Land und Leute

Seenotretter 2021 für mehr als 3.500 Menschen im Einsatz

2.023 Einsätze für Seeleute, Fischer, Passagiere und Wassersportler

17. Januar: Auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter im Jahr 2021 insgesamt 2.023 Mal im Einsatz gewesen. Die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben dabei mehr als 3.500 Menschen geholfen. Rund 330 von ihnen wurden aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit. Allein in Mecklenburg-Vorpommern waren die Seenotretter zu 531  Einsatzfahrten für 1.186  Menschen unterwegs. Sie retteten 10  Menschen aus Seenot und befreiten weitere 93  aus Gefahrensituationen. Seit Gründung der DGzRS vor fast 157 Jahren haben ihre Besatzungen insgesamt annähernd 86.000 Menschen gerettet.

Die Modernisierung der Rettungsflotte auf den Stationen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern schreitet weiter voran. 2021 haben sechs neue Einheiten vorrangig ältere Seenotrettungskreuzer und -boote abgelöst. In Auftrag gegeben haben die Seenotretter in diesem Jahr zwei Neubauten.

Der von der DGzRS vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufene Tag der Seenotretter am letzten Juli-Sonntag, den Jahr für Jahr bis zu 30.000 Menschen an der Küste besuchen, war auch 2021 Pandemie-bedingt nicht in gewohnter Form möglich. Allerdings waren die Seenotretter mit ihrem Aktionstag im Internet zum zweiten Mal in Folge sehr erfolgreich. Weit über 100.000 Menschen sahen spannende dokumentarische Beiträge und nahmen an zwei Liveübertragungen von den Inseln Helgoland und Usedom teil. In welcher Form der Tag der Seenotretter 2022 am 31. Juli stattfinden wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Aus Infektionsschutzgründen sind nach wie vor bis auf Weiteres keine Besichtigungen der Rettungseinheiten und keine Besuche der Stationen zwischen Borkum und Ueckermünde möglich.

Der beste Einsatz ist der, den die Seenotretter erst gar nicht zu fahren brauchen. Unter dem Präventionsmotto „Sicher auf See“ wendet sich die DGzRS verstärkt an Wassersportler – Segler, Motorbootfahrer, aber auch Trendsportler gleichermaßen. Vor fünf Jahren hat die DGzRS ihre kostenlose Sicherheits-App SafeTrx der Seenotretter eingeführt. Aktuell sind mehr als 28.000 Nutzer registriert. Die App steht im Apple AppStore und im Google PlayStore zur Verfügung. SafeTrx zeichnet über das Mobiltelefon die Route des Wassersportlers auf und ermöglicht der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS im Notfall den direkten Zugriff auf den aktuellen Standort. Mit Hilfe der App konnten bereits aufwendige Rettungsaktionen vermieden werden, und die Seenotretter konnten im Notfall schnell vor Ort sein.

 

Bautagebuch zur Landessportschule (15)

Ende Januar stehen die  Baufirmen fest

6. Januar: Als sollte verloren gegangene Zeit schnell wieder wettgemacht werden, rollen seit Montag die schweren Laster in kurzem Takt vollbeladen mit dem Aushub aus der Bohrpfahlgründung zur Abladestation außerhalb von Warnemünde. Ununterbrochen schürfen auch jetzt noch die Greifer der Bagger die letzten Erderhebungen fort, sodass nach und nach eine plane Fläche entsteht, von der sich der Rohbau hocharbeiten wird. Genau dafür ist das MHB, das größte Architekturbüro Rostocks, gerade jetzt dabei, die auf den Markt gebrachten Ausschreibungen gründlich zu prüfen. Ende Januar werden die Entscheidungen fallen, welche Firmen hier arbeiten werden.

Architekt Torsten Ruwoldt erklärt, wie die Ausführungsplanung aus dem Bauantrag nachgearbeitet und bis ins Detail nunmehr abgestimmt wird. Dazu gehört u.a. die Erstellung eines Havarieplanes zum Beispiel für Hochwasserszenarien, der bereits mit dem Naturschutz abgestimmt werden konnte. Aber auch die Umsetzung aller Brandschutzbestimmungen, der Rettungswege und die Absprache mit dem Bauherren über die Türen, damit eine Zutrittskontrolle erfolgen kann. Wir erfahren, dass dies vor allem mit Fachplanern koordiniert wird. Am meisten freut sich der Architekt, dass jetzt auch schon gestalterische Fragen zur Innenarchitektur eine immer größere Rolle spielen, um der neuen Landessportschule Außen und Innen ein unverwechselbares Gesicht im Yachthafen von Warnemünde geben zu können.

Spätestens morgen wird das übergroße Gerät mit den scharfen Bohrköpfen, die so viele Gründungspfähle fast lautlos in den Untergrund setzten, der von vielen Neugierigen bestaunten speziellen Hydraulik, von der Mittelmole aus zum nächsten Einsatz fahren. Monika Kadner        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                    

Weiße Weihnachten und warmer Silvestertag

Über das Warnemünde-Wetter im Dezember und im gesamten Jahr 2021 sprach die aalglatt-Redaktion mit dem Diplom-Ingenieur für Meteorologie Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst

4. Januar: Da waren wir alle baff: Weiße Weihnachten. Ist das eine Sensation?

So kann man es fast sagen. Denn weiße Weihnachtstage mit Dauerfrost und einer geschlossenen Schneedecke an allen drei Weihnachtstagen gehört schon zu den großen Ausnahmen in Norddeutschland. Denn die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis liegt lediglich bei 6,7 Prozent. Das heißt, nur noch alle 15 Jahre ist damit zu rechnen.

Von den weißen Tagen abgesehen, zeigte sich der Dezember normal?

Nun, der letzte Monat des Jahres bot so ziemlich alles, was möglich ist. Stürmisch startete er im Norden des Landes. Nach Sturmböen der Stärke 10 am 2. Dezember ging der Wetterverlauf wieder in seinen alten Trott über, was in erster Linie norddeutsches Schmuddelwetter bedeutete. Aber pünktlich zum Fest stellte sich die Wetterlage um und bescherte uns weiße Weihnachtstage mit Dauerfrost. Zum Monatsende sorgte dann milde Luft dafür, dass Warnemünde mit einer Monatshöchsttemperatur von 12,9 Grad Celsius den wärmsten Silvestertag seit Aufzeichnungsbeginn vor 75 Jahren feiern konnte.

Wieder ein zu warmer Monat?

Die Durchschnittstemperatur lag mit 2,8 Grad um 0,9 Grad leicht über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 war es sogar zwei Zehntel zu kühl. Mit minus 7,9 Grad geht der 27. Dezember als kältester Tag in die Wetterstatistik ein.

Gab es ausreichend Niederschlag und Sonnenschein?

Im Dezember fielen 44,8 l/m² und damit 7 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel von 47,9 l/m².

Auch bei der Sonnenscheindauer von 29,8 Stunden gab es ein leichtes Defizit von 19 Prozent zum langjährigen Klimawert von 36,6 Sonnenstunden.

Und wenn wir rückblickend auf das gesamte Jahr 2021 schauen, was ist Ihr Fazit?

Es war zu warm und zu feucht.

Ist der Klimawandel anhand der seit Jahrzehnten gesammelten Daten nachweisbar?

Vor gut 75 Jahren begannen am 1. Juli 1946 an der Strandpromenade die ersten systematischen Wetterbeobachtungen für das Seebad Warnemünde. Vor dem Hintergrund der ständigen Diskussion zur Klimaerwärmung ist ein kurzer Blick auf die Veränderungen der drei wichtigsten Wetterelemente durchaus interessant.

So hat sich die Jahresmitteltemperatur in den letzten 75 Jahren von 7,9 auf 10,1 Grad um 2,2 Grad erhöht. Die Jahressumme des Niederschlages verzeichnet einen leichten Anstieg von ca. 20 l/m² auf rund 620 l/m². Aber auch die Sonnenscheindauer legte in den letzten Jahrzehnten um rund 80 Sonnenstunden pro Jahr auf durchschnittlich 1810 Stunden zu.

Da reiht sich 2021 gut ein?

Ja, diesem Trend folgte auch das abgelaufene Jahr 2021. Es fiel zu warm, deutlich zu feucht und mit einem kleinen Überschuss bei der Sonnenscheindauer aus. Die Durchschnittstemperatur lag mit 10,1 Grad um 1,7 Grad über dem langjährigen Klimawert der Jahre 1961 bis 1990. Damit reiht sich 2021 unten den zehn  wärmsten Jahren seit Aufzeichnungsbeginn ein. Wärmster Tag des Jahres war der 18. Juni mit beachtlichen 34,8 Grad, am kühlsten dagegen am 27. Dezember mit minus 7,9 Grad.

Es gab mit 717,9 l/m² deutlich zu viel Niederschlag im vergangenen Jahr. Das Soll von 589,2 l/m² wurde somit um gut ein Fünftel übertroffen. Die höchste Tagessumme von beachtlichen 57,6 l/m² fiel am 9. Juli. Tagessummen von über 50 l/m² kommen mit durchschnittlich alle 15 Jahren schon eher selten vor. Mit einem kleinen Plus von vier Prozent bei der Sonnenscheindauer verabschiedete sich das Jahr 2021.

 

 

 

 

 

 

Heimatmusem erwarb drei kostbare Fahnen

Konservierungsarbeiten notwendig/ Dank für kleine und größere Spenden

3. Januar. Unwiederbringliche Zeugnisse Warnemünder Geschichte befinden sich im Besitz des Heimatmuseums Warnemünde. Erst seit Kurzem gehören dazu auch drei Fahnen,  die etwa um 1910 gefertigt und bei Umzügen und Sportveranstaltungen präsentiert worden sind.  Nach vielen Jahrzehnten sind sie nun zurück nach Warnemünde gekehrt. Dabei handelt es sich um die Fahnen des Warnemünder Sport Vereins von 1911, des Männerturnvereins von 1887 und des Arbeiterturnvereins. „Wir haben sie von einem Neubrandenburger Sammler erwerben können, der sie wiederum von einem älteren Herrn kaufen konnte, in dessen Besitz sie seit sehr langer Zeit waren und der sie wie einen kostbaren Schatz gehütet hat. Vermutlich stammt er ursprünglich aus der Region Rostock bzw. Warnemünde“, vermutet Christoph Wegner. Zu den drei Flaggen gehören jeweils entsprechende Fahnenstangen. Zwei der Fahnen schmücken zudem Fahnenschleifen, die vor mehr als 100 Jahren von Warnemünder Frauen in Handarbeit ange-fertigt worden sind. „Das war eine einmalige Gelegenheit, diese prächtigen  Fahnen, die einen besonderen Bezug zu Warnemünde haben, zu erwerben. Sie sind zwar für ihr Alter noch recht gut erhalten, doch der Zahn der Zeit hat auch an ihnen genagt. Nicht nur die Motten haben sich gütlich getan, auch einige Flickschuster waren am Werk und haben mit Sicherheitsnadeln gewerkelt. Deshalb sind wir mit einer anerkannten Textilrestauratorin, die schon für uns gearbeitet hat, im Gespräch. Preiswert sind derartig aufwendige Konservierungsarbeiten allerdings nicht“, weiß der Museumsleiter.

Woher dafür aber das Geld nehmen? Zumal das Heimatmuseum – so wie andere Kultureinrichtungen auch – in Zeiten der Pandemie und geschlossener Türen nur einen Bruchteil seiner sonst üblichen Einnahmen hat. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass uns Freunde des Heimatmuseums und Mitglieder des Museumsvereins teils regelmäßig, teils spontan mit kleinen und größeren Geldsummen unterstützen. Ich denke da an Siglinde Lindauer, die in ihrer Apotheke am Kirchenplatz seit Jahren Aktionen zugunsten des Heimatmuseums durchführt. Oder an unser Ehrenmitglied Frau Helga Burchard aus Berlin, die uns jährlich eine beachtliche Spende zukommen lässt. Oder an langjährige Mitglieder wie Jochen Glende, dem es schon seit Jahren ein persönliches Bedürfnis war „sein“ Heimatmuseum mit einer Geldspende zu unterstützen. Das summiert sich und hilft uns enorm“, freut sich Uwe Heimhardt über derartiges Engagement. Auffallend, so der Vorsitzende des Museumsvereins Warnemünde, sei es, dass gerade in Corona-Zeiten ein unglaublicher Zusammenhalt spürbar ist. „Unsere wenigen Veranstaltungen mit deutlich reduzierter Teilnehmerzahl waren regelmäßig ausverkauft. Viele Besucher haben zudem das Eintrittsgeld aufgerundet,  ein paar Münzen oder Scheine in unsere Spendenkiste gesteckt. Dafür bedanken wir uns herzlich“, sagt Uwe Heimhardt. Als ein Beispiel für gerade erfolgte Restaurierung nennt er vier Fotos, die Bildnisse von Seefahrern zeigen. Dazu gehört unter anderen eine gerahmte Ambrotypie, die nach einer amerikanischer Methode angefertigt wurde. Sie zeigt im Holzrahmen das Portraitfoto des Warnemünder Lotsen Johann Niemann. Er war der Vater der Stifterin des Bildes Frau Allwardt, geb. Niemann, die das vermutlich um 1890 entstandene Foto schon vor 1940 der Sammlung des Museums übergeben hat.

Die Ambrotypie (Melanotypie, Amphitypie oder kurz Ambro, von dem griechischen Wort ambrotos „unsterblich“) ist ein fotografisches Direktpositiv-Verfahren, das im nassen Kollodiumverfahren hergestellt wird und zwischen 1852 und 1890 verwendet wurde. Gedacht war es vor allem als preiswerter Ersatz für die Daguerreotypie. Heutzutage ist es sehr, sehr aufwändig, solch ein altes Foto zu restaurieren. Denn, so äußerte die Glas-Restauratorin Kerstin Bartels aus Heidesee bei Berlin, man kann von außen nicht erahnen, was sich unter dem Glas nach mehr als 100 Jahren verbirgt, welche Überraschungen die Restauratorin erwarten und wie sie in der Folge handeln muss.  Sabine Schubert

 

 

 

 

Uwe Heimhardt zeigt die pr├Ąchtige Fahne des Warnem├╝nder Sportvereins 1911, die das Heimatmuseum erwerben konnte und die nun restauriert werden soll. Foto: Schubert

Nicht jeder weiß, wie man sich auf einem WC benimmt

27. Dezember: Herzhäuschen? Von wegen!!  Unsere 23 öffentlichen Toiletten in Warnemünde sind nach besten Hygeniestandards  des 21.Jahrhunderts ausgerichtet. So auch die neuesten beiden WC- Anlagen: Edelstahlkabinen, behindertengerechte Abteilungen mit selbst reinigenden Sitzbrillen, Fußbodenheizung, wintertauglich, 24 Stunden nutzbar. Investitionssumme 125 000 Euro.

Morgen für Morgen, natürlich auch und gerade während der Feiertage, ist das Servicemobil „Saubere Toilette“ mit seiner Winterbesatzung im Ostseebad unterwegs. Roland Lau ist einer der fleißigen Männer, die sich für die Sauberkeit einsetzen. „Klar ist das nicht die schönste Arbeit, die man sich so vorstellt, aber es muss getan werden!“

Ich höre nicht nur von Roland Lau, dass sich das Reinigungsteam so manchen Tag fragt, ob zu Hause die Toiletten auch so wie hier benutzt werden. Denn wenn das Team manchmal in die Kabinen reinkommt, findet sie diese völlig verdreckt vor; überall (!) Urin und Kot. Gerade ist es erst wieder vorgekommen, dass die Geldbehälter aus den Verankerungen gerissen wurden. Die Beute waren vielleicht drei Euro. „Das ist doch zum Haare Raufen,“ schimpft ein vorbeikommender Passant. Er verweist darauf, dass schon viel zu lange darüber diskutiert wird, die Toiletten im Ostseebad kostenlos nutzen zu können. Fraglich allerdings, ob sie dann von den Nutzern sauberer hinterlassen werden.

Wir treffen Morgen für Morgen das Service-Mobil der Stadtreinigung und sagen den Mitarbeitern danke dafür, dass auch in den Wintermonaten alles getan wird, damit Gäste und natürlich auch Einheimische eine saubere Toilette – wenigsten die ersten zwei Stunden morgens – vorfinden.             Monika Kadner

     

Roland Lau ist einer der flei├čigen M├Ąnnder, die f├╝r saubere Toiletten sorgen. Danke. Foto: mkad

Bilder von den Küsten dieser Welt

17. Dezember: Es hat noch nie Häppchen gegeben. Diejenigen die donnerstags kamen, waren nicht gestylt und kunstvoll geschminkt. Sie verabredeten sich trotzdem zu einer Vernissage. Es kamen Nachbarn, Freunde, bildende Künstler aus der Region, eben Neugierige zu den Ausstellungseröffnungen in die Galerie Möller, Am Strom.  Seit über 30 Jahren habe ich diese Starts für neu gehängte Bilder, für sorgsam präsentierte Schmuckstücke, für Holz-, Keramik-, Porzellan-, Metallunikate miterlebt. Immer waren diese Abende im sechswöchigen Rhythmus besonders.  ultur im weitesten und engsten Sinne.

So auch gestern.  Natürlich waren alle geimpft und getestet, denn alle wollten den Laudator Wolfgang Schmidt und die immer wieder begeisternde Jaqueline Boulangier im Rahmen der Bilder von Mathias Buss erleben. Der Abend forderte im zweiten Corona-Dezember förmlich zu einem Dialog zwischen Vortragenden und Gästen heraus. Zu einem optimistischen Gespräch und belebenden Gedanken gegen die Düsternis und Zerrissenheit des sich täglich offenbarenden Geschehens in der Welt. Nicht selten vor der eigenen Haustür zu erleben. Das alles eingebettet in die  vielseitige Kunst von Mathias Buss, der in Rostock 1968 geboren wurde und jetzt in Bad Doberan, Kairo, Weimar wohnt.

Bilder von den Küsten dieser Welt erlebt der Betrachter. So sind Schärengärten und Flußlandschaften festgehalten worden, Hafenimpressionen der Inseln Estlands, Lettlands, Finnlands. Das Bildnis von „Fischers Fru“ zieht den Betrachter in den Bann, aber auch der „Fliegende Holländer“ oder „Sindbads Boote“ im Roten Meer , um nur einige zu nennen.

Der Künstler selbst war gar nicht anwesend an diesem 17. Dezember, und doch bin ich so tief von ihm beeindruckt. Heute verteidigt er seine Promotion zur gebauten Heilkunst. Er ist u.a. Mitglied im Künstlerbund MV, in der Architektenkammer, im Kunst- und Bauausschuss der Heliopolis Universität Kairo, nicht zuletzt im Deutschen Journalistenverband.  Welch ernsthafte, tiefgehende Vielseitigkeit. Selten zu erleben in unserer heutigen schnelllebigen Zeit.  Auch mit diesem Hintergrundwissen haben mich seine lebendigen, einfach schönen Bilder, die genau hierher in eine Ausstellung am Strom gehören,  so berührt.                   Monika Kadner           

 

 

Optimierte Pläne für Flächen um das Werftbecken

Zunächst nur notwendige Altlastensanierung und Ersatzneubau des Liegeplatzes P11

8. Dezember: Bagger sind im Einsatz, große Container werden beladen. Was ist da los im Werftbecken? Die aalglatt-Redaktion fragte nach in der Pressestelle der Hansestadt und erfuhr: Derzeit werden durch die Stadt Unterhaltungs- sowie Grünschnittarbeiten auf dem ehemaligen Werftgelände durchgeführt. Ansonsten dient der Liegeplatz P10 derzeit als Baustellenanleger für Hafenbaumaßnahmen der Stadt.

Allerdings sind das nur vorbereitende Arbeiten für weitere Vorhaben, die die Stadt dort ins Auge gefasst hat. Denn die Rostocker Bürgerschaft hat bereits 2017 entschieden, „die Flächen um das Werftbecken Warnemünde als Mehrzweckhafen (Mischnutzung für Gewerbe und Kreuzfahrttourismus) zu entwickeln und die Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Umgestaltung und Wiederbelebung des Gewerbe- und Hafenareals an diesem herausragenden Standort durchzuführen“.

Die aktuelle Lage auf Grund der Covid-19-Pandemie, deren Auswirkungen auf die Kreuzfahrtschifffahrt, den Werftenstandort und die Haushaltssituation sowie die Entwicklung der voraussichtlichen Projektkosten veranlassten die Stadt jedoch, diese ursprüngliche, sehr umfassende Konzeption zu hinterfragen. In der Folge wurde aus der ursprünglichen Vorzugsvariante ein wirtschaftlich optimiertes Planungskonzept entwickelt, das zunächst nur die zwingend notwendige Altlastensanierung und den Ersatzneubau des Liegeplatzes P11 umfasst. Im Ergebnis würde damit, so das Hafen- und Seefahrtsamt, ein wichtiger erster Schritt zur Bereitstellung von multifunktionalen Liegeplätzen für hafenaffine Dienstleistungs- und Serviceunternehmen getätigt werden, die sich in das maritime Umfeld einpassen und darüber hinaus für die Daseinsvorsorge des Gesamthafengebietes der Stadt notwendig sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der maritim-touristischen Nutzung des Liegeplatzes P11 sowie der Schaffung in-dustrienaher attraktiver maritimer Gewerbeflächen.

Dem folgend wird derzeit an der Genehmigungsplanung zur Umgestaltung des Werftbeckens Warnemünde – Altlastensanierung und Mehrzweckliegeplatz P11 - gearbeitet. Die aktuelle Beschlussvorlage bezieht sich auf den Erwerb von Ökopunkten aus dem Öko-konto VR-007, mit Hilfe derer der zukünftige Wegfall von landseitigen als auch wasserseitigen Biotopen (gemäß Eingriff-Ausgleichsbilanzierung) kompensiert werden soll.     

„Die Genehmigungsplanung befindet sich momentan in Bearbeitung, sodass noch keine endgültigen und abgestimmten Pläne vorliegen.  Sofern die Planungen im Rahmen eines Planungsge-nehmigungsverfahrens genehmigt werden und die Finanzierung gesichert ist, können frühestens 2023 die Arbeiten vergeben und in folgenden begonnen werden“, informierte das Hafen- und Seemannsamt.

 

 

 

 

Die gro├čen Pl├Ąne f├╝r die Fl├Ąchen am Werftbecken wurden geschrumpft. Fr├╝hestens 2023 k├Ânnen Arbeiten beginnen. Foto: susa

Stadt hat Veranda-Besitzer im Visier

3. Dezember: Es ist mehr als ein Jahrzehnt her, dass die Stadt Rostock Besitzer von Veranden, die in Warnemünde auf städtischem Grund und Boden stehen, aufforderte, diese zu kaufen oder eine sogenannte Überbaurente zu bezahlen. Es rumorte damals mächtig unter Warnemündern, von denen sich einige auf uralte Verträge beriefen. Einige gar drohten damit, ihre das Bild der Straßen prägende Veranden abzureißen, was jedoch nicht geht, da die Vorbauten unter Denkmalschutz stehen. Nun ist das Thema Veranden wieder höchst aktuell, wie ein Bürger auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates berichtete.

Tatsächlich, so erfährt die aalglatt-Redaktion auf Anfrage aus der Pressestelle des Rathauses, wurden von ehemals mehr als 200 Warnemünder Veranda-Fällen inzwischen mehr als die Hälfte abschließend geregelt. In den noch offenen Fällen  erhielt bereits der überwiegende Teil der Eigentümer durch die Stadt Post. Ziel der Hansestadt ist es, bis zum Jahresende alle Grundstückseigentümer anzuschreiben und sie zum Kauf der Grundstücksfläche oder zur Zahlung einer Überbaurente aufzufordern. Die überwiegende Mehrheit der angeschriebenen Hauseigentümer, so erfahren wir, zahlt die Überbaurente.

Dabei beruft sich die Stadt auf den Paragraf  912/ 913 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Gestützt wird dies durch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe (Az.: V ZR 195/15 vom 15.07.2016), wonach die Überbauvorschriften auf Veranden, die rechtlich als Anbauten eingeordnet wurden, entsprechend anwendbar sind. Für die Berechnung der Überbaurente ist nach § 912 Abs.2 S.2 BGB die Zeit der Grenzüberschreitung durch die Veranda maßgebend.

Auch für die Nutzung der Tüschenfläche (der schmale Gang zwischen den Häusern) ist eine Nutzungsentschädigung zu zahlen. Nach gefestigter Rechtsprechung der Gerichte in Rostock sind die gezogenen Nutzungen aus dem Eigentümer–Besitzer-Verhältnis (§§ 987 ffBGB) nach den Grundsätzen der ungerechtfertigten Bereicherung durch Zahlung von Wertersatz herauszugeben, heißt es.

Für die Berechnung der Nutzungsentschädigung sei übrigens der zum Zeitpunkt der Geltendmachung aktuelle Bodenwert zugrunde zu legen. Und dieser, das wissen wir alle, ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

Jeder, so die Stadt, muss die Überbaurente (irgendwie eine Art Pacht)  zahlen. Jedenfalls bis zum Kauf der Verandafläche, was grundsätzlich möglich ist. Der Quadratmeterpreis ist unterschiedlich. Die Höhe der Forderung richtet sich nach der Nutzung (Wohnnutzung ist günstiger als Gewerbenutzung) sowie den oben dargelegten Grundsätzen, der Größe und des entsprechenden Liegenschaftszinses. Durchschnittlich handelt es sich, so die Verwaltung, um geringe einstellige monatliche Überbaurenten je Quadratmeter. Die Höhe der Überbaurente ist abhängig von der Lage der Veranda bzw. der Tüsche. Dasselbe gilt für den Kaufpreis.

Betroffen sind Häuser Am Strom, in der Alexandrienstraße, Friedrich-Franz Straße, Schulstraße, Anastasiastraße, Luisenstaße und am Georgienplatz

Ist die klamme Stadtkasse der Grund für die neuerlichen Forderungen?  Oder warum wird die Stadt nach so langer Zeit in der Sache wieder aktiv? Die Antwort seitens der Stadtverwaltung lautet:  Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat seit 2012/2013 einige Rechtsstreite in Bezug auf Verandagrundstücke geführt. Aufgrund eines richtungsweisenden Urteils des BGH (Az.: V ZR 195/15) vom 15.07.2016 sind in den darauffolgenden Jahren sämtliche noch anhängigen Rechtsstreite mit der Zahlung einer Überbaurente beendet worden, so dass nunmehr der Zeitpunkt gekommen ist, um auch die seinerzeit zurückgestellten Forderungen für die Veranden wieder aufleben zu lassen.

 

 

 

Zwei Gastronomen planen drittes Restaurant

27. November: Ein italienisches Restaurant und Café von Warnemünder Gastronomen mit deutschen Pass aus der Taufe gehoben und bewirtschaftet? Jan Krugmann und Michael Brügmann wollen es nicht nur wagen, sondern es tun! Seit 2016 sind sie Unternehmer und haben selbst in italienischen Restaurants gearbeitet. Als beider Kinder immer wieder quengelten, dass sie doch unbedingt bei Papa im Restaurant auch Pizza essen wollen, sagten sich Jan und Mitch, die in der Mühlenstraße bereits mit Erfolg das „fabelhaft“ und „Carls“ betreiben: „Warum eigentlich nicht?“ Als dann neben ihnen gar Räumlichkeiten frei wurden, war es beschlossene Sache: „Wir mieten ein drittes Abenteuer Mühlenstraße“. 60 Innen- und 60 Außenplätze sind angedacht und mit heimischen Firmen – Gastro Element, Sepp Innenausbau und EAS, Elektro-Anschluß-Service - gerade Nägel mit Köpfen gemacht.

Am 1. April soll es losgehen, dass mittags Pasta und Pizza angeboten werden und nachmittags ein Eiscafé einlädt. Das dieses „dritte Abenteuer“ kein Aprilscherz wird, dafür stehen die beiden jungen Gastronomen, die über die Jahre hier in der Mühlenstraße mit Ideen und Kreativität bereits Qualität zur Freude ihrer Kunden geliefert haben.    Monika Kadner

Michael Br├╝gmann und Jan Krugmann wollen ein drittes, ein italienisches Restaurant in Warnem├╝nde er├Âffnen. Foto: mkad

Tschüssing - für eine Warnemünder Tradition

Ab Morgen gibt es keinen Fisch mehr bei "Min Herzing" in der Poststraße

26. November:  „Nen Dösch, min Herzing?“ Längst ist diese Frage an der Fischtheke in der Poststraße passé. Hedwig Anke, später Margot Thielk, das waren die legendären Fischfrauen, die den frischen Fisch vor allem von der Mittelmole und den dortigen Fischern geliefert bekamen, und die fast jeden ihrer Kunden liebevoll so nannten.

Uli Karnatz, noch heute Geschäftsführer für Fischgastronomie, Fischimbiss und Fischverkauf lacht: „Ja, als wir 1991 mit einer moderne Fischverkaufsstelle begannen,  war dieser Ehrenname ‚Min Herzing‘ für das Geschäft früher da als der erste Hering!“ Wir, wie Uli Karnatz sagt, das sind die Töchter von Margot Thielk, Ellen und Anke, von denen Anke sich den ehemaligen Spitzenruderer - eben mal so - als Ehemann angelte. Und diese Drei haben bis zum Tod ihrer Mutter und Schwiegermutter über Fisch und deren Verkauf von ihr alles gelernt, um erfolgreich zu sein.

Und das waren sie! Sie gehören zu Warnemünde, wie die Möwen und der Strand. Oft standen die „neuen“ Min Herzings auf der Bühne zur Warnemünder Woche. Prominente kauften ihren Fisch nur bei ihnen, und nicht nur unser leider verstorbene Horst Köbbert sang für und über sie so manche Lobeshymne.

Nun sind auch die Neuen in ein gestandenes Alter gekommen. Immer mehr Stolpersteine gibt es für eine Gastronomie. Immer weniger Fisch darf vor Ort angelandet werden! Schon seit einem Jahr unterhält das Geschäft engen Kontakt zur IHK auf der Suche nach eventuellen Nachfolgern, was sich als sehr schwierig erwies. Doch den Namen möchten Uli Karnatz und seine beiden Frauen noch weiterführen und auf der Mittelmole mit ihrem Fischmobil für Urlauber und Einheimische präsent sein. Dazu gibt es briesige Verhandlungen mit dem Hafen- und Wirtschaftsamt, dem Verwalter der Mittelmole, wobei das Unternehmen „Min Herzing“ hofft, dass der Gegenwind sich in einer Schönwetterfront auflösen wird.

Nun wird erst mal die Ladentür in der Poststraße zugeschlossen. Der Plan ist für das Frühjahr gesteckt, eine Umnutzung des Geschäftes in eine Wohneinheit vorzunehmen. Als die Warnemünderin Ruth Wedemeier bei ihrem Wocheneinkauf sich heute erst so richtig die Schließung von „Min Herzing“ vergegenwärtigte, war ihr Kommentar: “Unmöglich, dass Warnemünde kein Fischgeschäft mehr hat!“. Gleichzeitig wünscht sie aber Anke und Uli Karnatz sowie Ellen Keck alles Gute für ihren Unruhestand. Was gibt es da noch zu ergänzen!               Monika Kadner

     

In Gedanken ist die Seniorchefin noch immer unter den j├╝ngeren

Mühlenstraße: Linden erhalten, Kunst etablieren

11. November: Wie sich die Mühlenstraße perspektivisch präsentieren könnte, darüber wird seit Jahren gestritten und diskutiert. Die Stadtverwaltung hatte sogar zur kompletten Neugestaltung notwendige Gelder eingeplant, die schließlich in anderen Rostocker Stadtteilen ausgegeben worden sind. Denn in Warnemünde waren sich die Bürger nicht einig. Vor allem hinsichtlich der Zukunft der alten Linden. Müssen sie weichen oder nicht?

Sie müssen nicht, sind sich viele Anwohner sowie Mitglieder der 2019 gegründeten Bürgerinitiative Rettet den Küstenwaldsicher. BI-Sprecherin Annette Boog stellte auf der Sitzung des Ortsbeirates für Warnemünde und Diedrichshagen klar: die etwa 140 Jahre alten Bäume, die zwei Weltkriege, die politische Wende, die Fällabsichten 2010 und schließlich die vergangenen Dürrejahre gut überstanden haben, sind die Seele des Ortes. Es gäbe heute technische Möglichkeiten, die Mühlenstraße zu sanieren und die Kopflinden stehen zu lassen. Boog zeigte anhand von Fotos, wie der Mensch mit relativ einfachen Dingen wie gezielter Gehweggestaltung helfen könne, Bäume in ihrem Wachstum zu unterstützen.

Damit es den Linden nicht in einer Nacht- und Nebelaktion an den Kragen gehe, habe man beim BUND eine Alleenpatenschaft abgeschlossen, in der Hoffnung, dass die Umweltschutzorganisation die Bäume im Blick behält. Zudem kümmern sich 27 Baumpaten um die Linden.

Die BI-Sprecherin stellte dem Beirat und den anwesenden Bürgern den 1. Entwurf für die Gestaltung der Mühlenstraße vor, der aus dem Büro von Volker Wirth stammt. An der Kreuzung Mühlen- /Dänische Straße sieht das Papier ein Rondell vor, in dessen Mitte sich der Junge auf dem Mühlenstein, ein Kunstwerk von Reinhard Buch, befindet. Schon bei der Auftragsvergabe war klar: das Kunstwerk soll einen Platz in der Mühlenstraße finden. Daraus wurde bislang leider nichts. Der Entwurf zeigt eine verkehrsberuhigte, von den Linden geschmückte Mühlenstraße, deren Kopfsteinpflaster nach Aufnahme des Asphalts wieder sicht- und begehbar ist. Weitgehend Auto-frei soll die Straße und damit Parkplatz-frei werden. Radfahrer, Lieferanten in bestimmten Zeitfenstern, Anwohner und Rettungsfahrzeuge jedoch haben Zufahrt. Gastronomie bietet Freiflächen.

Bleibt allerdings die Frage: Wie kommen Menschen mit Handicap oder Hochbetagte beispielsweise zum Friseur? Oder zur Kosmetik? Oder zum Sanitätshaus? Sabine Schubert

Volker Wirth hat diese M├╝hlenstra├čen-Vision zu Papier gebracht.

Ausflugs-Tipps

Auf der Wanderung durchs Nebel-Durchbruchstal kommt man vorbei am Kneipp-Wanderweg, wo man den F├╝├čen ein wohltuendes Bad g├Ânnen sollte.

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Wanderung im Nebel-Durchbruchstal

21. Mai: Mit dem Auto von Warnemünde fährt man - je nachdem, wo man parken möchte - etwa  60 bis 70 km bis zum Nebel-Durchbruchstal. Über die A 19 mit Abfahrt Richtung Krakow am See erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten die Tour zu beginnen:

  1. Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt in Kuchelmiß. Hier kann man sich noch etwas zur Stärkung oder für ein Picknick kaufen.
  2. Parkplatz an der Wassermühle in Kuchelmiß. Die ist aber Corona-bedingt zurzeit geschlossen.
  3. kleiner Waldparkplatz nördlich von Serrahn

Beginnt man beim Parkplatz am Einkaufsmarkt, so führt rechts parallel zur Straße nach Krakow ein kleiner Weg vorbei an drei Wohnhäusern. Dann geht es weiter über eine kleine Brücke, die uns über das Moor in Richtung Wassermühle Kuchelmiß bringt. Man kommt vorbei an den Resten der mittelalterlichen Anlage der Turmhügelburg. Die Wassermühle darf man leider derzeit nur von außen besichtigen und auch die Toiletten sind geschlossen. Man kann aber weiterhin auf dem Gelände die Fischtreppen besichtigen und einen Eindruck von der Strömung der Nebel erleben. Einen kleinen Picknickplatz gibt es dort auch, so dass man sich in der Natur stärken kann. Auf einer Infotafel wird erklärt, wie das Nebel-Durchbruchstal entstanden ist.

An den Resten eines alten Schlosses - es sind nur noch einige alte Skulpturen zu sehen - und den Fischteichen vorbei gelangt man zu einem Hofcafé. Folgt man einem gepflegten Waldweg, dann erreicht man eine Brücke, die nach Serrahn führt. Hier kommt man auch am Waldparkplatz vorbei.

Der Ort Serrahn hat eine kleine Kirche und eine alte Schmiede als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Danach sind wir wieder über den Waldparkplatz in Richtung der Nebel gewandert. Aber dieses Mal nicht über die Brücke nach Kuchelmiß, sondern wir haben den Waldweg parallel zum Flüsschen in östlicher Richtung gewählt. Der Weg ist leicht hügelig, aber dennoch gut zu laufen. Ein paar Bänke laden zudem am Weg zum Verweilen ein. Hier hat die Nebel allerdings einen wilderen Charakter. Ihre Strömung kann man von der Brücke aus wunderbar erleben.

Geht man dann weiter geradeaus, gelangt man zum Kneipp-Wanderweg. Er ist aus einem kleinen Nebenarm der Nebel entstanden. Ihn sollte man unbedingt ausprobieren. Der sandige Untergrund tut den Füßen gut und das Wasser ist sehr klar. Aber das Kneippen stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Picknickplatz lädt hier erneut zum Verweilen ein. Der Weg durch den Wald führt dann an den Teichen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Wald war durch die vielen Anemonen besonders schön in diesem Jahr. Ein herrliches Stück heimischer Natur. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die rund 16 km, die wir in aller Ruhe mit einem Picknick bewältigt haben, waren wir gut vier Stunden unterwegs. Für Rollstuhlfahrer ist diese Wanderung allerdings nicht geeignet. Leider konnten wir auch keine geöffneten Toiletten finden..

Für Familien mit Kindern ist diese Wanderung ohne weiteres zu schaffen, gibt es doch überall etwas in der Natur zu entdecken. Jedoch sollten Familien mit Kindern auf den Abstecher nach Serrahn verzichten, weil man dafür an der Straße in den Ort gehen muss.  Unterwegs für aalglatt-Leser war: Hanne Hoppe

 

 

Das Schlossgut Gorow l├Ądt nun wieder ein. Foto: Tanja Mich

Kulinarische Köstlichkeiten im Schloßgut Gorow

17. Mai: Das Schloßgut Gorow, eine halbe Stunde von Warnemünde in Richtung Bad Doberan entfernt und dann weiter in Richtung Autobahn A20,  lädt wieder ein!

Falls Sie mit dem Auto unterwegs sind, geben Sie in Ihr Navi einfach ein: Schloßgut, Zu den Linden 1, 18239 Satow. Aber auch ein guter Fahrradweg ist für sportliche Pedalritter  zu empfehlen.

Pfingsten geht es los. Wie jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr mit einem Pianofrühstück für 28 Euro pro Person. Und Pfingsten natürlich auch am Pfingstmontag.

Das Restaurant hat von dienstags bis sonnabends von 18  bis 23  Uhr geöffnet und das Cafe, in dem es tollen, selbst gebackenen Kuchen gibt, lädt dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr ein.  Montags ist Ruhetag.

Auch Hochzeiten können hier wieder verabredet werden. Genau zum – hoffentlich – Ende der strengsten Corona-Beschränkungen, läuten im Schloßgut Gorow die Hochzeitsglocken für junge und ältere Paare die sich trauen getraut zu werden! Das Schloßgut ist Außenstelle des Standesamtes Satow und verspricht mit seinem wunderbaren Ambiente Romantik pur für das „Ja“- Wort.

Das allein nicht genug. Küche und Keller halten für diesen Tag ganz besondere Gaumenkitzel parat. Und auch die Hochzeitsnacht, nicht nur für das Brautpaar, kann hier gebucht werden. Allerdings ab 7. Juni nur erst für Gäste aus Mecklenburg/Vorpommern. info@schlossgut-gorow.de   Unterwegs für aalglatt-Leser war:  Monika Kadner

 

 

 

 

 

Wismar und seine Schätze

Ein Ausflug in die benachbarte Weltkultur-Stadt

Warum nicht mal Wismar besuchen? Ist nicht weit von der Hansestadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde entfernt und eine wunderschöne Stadt mit mächtigen Backsteinkirchen, liebevoll sanierten jahrhundertealten Häusern aus der Gotik, dem Barock und dem Klassizismus.  Tierpark, Museen und ein malerischer Hafen mit Speichern und diversen Restaurants laden zum Bummeln ein. Fischkutter, deren Besatzungen leckere Fischbrötchen und fangfrischen oder geräucherten Fisch anbieten, sind ebenfalls erlebenswert. Die Hansestadt Wismar trägt zu Recht das Siegel des Weltkulturerbes.

Jetzt im noch sonnigen Corona-Herbst zieht es viele Touristen aus scheinbar vor allem südlichen Bundesländern an die Küste. Zumindest ihre Dialekte legen das nahe. Sie beobachten interessiert vom Außenbereich der Hafenlokale das Kommen und Gehen der anderen Touristen sowie das Verhalten der gefräßigen Möwen, die gern im Sturzflug den ahnungslosen Passanten das Fischbrötchen entreißen wollen. Amüsant, wenn die Möwen Sieger bleiben und man das eigene Brötchen schon sicher im Magen hat. Wenn es kein Fischbrötchen sein soll, kann man wunderbar in der Nähe des Alten Hafens am Lohberg im Brauhaus Durst und Hunger stillen. In dem Fachwerkspeicher ist schon 1452 Bier gebraut worden. Allerdings führt eine mehrstufige Treppe ins Gebäude hinein.

Wismar ist aber auch ein lohnendes Besuchsziel, wenn man mit den Enkeln einen Ausflug planen möchte. Sie tauchen in der Altstadt ein ins Mittelalter, sehen mit Giebel- und Traufenhäuser die Architektur vergangener Jahrhunderte und erfahren auf Schrifttafeln oder Plaketten an den aufwändig sanierten Häusern viel über die Geschichte Wismars und ihrer Bewohner.

Ein Ziel sollte unbedingt der 80 Meter unübersehbar hohe Turm der Marienkirche sein. Das einst mächtige Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erfuhr wie etliche Sakralbauten in der ehemaligen DDR dasselbe Schicksal. Die Marienkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Mauern einer rund 100 Jahre alten kleineren Vorgängerkirche errichtet wurde, fiel 1960 der Sprengung zum Opfer. In Wismar sind wenigstens ihre Konturen wieder sichtbar im Boden entstanden. Teil des Forums an der Kirche ist neben moderner Kunst ein Metallmodell. Es zeigt, wie sich die ehemalige Ratskirche über Jahrhunderte präsentiert hat.

Besonders interessant für Kinder ist aber der 3-D-Film „Bruno Backstein“, der wie die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turm sehr spannend den Bau dieser gotischen Kirche erklärt. Bei einer Führung offenbart sich in 67 Metern Höhe ein wunderbarer Blick über die Altstadt und der Besucher erfährt weiteres Wissenswertes zur Kirche und zur Welterbe-Stadt Wismar.

Vor dem Kirchturm sind Modelle zu sehen, in denen Ziegelsteine geformt worden sind, die für den Bau verwendet wurden. Bruno Backstein erklärt im Film auch, wie die Bauleute es schafften, ohne Kran, dafür mit einem imposanten hölzernen Rad und Seilen die Steine in die Höhe zu transportieren. Der Nachbau dieses Rades vor der Marienkirche verdeutlicht den großen und kleinen Besuchern die meisterlichen Fertigkeiten der mittelalterlichen Baumeister, aber auch das mühevolle Bauen.

Der Film dauert etwa 15 Minuten. Der Eintritt inklusive Turmführung kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Ein Muss ist auch der Besuch der St.-Georgen-Kirche, eine der drei Hauptkirchen und die größte der Hansestadt. Auch sie ist ein Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik. 1594 wurde sie nach mehrfachen Veränderungen fertiggestellt. Baubeginn soll allerdings schon Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Sakralbau stark beschädigt, aber in der DDR glücklicherweise nicht gesprengt. Nach der Wende wurde die St.-Georgen-Kirche ab 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und örtlicher Betriebe wiederaufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche feierlich wiedereröffnet. Kultur findet auch jetzt statt. So gastiert Ben Becker am 30.Oktober mit „Ich, Judas“. Viele weitere Veranstaltungen sind geplant – sofern Corona es zulässt.

Die Aussichtsplattform Von St.-Georgen in 35 Metern Höhe bietet einen eindrucksvollen Rundblick auf Wismar, die Gassen und Straßen der Altstadt, die Ostsee, den Hafen und die MV-Werft. Die Fahrt mit dem Lift kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis.

Neben der Kirche liegt der Fürstenhof, die im 16. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich. Heute beherbergt das schön sanierte Bauwerk das Amtsgericht der Hansestadt.

Bei einem Gang durch die Altstadt gibt es viele weitere lohnende Ziele. Doch wer sich die Ausstellung und die Einrichtung in dem sehr informativen Welt-Erbe-Haus an der Lübschen Straße angesehen hat, sollte noch an der Grube entlangspazieren. Sie ist eines der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands und dann in einem der Cafés am Marktplatz Füße und Kopf entspannen. Auch dort gibt es mehrere historische Bauwerke zu bewundern. Schließlich ist die Stadt nicht umsonst von der UNESCO ausgezeichnet worden. Und weil man an einem Tag nicht alles Sehenswerte in Wismar erleben kann, sollte man sich - solange das Wetter mitspielt – unbedingt noch einmal auf den Weg dorthin machen.

Doch was hat dem zehnjährigen Theo am besten in der ehrwürdigen Hansestadt gefallen? „Der Blick von der Georgenkirche war cool.“ Eigentlich wollte er die Wendeltreppe zur Plattform hochsteigen. Doch die war gesperrt, weil man in Corona-Zeiten dort keinen nötigen Abstand halten kann. „Aber auch der Film in dem anderen Kirchturm war wirklich spannend“, empfiehlt Theo.

Unterwegs für aalglatt-Leser war: Ingrid Feuerstein

Die Marienkirche und St.-Georgen-Kirche öffnen von Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Turm von St. Marien kann nach Anmeldung (Telefon: 03841-2510) bestiegen werden.

├ťber die Rapsfelder hat man einen tollen Blick auf den Leuchtturm Bastorf.

Rund um den Leuchtturm Bastorf

13. Mai: Unser Ausflug führt von Warnemünde nach Bastorf. Mit dem Auto erreicht man den dortigen Leuchtturm in etwa 45 Minuten. Die Fahrt führt in diesen Tagen vorbei an herrlich blühenden Rapsfeldern, die so richtig tolle Fotomotive bieten. Rasch ist der Parkplatz am Leuchtturm erreicht.  Der Turm befindet sich zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik und oberhalb von Kap Bukspitze, weshalb er auch Buk genannt wird.

 Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von rund 78 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Höhe des Leuchtturms beträgt 20,8 m, sodass sich eine Gesamtfeuerhöhe von etwa 95,3 m ergibt. Somit ist der Leuchtturm Buk zwar einer der kleinsten deutschen Leuchttürme, hat aber das höchste Leuchtfeuer, dass an den deutschen Küsten zu finden ist.  Während er für die Seefahrt eine notwendige Navigationshilfe ist, hält er für Besucher nach dem Erklimmen der 55 Stufen einen grandiosen Ausblick bereit. Schaut man in nordöstliche Richtung, kann man das heimische Warnemünde sehen. Bei einem Blick nach Westen entdeckt man  Rerik und die Wismarer Bucht  Bei klarer Sicht soll man sogar die Insel Fehmarn  und dänische Inseln sehen. Leider ist der Turm derzeit aber für Besucher noch geschlossen.

Nicht so tragisch, denn wir umwandern ihn ganz einfach Die Strecke beträgt etwa 4,8 Kilometer, die auch für nicht so professionelle Wanderer machbar ist.  Start und Ziel ist für uns der Parkplatz unterhalb des Leuchtturms. Auf einem schmalen Pfad mit einer tollen Aussicht geht es entlang des Parkplatzes in Richtung Kägsdorf. Weiter führt unsere Tour auf der Straße durch den Ort, der durchaus interessante Häuser aufweist. So beispielsweise ein Gutshaus auf der rechten Seite.  Am Ende des Ortes führt eine schmale  Straße in Richtung Kühlungsborn,  bevor uns dann der erste Weg rechts wieder zum Leuchtturm bringt .

Angekommen, lohnt es sich den Picknick-Korb auszupacken oder unbedingt das Cafe Valentins zu besuchen, das ab 28. Mai freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet ist und wo man endlich wieder den  leckeren Kuchen genießen kann. Nach unserer Stärkung  geht es wieder abwärts bis zum Parkplatz. Und schließlich gut gelaunt zurück nach Warnemünde. Unterwegs für aalglatt-Leser war: Doris Reiber

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