Land und Leute

Wieder Turmleuchten am Neujahrsabend

6. Dezember:  Turmleuchten! Hurra! Nach zwei Jahren Abstinenz ist es am kommenden Neujahrsabend wieder soweit: Unser 125jähriger Leuchtturm wird sich in bunte Laserschleier hüllen, Musik spielt auf, leise und rockig geht‘s zu, farbiger Feuerwerksregen rieselt (wahrscheinlich) statt Schnee auf den Strand und auf den Leuchtturmvorplatz. Und kein Cent muss dazu bezahlt werden!

Das treffende Motto:“ FÜR EUCH“!

Das alles ist möglich geworden durch einen engen Schulterschluß  zwischen dem Leuchtturmförderverein, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Ostsee, der Tourismuszentrale, den oft langjährigen Sponsoren und Partnern, denen es ein Herzenswunsch ist und die an den Wert des Events glauben, im Jubiläumsjahr des Leuchtturms diese einzigartige, ja spektakuläre Inszenierung den Gästen und Einheimischen in Warnemünde wieder zu bieten. Wie könnte es auch im 23. Jahr dieser größten Neujahrsveranstaltung von Europa anders sein, Motor, Ideengeber und Macher ist die Hanseatische Eventagentur mit ihren unermüdlichen Geschäftsführern Martina Hildebrandt und Torsten Sitte. Monika Kadner     

 

Sie organisieren das nunmehr 23. Turmleuchten: Mathias Stagat, Matthias Fromm, Torsten Sitte und Martina Hildebrandt. Foto: mkad

Nachgefragt:

Große Zelte sind "Fliegende Bauten"

3. Dezember: Große Zelte haben ihren Platz gefunden am Alten Strom vor der Gaststätte „Stromgold“. Anlieger wundern sich, zeigen Unverständnis, tragen ihre Kritik an uns heran.  Wir gehen der Sache nach und wenden uns an die Pressestelle der Stadt Rostock. Stadtsprecher Ulrich Kunze fragt nach im Bauamt und erfährt:

Durch den Betreiber RAPNR Gold GmbH wurden ein Zelt mit 6 m x 12 m Grundfläche und drei Pagoden mit einer Grundfläche von jeweils 2,50 m x 2,50 m aufgestellt. Hierbei handelt es sich insgesamt um so genannte "Fliegende Bauten", die gegenüber der Bauaufsichtsbehörde aber nicht anzeigepflichtig sind, da es erdgeschossige Zelte bzw. betretbare Verkaufsstände unter 75 m² sind (§ 76 Abs. 2 Ziff. 4 LBauO M-V).  Die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften obliegt dem Aufsteller.

Auch die Tourismuszentrale äußert sich auf die aalglatt-Anfrage:Die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde als Flächennutzungsgeberin hat der RAPNR Gold GmbH eine Sondernutzung für die Fläche zum Aufstellen von Tischen/ Stühlen und Bänken erteilt. Dabei wurden zahlreiche Hinweise gegeben und Auflagen erteilt. So ist der Fußgängerverkehr grundsätzlich zu gewährleisten und darf nicht gefährdet werden. Das Gehband ist vollständig freizuhalten. Die Zufahrten und Zugänge für die Feuerwehr sind freizuhalten. Durchfahrten müssen eine lichte Breite von mindestens 3,00 m und eine lichte Höhe von mindestens 3,50 m aufweisen. Zu- und Durchgänge müssen mindestens 1,25 m breit sein. Hydranten sind freizuhalten. Es darf keine Verankerung oder sonstige Befestigung von Bänken und Tischen auf / mit der öffentlichen Verkehrsfläche erfolgen. Grünflächen dürfen nicht befahren oder beparkt werden. Besondere Denkmalschutzhinweise wurden im Rahmen der Sondernutzungserlaubnis nicht gegeben.

 

Über das November- und Herbstwetter hat die aalglatt-Redaktion mit dem Dipl.-Ing. für Meteorologie Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst gesprochen:

November 2022 – sehr trocken

2. Dezember: Bis Mitte November hatten wir das Gefühl: Spätsommer. Ist das nachvollziehbar?

Das diesjährige Novembermittel der Lufttemperatur lag mit 7,2 Grad Celsius um 1,9 Grad über dem Wert der langjährigen Periode von 1961 bis 1990 und damit im oberen Bereich der letzten Jahrzehnte. Der wärmste Tag war am Anfang des Monats zu erwarten und so wurde schon am 1. November der Höchstwert von 17,6 Grad gemessen.

Aber dann ging‘s bergab. Nach unten zeigte das Thermometer jeweils am 21. und 22. November den Tiefstwert von minus 1,7 Grad an. Am Erdboden sank die Temperatur am 19. November sogar auf beachtliche minus 7,8 Grad.

Gab es reichlich Niederschlag?

Der letzte Herbstmonat musste mit rund einem Viertel der sonst üblichen Niederschlagsmenge von 51 l/m² auskommen. Konkret fielen mit 14,1 l/m² nur 27,6 Prozent des Klimawertes.

Und Sonnenschein?

Die Sonne schien mit 48,0 Stunden leicht unterdurchschnittlich im Vergleich zum Mittelwert von 52,8 Sonnenstunden.

Wie beurteilt man in der Wetterstation Warnemünde den Herbst 2022?

Als überdurchschnittlich mild. Der Herbst 2022 war in Warnemünde der viertwärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahre 1946. Die Durchschnittstemperatur lag mit 11,7 Grad um 2,0 Grad über dem Wert der Referenzperiode; alle drei Herbstmonate zeigten sich zu warm.

Die Niederschlagssumme von 138,2 l/m² lag nur leicht unter dem Durchschnittswert von 147,8 l/m² (93,5 Prozent), aber nur, weil im September fast die doppelte Niederschlagsmenge zu verzeichnen war. Der Oktober und November zeigten sich dagegen viel zu trocken.

2022 präsentierte sich die Herbstsonne 368 Stunden und überragte ihr Soll von 315 Stunden um 17 Prozent.

 

Einfach toll und stimmungsvoll: 

Marinemusikkorps-Adventskonzert: mal leise, mal laut, mal besinnlich

2. Dezember: Zum fünften Mal gab das  Marinemusikkorps Kiel auf Einladung des Marinekommandos Rostock und der Tourismuszentrale in der Warnemünder Kirche ein Benefizkonzert. Gestern Abend waren fast sämtliche Plätze besetzt, ja fast alle Warnemünder Musikfreunde waren gekommen, um  sich mit weihnachtlichen Klängen auf die Adventszeit einzustimmen.  Ein Novum: Mit Kapitänleutnant Inga Hilsberg leitet seit Februar 2022 erstmals eine Frau das Marinemusikkorps. Bis dato hat sie sich als Musicalspezialistin, als Kapellmeisterin  und Dirigentin im In- und Ausland einen Namen gemacht. Sie gestaltete in Warnemünde mit ihrem Orchester ein internationales Weihnachtsprogramm mit lauten, leisen und besinnlichen Klängen. Ja, auch Mitsingen war erwünscht.  Das breitgefächerte Programm hielt für jedermann einen musikalischen Leckerbissen parat. Ob bei der A Christmas Overture von Nigel Hess, den drei Chorälen aus dem Bachschen Weihnachtsoratorium, bei Johnny Marks Rudolph, the Red-nosed Reindeer, beim Blumenwalzer aus der Nussknacker Suite oder bei Irving Berlins White Christmas, die Zuhörer spendeten begeistert Beifall. Zum Abschluss ließen Kapitänleutnant Andreas Siry das Flügelhorn und Oberbootsmann Till Borchert die Basstrompete erklingen.Zwischen den musikalischen Klängen bewiess Inga Hilsberg auch, dass sie eine sehr gute Rezitatorin ist, die humorvoll Geschichten, wenn auch fast unglaubliche, vortragen kann.  Zum Abschluss gab es sehr viel Beifall und die Bitte um eine Zugabe. Verbunden mit dem Wunsch, dass das Musikkorps auch im Dezember 2023 wieder nach Warnemünde kommt. "Es war einfach wunderbar", schwärmte die Neu-Warnemünderin Elfriede Pochmann auf dem Nachhauseweg. 

Über den Erlös aus den Eintrittskarten für dieses Benefizkonzert dürfen sich die Rostocker bzw. Warnemünder Vereine Jugendschiff Likedeeler, Traditionsschiff FLB 40-3 sowie die Kinder- und Jugendchöre der Warnemünder Kantorei freuen. Sabine Schubert

 

Unter der Leitung von Inga Hilsberg gab es in der Warnem├╝nder Kirche ein tolles Adventskonzert des Marinemusikkorps Kiel. Foto: susa

Kultur trifft Genuss am 25. März

2. Dezember: Der beliebte Rostocker Kultur- und Schlemmergipfel ist zurück: Die 15. Ausgabe von „Kultur trifft Genuss" findet am 25. März statt und wird größer und vielfältiger als je zuvor. „Wir starten mit doppelter Power durch und freuen uns sehr, dass das Event sowohl mit Künstlern der Hochschule für Musik und Theater (hmt) als auch des Volkstheaters Rostock endlich wieder stattfindet", sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. Es ist das erste Mal, dass beide großen Rostocker Kulturhäuser sich beteiligen.

Doch damit nicht genug: Die 15. Auflage von „Kultur trifft Genuss" kann man gleichzeitig in der Rostocker Innenstadt und in Warnemünde erleben, eine Premiere. Insgesamt beteiligen sich 14 Gastronomen. Während viele „alte Hasen" beim Genussgipfel dabei sind – so etwa das NEPTUN Hotel, das Teepott Restaurant, Paulo Scutarro im Kurhaus und das Ringelnatz in Warnemünde – nehmen einige Häuser das erste Mal bei „Kultur trifft Genuss" teil. Das sind der Blaue Esel, das Café Central und Burwitz Legendär in der Stadtmitte, sowie die Kleine Komödie des Volkstheaters und das Restaurant Carls in Warenmünde. Außerdem dabei: Jacques Weindepot, CarLo 615, das Hotel Ostseeland und der Lokschuppen im Stadthafen. Insgesamt können somit über 1000 Tickets – so viele wie noch nie – vergeben werden.

Während sich die Gäste in einer Wahllocation mit vielfältigen kulinarischen Menüs verwöhnen lassen, ziehen Künstler von einem Standort zum nächsten. Das sorgt für Abwechslung auf höchstem Niveau. „In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater werden wir ein attraktives und hochkarätiges Programm auf die Beine stellen, dass den Gästen des Events die Vielfalt und Attraktivität der Rostocker Kulturlandschaft präsentieren wird", sagt Volkstheater-Intendant Ralph Reichel.

Der Ticketverkauf startet am Montag, 5. Dezember, in den Tourist-Informationen von Rostock und Warnemünde, im Pressezentrum Rostock (Richard-Wagner-Straße 1a) oder online unter www.kultur-trifft-genuss.de und www.mvticket.de. Der Eintrittspreis beträgt 20 Euro pro Person (zzgl. VVG) und beinhaltet einen Welcome-Drink. Das kulinarische Angebot ist nicht im Eintrittspreis enthalten.

Sollten Gäste noch Karten der abgesagten Kultur-trifft-Genuss-Termine aus den Jahren 2020 oder 2021 haben, können Sie diese gerne an der Vorverkaufskasse, an der die Tickets erworben wurden, kostenlos umbuchen. Online gebuchte Karten können via E-Mail über info@mvticket.de zur Umbuchung beantragt werden. Ein Einlass mit Karten von 2020 kann nicht gewährt werden.

Angler: das Plumsklo ist Notbehelf für harte Männer

30. November: Warnemündes Anglerchef Jens Uhlig hat während der Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen seinen Bericht vorgetragen. aalglatt zitiert aus dem Vortrag des Vorsitzenden des Warnemünder Anglervereins: Auch während der Corona-Zeit war der Vorstand aktiv. So wurde der Internetauftritt verbessert (www.wavev.org), für laufende und schnelle Information der Mitglieder wurde eine WhatsApp Gruppe eingerichtet, Beiträge und Gebühren können im Einzugsverfahren beglichen werden. Im Jahre 2022 wurde endlich wieder ein Anglerball durchgeführt.

Das Hauptproblem, mit dem sich die Angler seit Jahren herumschlagen, ist nach wie vor nicht gelöst. Es geht um das kaum nutzbare, von der Stadt zur Verfügung gestellte Gelände auf der ehemaligen Mülldeponie im Weidenweg. Die Angler hatten zuvor ihr Domizil im Wiesenweg, für das es keine Verlängerung des Mietvertrages gab. Vielmehr wurde den Anglern 2013 ein Mietvertrag für den Weidenweg angeboten. Die Angler sind umgezogen und harren bislang auf die Erschließung des Areals, für das es einen Bebauungsplan gibt. Es hapert an Ver- und Entsorgungsleitungen.

Trotz der schlechten Voraussetzungen will der Warnemünder Anglerverein nicht aufgeben, sondern das ihm von der Stadt zugewiesene Grundstück auf der Deponie im Wiesenweg und damit im scheinbaren Niemandsland versuchen so gut wie möglich zu nutzen.

Die Angler haben Strom geringer Leistung vom Garagenverein erhalten, verfügen aber über keine Trinkwasser- und keine Abwasserleitung. Das Plumsklo ist ein Notbehelf für harte Männer. Dennoch wollen sie investieren. Es gibt einen Vorschlag, im Bereich der Personeneingangstür zum Gelände neu zu beschaffende Container aufzustellen. Angedacht sind ein Doppelcontainer als Versammlungs-, Schulungs- bzw. Veranstaltungs-raum (2x20 Fuß), ein Container (10 Fuß) als Aufenthaltsraum sowie ein ca. 10 Fuß Sanitärcontainer mit Fäkaltank. Der Sanitärcontainer wird mit Brauchwasser aus einem Tank versorgt. Trinkwasser muss vorerst aus Flaschen benutzt werden.  Der Mietvertrag lässt die Aufstellung zu. „Ich habe gerade mit der auch für Warnemünde zuständigen Mitarbeiterin des Stadtplanungsamtes gesprochen. Nun bin ich etwas optimistischer“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Jörg Hoppe, der mit diesem Gespräch einem Wunsch der Vereinsmitglieder nachgekommen ist, die ihren Vorstand auf der Mitgliederversammlung beauftragt haben, weiterhin Kontakt zur Rostocker Stadtverwaltung zu suchen.

 

 

Festtage mit Markt, Märchen sowie Bescherung am Alten Strom

30. November: Die Adventszeit wird auch in Warnemünde ausgiebig zelebriert. Einheimische und Gäste dürfen sich auf ein vielfältiges Kulturprogramm freuen. Hier eine kurze Zusammenfassung:  mit Weihnachtsmarkt, Adventskonzerten und Eisbaden – bis zum Neujahresstart.

Bereits zum zwölften Mal präsentiert der Handels- und Gewerbeverein mit Unterstützung der Tourismuszentrale den Weihnachts- und Neujahrsmarkt auf dem Kirchenplatz. Jeden Adventssonntag kommt der Weihnachtsmann zu Besuch, außerdem gibt es regelmäßig Live-Musik von lokalen Größen wie Ola van Sander, Olaf Hobrland oder Künstlern der Rock- und Popschule. Wem die Temperaturen auf dem Markt zu kalt werden, der kann sich in der evangelisch-lutherischen Kirche im Rahmen diverser Konzerte unterhalten lassen. Am 1. Dezember findet dort das Adventskonzert mit dem Marinemusikkorps Kiel, am 4. Dezember das Adventssingen mit Chören der Kirche und am 10. 12. ein festliches Adventskonzert statt. Am 19.12. kann man außerdem das „Weihnachtsoratorium" von Johann Sebastian Bach erleben.

Ab 1. Dezember werden außerdem jeden Donnerstag Märchenlesungen veranstaltet. Inga Faust startet im Cafe Ringelnatz um 16 Uhr. Fortan wechseln Location und Sprecher wöchentlich. Faust ist am 15. Dezember wieder im Ringelnatz zu erleben. Am 8. Dezember und am 22. Dezember präsentiert Ralf-Peter Schriever Märchen im Strandresort Markgrafenheide.

Auch die Kleine Komödie bietet einiges in ihrem Dezemberprogramm. Ob die Tragikkomödie „Offene Zweierbeziehung oder die Operette „Meine Schwester und ich": Für jeden Geschmack wird hier etwas geboten. Alle Termine in unserer Rubrik was, wann, wo.

Am 24. Dezember wird dann der Weihnachtsmann am Alten Strom erwartet. Um 11 Uhr fährt er mit dem Schiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ein und wird nahe der Warnemünder Vogtei an Land gehen. Begleitet wird das Event vom Warnemünder Shantychor „De Klaashahns". Natürlich hat er einen Sack voller Geschenke dabei, die er an die kleinen und großen Gäste verteilen wird. Die Zeremonie geht bis etwa 13 Uhr.

Wer sich von der kalten Ostsee nicht abschrecken lässt, kann die Eisbadenden der Rostocker Seehunde (e.V.) besuchen. Am 24. und 31.12. ab 10 Uhr und am 1.1. um 14 Uhr lädt der Verein zum gemeinschaftlichen Bad am Strandaufgang 11 ein.

Wer abschließend stilvoll in das neue Jahr starten will, kann den Silvesterball im Kurhaus Warnemünde besuchen. Im Bankettsaal werden ein reichhaltiges Buffet und verschiedene Foodstationen präsentiert. An runden Galatischen lässt sich bei schönem Ambiente eine gute Zeit verleben. Die Liveband „Band4Fun" wird das Publikum zum Tanzen animieren.

Das große Festtagsfinale wird dann schließlich am 1. Januar am Leuchtturm geboten. Das Warnemünder Turmleuchten wird das 125. Jubiläum des markanten Leuchtfeuers mit einer spektakulären Show aus Licht, Feuerwerk, Lasern und Musik einläuten. Nach den Corona-bedingten Einschränkungen der Veranstaltung 2022, wird die kommende Ausgabe wieder kostenfrei und ohne Einschränkungen stattfinden. Beginn ist 15 Uhr. Die große Finalshow startet um 18 Uhr.

 

 

Der Weihnachtsmann h├Ąlt Sprechstunden auf dem Kirchenplatz. Am 24. Dezember kommt er mit dem Seenotrettungskreuzer durch den Alten Strom bis zur Vogtei. Foto: Joachim Kloock

Bautagebuch zur Landessportschule

Wetterkapriolen stören mächtig

22. November „Jetzt hat uns das Wetter doch eingeholt. Es wird grenzwertig", konstatiert ganz nüchtern und sachlich Bauleiter Jens Düsing vom Warnemünder Bau. „Die Kneifer in den Händen stören uns nicht, auch nicht der Regen. Dafür gibt es Schutzkleidung. Mit scharfem Blick und ordentlicher Arbeitsbeleuchtung tricksen wir auch die frühe Dunkelheit morgens und nachmittags aus. Aber wenn sich Sturm ankündigt und er um die Ecken und Winkel des Rohbaus pfeift, dann geht nichts mehr.“

Wir erfahren, die Ursachen, warum die Baustelle durch Sturm vier Tage Verzug hat: „Schon wenn der Wetterbericht Sturm voraussagt, müssen wir im Mischwerk, das im Landesinneren steht, Bescheid sagen, damit die Betonmischer hier nicht anrollen. Fehlfahrten sind teuer und bei der nächsten Order müssten wir uns hinten an stellen, weil wir alles durcheinander gebracht haben für andere Baustellen, die ebenfalls nach festem Plan beliefert werden.“ Logisch sogar für uns, denn wenn  die lange Betonschlange des Mischers wie ein Lämmerschwanz im Ostseewind tanzt, ist genaues Verfüllen von Wänden und  Deckenteilen nicht mehr möglich. 

Wir hören und sehen, wie die Bauarbeiter per starkem Wasserstrahl die Deckenschalung sauber pusten, damit eine ordentliche Schalhaut als drittes Obergeschoß gegossen werden kann. Das vordere Gebäude der Landessportschule bekommt dann noch zwei weitere Etagen aufgesetzt. Wow, ganz schön hoch….

Die Bootshalle hat ihre Endhöhe erreicht. Jetzt geht es noch um das Gießen der Außenwände, wobei die Wandhöhe hier sechs Meter beträgt.

Dem jahreszeitlich bedingtem Wetter trotzen vor allem an den Wochenenden die jüngsten Segler mit ihren Optimisten. Sie takeln ihre kleinen Boote auf den Steganlagen des Yachthafens unter freiem Himmel auf. Einstimmiger Chor der Mädchen und Jungen: Wenn doch schnell die Bootshalle fertig werden würde!

Ja, und Jens Düsing kennt mit seinen Männern die Sehnsüchte nicht nur der kleinen Sportler und versucht nach wie vor, so plantreu wie nur möglich zu sein. Monika Kadner  

Premiere in der Kleinen Komödie: 

Heimspiel für Warnemünder Sopranistin 

8. November: Dolly oder Irma? Oder Beides? Gar ist sie eine Dritte? Genevieve. Auf jeden Fall ist sie Julia. Julia Ebert aus Warnemünde. Julia, die mit Ostseewasser getauft wurde, hier aufwuchs, viele Jahre bei Frau Werbs im  Kirchenchor mitsang und deren Hauptwohnsitz immer wieder Warnemünde ist. Egal, wo sie gesungen hat, in Dresden, Leipzig, Zwickau, auf Konzerttourneen - die Ostsee, Warnemünde -  Ort ihrer unbeschwerten Kindheit -  zog sie immer wieder an.

Nun ist sie Dolly, oder doch Irma, oder Genevieve (?)  in der unterhaltsamen, so unbeschwerten Operette „Meine Schwester und ich“ in der Bearbeitung von Ralph Benatzky.

„Als ich im Sommer das Libretto las, war ich sofort Feuer und Flamme. Das Volkstheater hatte es mir zugeschickt. Mein Zuhause. Hier fing ja sofort nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Theater alles an für mich. Da sollte ich nicht zugreifen?“ Die Künstlerin schwärmt regelrecht von der Kleinen Komödie, von der unverkrampften Probenatmosphäre, von der Umsicht, Ruhe  und Fürsorge der Ankleiderinnen, die immer im Hintergrund agieren, so wie Kornelia Riemenschneider zur Premiere, vom Miteinander des kleinen Ensembles.

Und das Schwärmen will gar nicht aufhören  als sie von ihren Eltern erzählt, die in Rostocker Handwerkerkreisen bekannt waren unter „Elektro Ebert“, aber am Feierabend selbst musizierten, zu Konzert- und Theaterbesuchen stets die lütsche Tochter mitnahmen, die heute als Erwachsene sagt: “ Auch wenn vieles an meinen  Ohren vorbeirauschte, es war einfach die Atmosphäre, in die meine Eltern mich eintauchen ließen und mich später im Warnemünder Kirchenchor und dem Rostocker Konservatorium prägten.“

Wenn wir alten Warnemünder manchmal stöhnen, dass unser Ostseebad vergreist, sieht es die junge Sopranistin in unserem lockeren Gespräch so ganz anders: “Ich liebe Warnemünde auch deshalb, weil jung und alt so ein gutes Miteinander in der Nachbarschaft pflegen, ich unsern Sohn Finn im „Knirpsenland“ bestens aufgehoben fühle. Wir den Strand genießen. Das Meer.“

Zur Premiere am kommenden Sonnabend wird ihr Ehemann James Kee nicht mit im Publikum sitzen und Daumen drücken. Er ist als Heldentenor in Italien verpflichtet. Aber zu einer der nächsten Vorstellungen in diesem Jahr  (20. 11./ 2.12./1 8.12./ 26.12.)  wird er da sein – nicht mitsingen – aber wie wir „Toi, toi, toi!“ sagen!  Monika Kadner

 

 

 

Julia Ebert aus Warnem├╝nde ist die Sopranistin in der Operette

Werft-Feuerwehr zieht Mitte 2023 um

6. November: Als die Stadt Rostock im Jahr 2016 das Gelände am Werftbecken in Warnemünde kaufte, wurde zwischen ihr und dem Unternehmen MV Werften auch der weitere Umgang mit der Betriebsfeuerwehr der Werft, die bis dato dort ihr Domizil hat, vertraglich vereinbart.

Bereits  2018 haben MV Werften damit begonnen, ein Gebäude auf ihren Flächen als multifunktionales Pförtnerhaus zu modernisieren, in dem auch die Betriebsfeuerwehr etabliert werden sollte. Dieser Prozess wurde bei einem Fertigstellungsstand von etwa 85 Prozent angesichts des Insolvenzverfahrens gestoppt.

Nunmehr ist die BIMA/ Marine Arsenal für die Betriebsfeuerwehr zuständig. Vorgesehen ist, dass diese bis etwa Mitte 2023 von den Flächen der Stadt in die Kernwerft umzieht.

„Damit wäre eine weitere Voraussetzung zur Entwicklung des ehemaligen Werftbeckens Warnemünde zu einem maritimen Gewerbegebiet, so wie es die Stadt plant, geschaffen“, sagte Pressesprecher Ulrich Kunze. Denn die Rostocker Bürgerschaft hat bereits 2017 entschieden, „die Flächen um das Werftbecken Warnemünde als Mehrzweckhafen (Mischnutzung für Gewerbe und Kreuzfahrttourismus) zu entwickeln und die Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Umgestaltung und Wiederbelebung des Gewerbe- und Hafenareals an diesem herausragenden Standort durchzuführen“.

Angesichts der aktuellen Lage einschließlich der voraussichtlichen Projektkosten sah sich die Stadt veranlasst, das ursprüngliche, sehr umfassende Konzept zu hinterfragen. In der Folge wurde aus der ursprünglichen Vorzugsvariante ein wirtschaftlich optimiertes Planungskonzept entwickelt, das zunächst nur die zwingend notwendige Altlastensanierung und den Ersatzneubau des Liegeplatzes P11 umfasst. Im Ergebnis würde damit, so das Hafen- und Seefahrtsamt, ein wichtiger erster Schritt zur Bereitstellung von multifunktionalen Liegeplätzen für hafenaffine Dienstleistungs- und Serviceunternehmen getätigt werden, die sich in das maritime Umfeld einpassen und darüber hinaus für die Daseinsvorsorge des Gesamthafengebietes der Stadt notwendig sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der maritim-touristischen Nutzung des Liegeplatzes P11 sowie der Schaffung industrienaher attraktiver maritimer Gewerbeflächen.

An einer entsprechenden Genehmigungsplanung zur Umgestaltung des Werftbeckens Warnemünde – Altlastensanierung und Mehrzweckliegeplatz P11 – wird seit vielen Monaten gearbeitet. Die aktuelle Beschlussvorlage bezieht sich auf den Erwerb von Ökopunkten aus dem Öko-konto VR-007, mit Hilfe derer der zukünftige Wegfall von landseitigen als auch wasserseitigen Biotopen (gemäß Eingriff-Ausgleichsbilanzierung) kompensiert werden soll. 

„Die Genehmigungsplanung befindet sich momentan in Bearbeitung, sodass noch keine endgültigen und abgestimmten Pläne vorliegen.  Sofern die Planungen im Rahmen eines Planungsgenehmigungsverfahrens genehmigt werden und die Finanzierung gesichert ist, können frühestens 2023 die Arbeiten vergeben und in folgenden begonnen werden“, informiert das Hafen- und Seemannsamt. Allerdings haben wir diese Aussage so schon im Dezember vergangenen Jahres erhalten. susa

Noch hat die Betriebsfeuerwehr der Werft ihr Domizil auf st├Ądtischem Gel├Ąnde. Das soll sich 2023 ├Ąndern. Foto: susa

Das Hafenhaus - ein tolles Zweckgebäude

26. September: Es wächst - langsam aber sicher: Das Hafenhaus. Michaela Raddatz vom Hafen- und Seemannsamt der Hansestadt  ist schon ein bisschen stolz, als wir vor der Baustelle des Hafenhauses stehen, das nach und nach inmitten des Yachthafens seinen Platz finden wird. Immerhin ist dieses Zweckgebäude, wie es Warnemünde in dieser Form noch nicht hatte, speziell für die 240 Liegeplatznutzer vorgesehen, die ihre Leinen hier als Dauer- oder Gastlieger festmachen.

So werden sie acht Duschen, einen Sanitärkomplex für Menschen mit eingeschränkten Bewegungen, mehrere Waschbecken, fünf Damen WC, vier Herren WC und drei Urinale vorfinden. Auch an Sportler, die lange Schläge unter ihren Kiel nehmen, ist gedacht. Zwei Waschmaschinen und zwei Trockner finden in dem zwölf Meter langen und zehn Meter breiten Zweckgebäude ihren Platz. In der ersten Etage werden Räume für die Hafenbewirtschaftung eingerichtet. Das sind u.a. Büroräume für den Hafenmeister und ein kleiner Werkstattraum für ihn, damit er schnell auch mal mit kleineren Reparaturen aushelfen kann.

Das Dachgeschoß mit seinem umlaufenden Gang wird die Lüftungsanlagen beherbergen. Unsere Ungeduld, dass anscheinend so wenig Bautätigkeiten zu sehen sind, dämpft Michaela Raddatz, die auch diesen Wasserbau koordiniert. „ Es ist ein Spezialbau, der auf einem Betonponton errichtet wird, der 175 Tonnen trägt. Da müssen alle Einbauten genauestens angepasst sein. Eine Wasserstandslinie wie bei den Schiffen, wird später auch zeigen, wenn zu viele Personen oder Gegenstände die Sicherheit des Hafenhauses gefährden sollten.“

 Schon spannend, was sich der Bauverbund Krassow Bau, in der Nähe von Wismar beheimatet, hier als Generalauftragnehmer vorgenommen hat. Dieser hat nach einem langen Ausschreibungsverfahren endlich im April diesen Jahres mit dem Bau beginnen können. Im Moment ist zu sehen, wie die Verkettung der Fassade erfolgt, satiniertes Glas eingesetzt wurde, damit Sichtschutz bei den Sanitäranlagen gegeben ist. Sanitärstränge werden verlegt, Estrich eingebracht. Lärchenplanken werden die Betonteile verschwinden lassen.

Wir hoffen gemeinsam mit den Seglern, dass zur Saison 2023 der inzwischen so schöne Yachthafen dann auch das Hafenhaus erhält, so dass der kleine Warnemünder Yachthafen noch attraktiver wird für die Freizeitsportler. Monika Kadner  

Modern und zweckm├Ą├čig, so soll sich das Hafenhaus nach Fertigstellung pr├Ąsentieren.

Gesucht: Älteste Postkarte mit Leuchtturm-Motiv

Stimmungsvolles Hoffest im Heimatmuseum/ Sonderausstellung eröffnet

7. September: Der Warnemünder Leuchtturm hat dem Fischer Karl-Heinz Ruschau in vergangenen Zeiten oft den Weg nach Hause gewiesen. „Das war vor allem so zwischen 1945 und 1950, als Handnavigation noch üblich war. Da haben wir uns am Leuchtturm orientiert. Heute haben die Fahrensleute moderne Technik wie Radar oder GMS“, sagt der 89-Jährige beim Rundgang durch die neue Sonderausstellung „125 Jahre Leuchtturm Warnemünde“ im Heimatmuseum in der Alexandrinenstraße 31.  Diese wurde am Sonnabend im Rahmen des diesjährigen Hoffestes eröffnet, zu dem der Museumsverein Warnemünde einmal im Jahr seine Mitglieder, Förderer und Freunde einlädt. „Jeder Leuchtturm hat eine andere Kennung, sodass wir Fischer auch bei schwerem Wetter wussten, wo wir sind“, erinnert sich Ruschau, der ebenso wie seine Frau Erna lobende Worte für die neue Sonderausstellung findet. Als richtig cool bezeichnet diese auch der siebenjährige Ansgar. Ihn begeistert vor allem, dass das sehenswerte Modell des Warnemünder Leuchtturms leuchtet. Dass der Zweitklässler sich für Leuchttürme interessiert, ist nicht verwunderlich. Schließlich ist sein Papa Mathias Stagat der zweite Vorsitzende des Leuchtturmvereins Warnemünde. „Eine gelungene Ausstellung, sehr informativ“, sagt Stagat, der auf das gute Miteinander des Museums- und des Leuchtturmvereins verweist. Gemeinsam habe man sich deshalb anlässlich der Sonderschau auch etwas Besonderes überlegt. „Wir werden jeweils einen Preis ausloben für die drei ältesten, gelaufenen Postkarten mit dem Warnemünder Leuchtturm als Foto-Motiv. Der Poststempel ist entscheidend“, verrät Museumsleiter Christoph Wegner. Wer mitmachen möchte, hat bis zum nächsten Jahr Zeit, seine Postkarte in Kopie oder per Email mit der Ansicht von Vorder- und Rückseite an kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de oder Heimatmuseum, 18119 Warnemünde, Alexandrinenstraße 31, einzusenden. So die Wahl getroffen ist, wollen die Auslober der Preise über 300, 150 und 50 Euro natürlich auch das Original sehen. „Wenn der Leuchtturm zu Ostern 2023 in die neue Saison startet, werden wir die Gewinner küren“, versichert Mathias Stagat. Jetzt aber habe der Leuchtturm noch bis Anfang Oktober für Besucher geöffnet. Und am ersten Advent soll auch wieder das bei Jung und Alt gleichermaßen beliebte Adventssingen stattfinden.

Begeistert von der Sonderschau, die bis zum Sommer 2023 zu sehen sein wird, sowie natürlich vom Fest im Hof des Heimatmuseums waren ausnahmslos alle Gäste. Ob der 91jährige Adolf Sahlmann, der extra aus Hamburg angereist war, oder Karin und Sigfried Richter, die ehemaligen Lehrerinnen Edda Düwel und Luise Tessendorf, Ilse Schöler und ihr Mann Hein (Ernst ), ihr Fazit war ein-stimmig: Große Klasse. Und: Endlich hatten alle mal wieder Gelegenheit, sich auszutauschen, gute Gespräche an einem wunderbaren Spätsommertag in netter Runde zu führen. Sabine Schubert

 

 

Ausflugs-Tipps

Schloss Teschow freut sich auf Gäste 

31. März.  Kein Aprilscherz: Am 1. April öffnet der Golfclub Schloss Teschow die Eventlocation und Gutsschänke „von Blücher“ wieder für Gäste.Im April genießt man im rustikal-gemütlichen Ambiente die frischen Kleinigkeiten der Landküche von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr. Ab Mai ist die Gutsschänke dann bis 19.30 Uhr geöffnet. In der Gutsschänke  werden kleine Gerichte mit meist regionalen Zutaten serviert. Nachmittags schmecken die hausgemachten Kuchen, die auch außer Haus verkauft werden.

Wer feiern möchte, kann die Gutschänke für bis zu 90 Personen buchen und exklusiv nutzen – wer mag sogar mit Tanzfläche. Die Inneneinrichtung passt zur ländlichen Umgebung und erinnert an die frühere Nutzung des Gebäudes als Scheune. Auf der Außenterrasse finden 60 Personen Platz. Für die kleinen Gäste gibt es einen Spielplatz mit Rutsche und Schaukel. Die Gutsschänke »von Blücher« liegt mitten im Grünen, unweit des Teterower Sees.

Der Golfclub Schloss Teschow liegt in einer idyllischen Hügel- und Seenlandschaft. Von Warnemünde aus erreicht man ihn über die A19 und braucht für die rund 80 Kilometer etwa eine Stunde. Der Teterower See, jahrhundertealter Baumbestand und das klassizistische Herrenhaus Schloss Teschow bilden die Kulisse für die 27-Loch-Golfanlage, zu der auch die Eventlocation „Gutsschänke von Blücher“ gehört. Im Jahr 2000 angelegt, bietet der Golfclub Mitgliedern und auswärtigen Gästen zwei gepflegte Golfplätze und eine Driving Range: Der 18-Loch-Platz „Am See“ fordert Golfer zu sportlich-taktischem Spiel heraus (Par 72, Stammvorgabe -54). Der 9-Loch-Platz „Am Silberberg“ bietet erfahrenen Golfern mit Wasserhindernissen und Bunkern Herausforderungen ohne HCP-Beschränkung, steht aber auch Einsteigern ohne DGV-Platzreife offen. 

Kontakt Golfclub Schloss Teschow e.V.,Lars Jahn, Managing Pro. Alte Dorfstr. 13, 17166 Teterow / Teschow, Tel. +49 (0) 3996 140-454, golf@schloss-teschow.de | www.gc-schloss-teschow.de

 Geschichte des Ostrocks in Kröpelin

25. März 2022:. Das Ostrockmuseum Kröpelin ist einen Ausflug wert. Es wurde am 3. Juli 2015 eröffnet. Das Museum ist das erste und bislang einzige in Deutschland, das sich ausschließlich mit der Geschichte des Ostrocks als Teil der Unterhaltungsmusik der DDR und der ehemaligen osteuropäischen Länder widmet.

Eine der Grundlagen für das Museum ist der Fundus des Berliner Vereins „Sechzig-Vierzig“, der seit Jahren versuchte, seine Sammlung an einem festen Ort zu präsentieren. Nach mehrjährigen Bemühungen wurde am 26. April 2013 die Sammlung des Vereins schließlich an das Ostrockmuseum übergeben. Das Ausstellungskonzept entstand unter Beteiligung der Studiengänge Innenarchitektur sowie Kommunikationsdesign und Medien der Hochschule Wismar.

Gemeinsam mit Stadtbibliothek und Stadtmuseum wird das Ostrockmuseum durch die Stadt Kröpelin verwaltet. Die Gestaltung und Betreuung der Sammlung obliegt einem dreiköpfigen Kuratorium, bestehend aus Reinhard Dankert, Rüdiger Kropp und Thomas Lehner.  Das Ostrockmuseum ist ein interaktives Erlebnismuseum. Es ermöglicht dem Besucher einen Einblick in Geschichte und Hintergründe des Ostrocks. So erschließt sich seine Geschichte bei einem Rundgang durch das Museum als Mischung aus Information, Medien und Erlebnis. Dazu gehören auch Veranstaltungen und Sendungen wie etwa Franks Beatkiste vom 25. Oktober 2015, die in Zusammenarbeit mit dem Ostrockmuseum entstand.

Wegen der Vielzahl vorhandener Objekte sowie der räumlichen Begrenzung auf eine Etage entschied man sich gegen eine chronologische Darstellung der Ostrock-Geschichte. Stattdessen wird in jedem Raum ein thematischer Bereich dargestellt, in den dazu vorhandene Objekte und Informationen integriert sind. Ein thematischer Bereich des Museums ist beispielsweise ein Plattenladen. Hier werden Mobiliar und Angebot eines typischen Plattenladens in der DDR gezeigt. Neben multimedialer Information gibt es die Möglichkeit, Langspielplatten aufzulegen und zu hören. Diverse Geräte für das Abspielen von Tonbändern und Langspielplatten werden ausgestellt. Das Wandbild zeigt eine typische Szene aus dem Alltag der DDR. Wenn es begehrte Langspielplatten zu kaufen gab, dann bildeten sich schnell vor den Geschäften lange Schlangen. Das Bild zeigt eine solche vor dem Laden in der Kröpeliner Straße von Rostock Mitte der 1980er Jahre.

Das Ostrockmuseum (Telefon: 038292 82384) befindet sich in Kröpelin in der Hauptstraße 5. Über die B105 erreicht man es von Warnemünde aus in ca. 20 bis 25 Minuten mit dem Auto. 

Öffnungszeiten des Museums: Montag von 10 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, Dienstag von 10 bis 12 und 13.30 bis 18 Uhr, mittwochs geschlossen, Donnerstag von 10 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 12 und von 13.30 bis 16 Uhr, Karfreitag und Ostermontag geschlossen. Der Eintritt in das Ostrockmuseum kostet drei Euro und berechtigt gleichzeitig zum Besuch des im gleichen Haus befindlichen Stadtmuseums.

 

 

Auf der Wanderung durchs Nebel-Durchbruchstal kommt man vorbei am Kneipp-Wanderweg, wo man den F├╝├čen ein wohltuendes Bad g├Ânnen sollte.

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Wanderung im Nebel-Durchbruchstal

21. Mai: Mit dem Auto von Warnemünde fährt man - je nachdem, wo man parken möchte - etwa  60 bis 70 km bis zum Nebel-Durchbruchstal. Über die A 19 mit Abfahrt Richtung Krakow am See erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten die Tour zu beginnen:

  1. Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt in Kuchelmiß. Hier kann man sich noch etwas zur Stärkung oder für ein Picknick kaufen.
  2. Parkplatz an der Wassermühle in Kuchelmiß. Die ist aber Corona-bedingt zurzeit geschlossen.
  3. kleiner Waldparkplatz nördlich von Serrahn

Beginnt man beim Parkplatz am Einkaufsmarkt, so führt rechts parallel zur Straße nach Krakow ein kleiner Weg vorbei an drei Wohnhäusern. Dann geht es weiter über eine kleine Brücke, die uns über das Moor in Richtung Wassermühle Kuchelmiß bringt. Man kommt vorbei an den Resten der mittelalterlichen Anlage der Turmhügelburg. Die Wassermühle darf man leider derzeit nur von außen besichtigen und auch die Toiletten sind geschlossen. Man kann aber weiterhin auf dem Gelände die Fischtreppen besichtigen und einen Eindruck von der Strömung der Nebel erleben. Einen kleinen Picknickplatz gibt es dort auch, so dass man sich in der Natur stärken kann. Auf einer Infotafel wird erklärt, wie das Nebel-Durchbruchstal entstanden ist.

An den Resten eines alten Schlosses - es sind nur noch einige alte Skulpturen zu sehen - und den Fischteichen vorbei gelangt man zu einem Hofcafé. Folgt man einem gepflegten Waldweg, dann erreicht man eine Brücke, die nach Serrahn führt. Hier kommt man auch am Waldparkplatz vorbei.

Der Ort Serrahn hat eine kleine Kirche und eine alte Schmiede als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Danach sind wir wieder über den Waldparkplatz in Richtung der Nebel gewandert. Aber dieses Mal nicht über die Brücke nach Kuchelmiß, sondern wir haben den Waldweg parallel zum Flüsschen in östlicher Richtung gewählt. Der Weg ist leicht hügelig, aber dennoch gut zu laufen. Ein paar Bänke laden zudem am Weg zum Verweilen ein. Hier hat die Nebel allerdings einen wilderen Charakter. Ihre Strömung kann man von der Brücke aus wunderbar erleben.

Geht man dann weiter geradeaus, gelangt man zum Kneipp-Wanderweg. Er ist aus einem kleinen Nebenarm der Nebel entstanden. Ihn sollte man unbedingt ausprobieren. Der sandige Untergrund tut den Füßen gut und das Wasser ist sehr klar. Aber das Kneippen stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Picknickplatz lädt hier erneut zum Verweilen ein. Der Weg durch den Wald führt dann an den Teichen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Wald war durch die vielen Anemonen besonders schön in diesem Jahr. Ein herrliches Stück heimischer Natur. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die rund 16 km, die wir in aller Ruhe mit einem Picknick bewältigt haben, waren wir gut vier Stunden unterwegs. Für Rollstuhlfahrer ist diese Wanderung allerdings nicht geeignet. Leider konnten wir auch keine geöffneten Toiletten finden..

Für Familien mit Kindern ist diese Wanderung ohne weiteres zu schaffen, gibt es doch überall etwas in der Natur zu entdecken. Jedoch sollten Familien mit Kindern auf den Abstecher nach Serrahn verzichten, weil man dafür an der Straße in den Ort gehen muss.  Unterwegs für aalglatt-Leser war: Hanne Hoppe

 

 

Wismar und seine Schätze

Ein Ausflug in die benachbarte Weltkultur-Stadt

Warum nicht mal Wismar besuchen? Ist nicht weit von der Hansestadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde entfernt und eine wunderschöne Stadt mit mächtigen Backsteinkirchen, liebevoll sanierten jahrhundertealten Häusern aus der Gotik, dem Barock und dem Klassizismus.  Tierpark, Museen und ein malerischer Hafen mit Speichern und diversen Restaurants laden zum Bummeln ein. Fischkutter, deren Besatzungen leckere Fischbrötchen und fangfrischen oder geräucherten Fisch anbieten, sind ebenfalls erlebenswert. Die Hansestadt Wismar trägt zu Recht das Siegel des Weltkulturerbes.

Jetzt im noch sonnigen Corona-Herbst zieht es viele Touristen aus scheinbar vor allem südlichen Bundesländern an die Küste. Zumindest ihre Dialekte legen das nahe. Sie beobachten interessiert vom Außenbereich der Hafenlokale das Kommen und Gehen der anderen Touristen sowie das Verhalten der gefräßigen Möwen, die gern im Sturzflug den ahnungslosen Passanten das Fischbrötchen entreißen wollen. Amüsant, wenn die Möwen Sieger bleiben und man das eigene Brötchen schon sicher im Magen hat. Wenn es kein Fischbrötchen sein soll, kann man wunderbar in der Nähe des Alten Hafens am Lohberg im Brauhaus Durst und Hunger stillen. In dem Fachwerkspeicher ist schon 1452 Bier gebraut worden. Allerdings führt eine mehrstufige Treppe ins Gebäude hinein.

Wismar ist aber auch ein lohnendes Besuchsziel, wenn man mit den Enkeln einen Ausflug planen möchte. Sie tauchen in der Altstadt ein ins Mittelalter, sehen mit Giebel- und Traufenhäuser die Architektur vergangener Jahrhunderte und erfahren auf Schrifttafeln oder Plaketten an den aufwändig sanierten Häusern viel über die Geschichte Wismars und ihrer Bewohner.

Ein Ziel sollte unbedingt der 80 Meter unübersehbar hohe Turm der Marienkirche sein. Das einst mächtige Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erfuhr wie etliche Sakralbauten in der ehemaligen DDR dasselbe Schicksal. Die Marienkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Mauern einer rund 100 Jahre alten kleineren Vorgängerkirche errichtet wurde, fiel 1960 der Sprengung zum Opfer. In Wismar sind wenigstens ihre Konturen wieder sichtbar im Boden entstanden. Teil des Forums an der Kirche ist neben moderner Kunst ein Metallmodell. Es zeigt, wie sich die ehemalige Ratskirche über Jahrhunderte präsentiert hat.

Besonders interessant für Kinder ist aber der 3-D-Film „Bruno Backstein“, der wie die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turm sehr spannend den Bau dieser gotischen Kirche erklärt. Bei einer Führung offenbart sich in 67 Metern Höhe ein wunderbarer Blick über die Altstadt und der Besucher erfährt weiteres Wissenswertes zur Kirche und zur Welterbe-Stadt Wismar.

Vor dem Kirchturm sind Modelle zu sehen, in denen Ziegelsteine geformt worden sind, die für den Bau verwendet wurden. Bruno Backstein erklärt im Film auch, wie die Bauleute es schafften, ohne Kran, dafür mit einem imposanten hölzernen Rad und Seilen die Steine in die Höhe zu transportieren. Der Nachbau dieses Rades vor der Marienkirche verdeutlicht den großen und kleinen Besuchern die meisterlichen Fertigkeiten der mittelalterlichen Baumeister, aber auch das mühevolle Bauen.

Der Film dauert etwa 15 Minuten. Der Eintritt inklusive Turmführung kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Ein Muss ist auch der Besuch der St.-Georgen-Kirche, eine der drei Hauptkirchen und die größte der Hansestadt. Auch sie ist ein Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik. 1594 wurde sie nach mehrfachen Veränderungen fertiggestellt. Baubeginn soll allerdings schon Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Sakralbau stark beschädigt, aber in der DDR glücklicherweise nicht gesprengt. Nach der Wende wurde die St.-Georgen-Kirche ab 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und örtlicher Betriebe wiederaufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche feierlich wiedereröffnet. Kultur findet auch jetzt statt. So gastiert Ben Becker am 30.Oktober mit „Ich, Judas“. Viele weitere Veranstaltungen sind geplant – sofern Corona es zulässt.

Die Aussichtsplattform Von St.-Georgen in 35 Metern Höhe bietet einen eindrucksvollen Rundblick auf Wismar, die Gassen und Straßen der Altstadt, die Ostsee, den Hafen und die MV-Werft. Die Fahrt mit dem Lift kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis.

Neben der Kirche liegt der Fürstenhof, die im 16. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich. Heute beherbergt das schön sanierte Bauwerk das Amtsgericht der Hansestadt.

Bei einem Gang durch die Altstadt gibt es viele weitere lohnende Ziele. Doch wer sich die Ausstellung und die Einrichtung in dem sehr informativen Welt-Erbe-Haus an der Lübschen Straße angesehen hat, sollte noch an der Grube entlangspazieren. Sie ist eines der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands und dann in einem der Cafés am Marktplatz Füße und Kopf entspannen. Auch dort gibt es mehrere historische Bauwerke zu bewundern. Schließlich ist die Stadt nicht umsonst von der UNESCO ausgezeichnet worden. Und weil man an einem Tag nicht alles Sehenswerte in Wismar erleben kann, sollte man sich - solange das Wetter mitspielt – unbedingt noch einmal auf den Weg dorthin machen.

Doch was hat dem zehnjährigen Theo am besten in der ehrwürdigen Hansestadt gefallen? „Der Blick von der Georgenkirche war cool.“ Eigentlich wollte er die Wendeltreppe zur Plattform hochsteigen. Doch die war gesperrt, weil man in Corona-Zeiten dort keinen nötigen Abstand halten kann. „Aber auch der Film in dem anderen Kirchturm war wirklich spannend“, empfiehlt Theo.

Unterwegs für aalglatt-Leser war: Ingrid Feuerstein

Die Marienkirche und St.-Georgen-Kirche öffnen von Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Turm von St. Marien kann nach Anmeldung (Telefon: 03841-2510) bestiegen werden.

├ťber die Rapsfelder hat man einen tollen Blick auf den Leuchtturm Bastorf.

Rund um den Leuchtturm Bastorf

13. Mai: Unser Ausflug führt von Warnemünde nach Bastorf. Mit dem Auto erreicht man den dortigen Leuchtturm in etwa 45 Minuten. Die Fahrt führt in diesen Tagen vorbei an herrlich blühenden Rapsfeldern, die so richtig tolle Fotomotive bieten. Rasch ist der Parkplatz am Leuchtturm erreicht.  Der Turm befindet sich zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik und oberhalb von Kap Bukspitze, weshalb er auch Buk genannt wird.

 Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von rund 78 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Höhe des Leuchtturms beträgt 20,8 m, sodass sich eine Gesamtfeuerhöhe von etwa 95,3 m ergibt. Somit ist der Leuchtturm Buk zwar einer der kleinsten deutschen Leuchttürme, hat aber das höchste Leuchtfeuer, dass an den deutschen Küsten zu finden ist.  Während er für die Seefahrt eine notwendige Navigationshilfe ist, hält er für Besucher nach dem Erklimmen der 55 Stufen einen grandiosen Ausblick bereit. Schaut man in nordöstliche Richtung, kann man das heimische Warnemünde sehen. Bei einem Blick nach Westen entdeckt man  Rerik und die Wismarer Bucht  Bei klarer Sicht soll man sogar die Insel Fehmarn  und dänische Inseln sehen. Leider ist der Turm derzeit aber für Besucher noch geschlossen.

Nicht so tragisch, denn wir umwandern ihn ganz einfach Die Strecke beträgt etwa 4,8 Kilometer, die auch für nicht so professionelle Wanderer machbar ist.  Start und Ziel ist für uns der Parkplatz unterhalb des Leuchtturms. Auf einem schmalen Pfad mit einer tollen Aussicht geht es entlang des Parkplatzes in Richtung Kägsdorf. Weiter führt unsere Tour auf der Straße durch den Ort, der durchaus interessante Häuser aufweist. So beispielsweise ein Gutshaus auf der rechten Seite.  Am Ende des Ortes führt eine schmale  Straße in Richtung Kühlungsborn,  bevor uns dann der erste Weg rechts wieder zum Leuchtturm bringt .

Angekommen, lohnt es sich den Picknick-Korb auszupacken oder unbedingt das Cafe Valentins zu besuchen, das ab 28. Mai freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet ist und wo man endlich wieder den  leckeren Kuchen genießen kann. Nach unserer Stärkung  geht es wieder abwärts bis zum Parkplatz. Und schließlich gut gelaunt zurück nach Warnemünde. Unterwegs für aalglatt-Leser war: Doris Reiber

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