch die vielen Anemonen besonders schön in diesem Jahr. Ein herrliches Stück heimischer Natur. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die rund 16 km, die wir in aller Ruhe mit einem Picknick bewältigt haben, waren wir gut vier Stunden unterwegs. Für Rollstuhlfahrer ist diese Wanderung allerdings nicht geeignet. Leider konnten wir auch keine geöffneten Toiletten finden..

Für Familien mit Kindern ist diese Wanderung ohne weiteres zu schaffen, gibt es doch überall etwas in der Natur zu entdecken. Jedoch sollten Familien mit Kindern auf den Abstecher nach Serrahn verzichten, weil man dafür an der Straße in den Ort gehen muss.  Unterwegs für aalglatt-Leser war: Hanne Hoppe

 

 

Das Schlossgut Gorow l├Ądt nun wieder ein. Foto: Tanja Mich

Kulinarische Köstlichkeiten im Schloßgut Gorow

17. Mai: Das Schloßgut Gorow, eine halbe Stunde von Warnemünde in Richtung Bad Doberan entfernt und dann weiter in Richtung Autobahn A20,  lädt wieder ein!

Falls Sie mit dem Auto unterwegs sind, geben Sie in Ihr Navi einfach ein: Schloßgut, Zu den Linden 1, 18239 Satow. Aber auch ein guter Fahrradweg ist für sportliche Pedalritter  zu empfehlen.

Pfingsten geht es los. Wie jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr mit einem Pianofrühstück für 28 Euro pro Person. Und Pfingsten natürlich auch am Pfingstmontag.

Das Restaurant hat von dienstags bis sonnabends von 18  bis 23  Uhr geöffnet und das Cafe, in dem es tollen, selbst gebackenen Kuchen gibt, lädt dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr ein.  Montags ist Ruhetag.

Auch Hochzeiten können hier wieder verabredet werden. Genau zum – hoffentlich – Ende der strengsten Corona-Beschränkungen, läuten im Schloßgut Gorow die Hochzeitsglocken für junge und ältere Paare die sich trauen getraut zu werden! Das Schloßgut ist Außenstelle des Standesamtes Satow und verspricht mit seinem wunderbaren Ambiente Romantik pur für das „Ja“- Wort.

Das allein nicht genug. Küche und Keller halten für diesen Tag ganz besondere Gaumenkitzel parat. Und auch die Hochzeitsnacht, nicht nur für das Brautpaar, kann hier gebucht werden. Allerdings ab 7. Juni nur erst für Gäste aus Mecklenburg/Vorpommern. info@schlossgut-gorow.de   Unterwegs für aalglatt-Leser war:  Monika Kadner

 

 

 

 

 

Wismar und seine Schätze

Ein Ausflug in die benachbarte Weltkultur-Stadt

Warum nicht mal Wismar besuchen? Ist nicht weit von der Hansestadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde entfernt und eine wunderschöne Stadt mit mächtigen Backsteinkirchen, liebevoll sanierten jahrhundertealten Häusern aus der Gotik, dem Barock und dem Klassizismus.  Tierpark, Museen und ein malerischer Hafen mit Speichern und diversen Restaurants laden zum Bummeln ein. Fischkutter, deren Besatzungen leckere Fischbrötchen und fangfrischen oder geräucherten Fisch anbieten, sind ebenfalls erlebenswert. Die Hansestadt Wismar trägt zu Recht das Siegel des Weltkulturerbes.

Jetzt im noch sonnigen Corona-Herbst zieht es viele Touristen aus scheinbar vor allem südlichen Bundesländern an die Küste. Zumindest ihre Dialekte legen das nahe. Sie beobachten interessiert vom Außenbereich der Hafenlokale das Kommen und Gehen der anderen Touristen sowie das Verhalten der gefräßigen Möwen, die gern im Sturzflug den ahnungslosen Passanten das Fischbrötchen entreißen wollen. Amüsant, wenn die Möwen Sieger bleiben und man das eigene Brötchen schon sicher im Magen hat. Wenn es kein Fischbrötchen sein soll, kann man wunderbar in der Nähe des Alten Hafens am Lohberg im Brauhaus Durst und Hunger stillen. In dem Fachwerkspeicher ist schon 1452 Bier gebraut worden. Allerdings führt eine mehrstufige Treppe ins Gebäude hinein.

Wismar ist aber auch ein lohnendes Besuchsziel, wenn man mit den Enkeln einen Ausflug planen möchte. Sie tauchen in der Altstadt ein ins Mittelalter, sehen mit Giebel- und Traufenhäuser die Architektur vergangener Jahrhunderte und erfahren auf Schrifttafeln oder Plaketten an den aufwändig sanierten Häusern viel über die Geschichte Wismars und ihrer Bewohner.

Ein Ziel sollte unbedingt der 80 Meter unübersehbar hohe Turm der Marienkirche sein. Das einst mächtige Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erfuhr wie etliche Sakralbauten in der ehemaligen DDR dasselbe Schicksal. Die Marienkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Mauern einer rund 100 Jahre alten kleineren Vorgängerkirche errichtet wurde, fiel 1960 der Sprengung zum Opfer. In Wismar sind wenigstens ihre Konturen wieder sichtbar im Boden entstanden. Teil des Forums an der Kirche ist neben moderner Kunst ein Metallmodell. Es zeigt, wie sich die ehemalige Ratskirche über Jahrhunderte präsentiert hat.

Besonders interessant für Kinder ist aber der 3-D-Film „Bruno Backstein“, der wie die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turm sehr spannend den Bau dieser gotischen Kirche erklärt. Bei einer Führung offenbart sich in 67 Metern Höhe ein wunderbarer Blick über die Altstadt und der Besucher erfährt weiteres Wissenswertes zur Kirche und zur Welterbe-Stadt Wismar.

Vor dem Kirchturm sind Modelle zu sehen, in denen Ziegelsteine geformt worden sind, die für den Bau verwendet wurden. Bruno Backstein erklärt im Film auch, wie die Bauleute es schafften, ohne Kran, dafür mit einem imposanten hölzernen Rad und Seilen die Steine in die Höhe zu transportieren. Der Nachbau dieses Rades vor der Marienkirche verdeutlicht den großen und kleinen Besuchern die meisterlichen Fertigkeiten der mittelalterlichen Baumeister, aber auch das mühevolle Bauen.

Der Film dauert etwa 15 Minuten. Der Eintritt inklusive Turmführung kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Ein Muss ist auch der Besuch der St.-Georgen-Kirche, eine der drei Hauptkirchen und die größte der Hansestadt. Auch sie ist ein Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik. 1594 wurde sie nach mehrfachen Veränderungen fertiggestellt. Baubeginn soll allerdings schon Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Sakralbau stark beschädigt, aber in der DDR glücklicherweise nicht gesprengt. Nach der Wende wurde die St.-Georgen-Kirche ab 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und örtlicher Betriebe wiederaufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche feierlich wiedereröffnet. Kultur findet auch jetzt statt. So gastiert Ben Becker am 30.Oktober mit „Ich, Judas“. Viele weitere Veranstaltungen sind geplant – sofern Corona es zulässt.

Die Aussichtsplattform Von St.-Georgen in 35 Metern Höhe bietet einen eindrucksvollen Rundblick auf Wismar, die Gassen und Straßen der Altstadt, die Ostsee, den Hafen und die MV-Werft. Die Fahrt mit dem Lift kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis.

Neben der Kirche liegt der Fürstenhof, die im 16. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich. Heute beherbergt das schön sanierte Bauwerk das Amtsgericht der Hansestadt.

Bei einem Gang durch die Altstadt gibt es viele weitere lohnende Ziele. Doch wer sich die Ausstellung und die Einrichtung in dem sehr informativen Welt-Erbe-Haus an der Lübschen Straße angesehen hat, sollte noch an der Grube entlangspazieren. Sie ist eines der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands und dann in einem der Cafés am Marktplatz Füße und Kopf entspannen. Auch dort gibt es mehrere historische Bauwerke zu bewundern. Schließlich ist die Stadt nicht umsonst von der UNESCO ausgezeichnet worden. Und weil man an einem Tag nicht alles Sehenswerte in Wismar erleben kann, sollte man sich - solange das Wetter mitspielt – unbedingt noch einmal auf den Weg dorthin machen.

Doch was hat dem zehnjährigen Theo am besten in der ehrwürdigen Hansestadt gefallen? „Der Blick von der Georgenkirche war cool.“ Eigentlich wollte er die Wendeltreppe zur Plattform hochsteigen. Doch die war gesperrt, weil man in Corona-Zeiten dort keinen nötigen Abstand halten kann. „Aber auch der Film in dem anderen Kirchturm war wirklich spannend“, empfiehlt Theo.

Unterwegs für aalglatt-Leser war: Ingrid Feuerstein

Die Marienkirche und St.-Georgen-Kirche öffnen von Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Turm von St. Marien kann nach Anmeldung (Telefon: 03841-2510) bestiegen werden.

├ťber die Rapsfelder hat man einen tollen Blick auf den Leuchtturm Bastorf.

Rund um den Leuchtturm Bastorf

13. Mai: Unser Ausflug führt von Warnemünde nach Bastorf. Mit dem Auto erreicht man den dortigen Leuchtturm in etwa 45 Minuten. Die Fahrt führt in diesen Tagen vorbei an herrlich blühenden Rapsfeldern, die so richtig tolle Fotomotive bieten. Rasch ist der Parkplatz am Leuchtturm erreicht.  Der Turm befindet sich zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik und oberhalb von Kap Bukspitze, weshalb er auch Buk genannt wird.

 Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von rund 78 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Höhe des Leuchtturms beträgt 20,8 m, sodass sich eine Gesamtfeuerhöhe von etwa 95,3 m ergibt. Somit ist der Leuchtturm Buk zwar einer der kleinsten deutschen Leuchttürme, hat aber das höchste Leuchtfeuer, dass an den deutschen Küsten zu finden ist.  Während er für die Seefahrt eine notwendige Navigationshilfe ist, hält er für Besucher nach dem Erklimmen der 55 Stufen einen grandiosen Ausblick bereit. Schaut man in nordöstliche Richtung, kann man das heimische Warnemünde sehen. Bei einem Blick nach Westen entdeckt man  Rerik und die Wismarer Bucht  Bei klarer Sicht soll man sogar die Insel Fehmarn  und dänische Inseln sehen. Leider ist der Turm derzeit aber für Besucher noch geschlossen.

Nicht so tragisch, denn wir umwandern ihn ganz einfach Die Strecke beträgt etwa 4,8 Kilometer, die auch für nicht so professionelle Wanderer machbar ist.  Start und Ziel ist für uns der Parkplatz unterhalb des Leuchtturms. Auf einem schmalen Pfad mit einer tollen Aussicht geht es entlang des Parkplatzes in Richtung Kägsdorf. Weiter führt unsere Tour auf der Straße durch den Ort, der durchaus interessante Häuser aufweist. So beispielsweise ein Gutshaus auf der rechten Seite.  Am Ende des Ortes führt eine schmale  Straße in Richtung Kühlungsborn,  bevor uns dann der erste Weg rechts wieder zum Leuchtturm bringt .

Angekommen, lohnt es sich den Picknick-Korb auszupacken oder unbedingt das Cafe Valentins zu besuchen, das ab 28. Mai freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet ist und wo man endlich wieder den  leckeren Kuchen genießen kann. Nach unserer Stärkung  geht es wieder abwärts bis zum Parkplatz. Und schließlich gut gelaunt zurück nach Warnemünde. Unterwegs für aalglatt-Leser war: Doris Reiber

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