Land und Leute

Abschied von Wolfhard Eschenburg

28. Juli: Wolfhard Eschenburg ist wenige Tage nach seinem 93. Geburtstag gestorben. Ich kann mich noch sehr gut an meinen Besuch in seinem Haus in der Parkstraße anlässlich seines 90. Geburtstages erinnern. Noch intensiver aber erinnere ich mich an viele Gespräche mit dem Warnemünder Fotografenmeister, der mich oft in der Redaktion auf dem Mühlenhof besuchte und gern auch aus seinem Leben plauderte. Benötigte ich zu einem Text ein spezielles Foto, Wolfhard Eschenburg stöberte in seinem schier unerschöpflichen Archiv und kam per Rad mit dem Gesuchten beziehungsweise Gefundenen vorbei. Viele ältere Warnemünder werden sich gewiss noch an sein 1953 eröffnetes Fotoatelier in der Alexandrinenstraße erinnern, wo er - unterstützt von seiner Frau Helga - wahrscheinlich sämtliche Warnemünder ablichtete. Neben dem Tagesgeschäft, zu dem auch das Festhalten besonderer Ereignisse gehörte,  und vor allem auch nach dem Rückzug aus dem Geschäft 1998 hat er als ältester Sohn von Karl Eschenburg das väterliche Foto-Archiv aufgearbeitet, das einen wohl einmaligen Einblick in die Geschichte Mecklenburgs gewährt und das sich seit 2006 im Eigentum der Rostocker Universität befindet. In meinem Bücherregal hat die Publikation "Das alte Rostock" in Photographien von Karl Eschenburg, herausgegeben und mit Bildunterschriften von Wolfhard Eschenburg, einen gut sichtbaren Platz. Ein besonderes Faible hatten die beiden Fotografen für Kirchen, speziell für Orgeln. In dem für mich handsignierten Buch "Orgeln in Mecklenburg" finden sich Fotografien aus den 1930er bis in die 1980er Jahre hinein von Karl und Wolfhard Eschenburg, die unter oft schwierigen Bedingungen entstanden sind und den Text von Max Reinhard Jaehn eindrucksvoll illustrieren. Geschichtsbücher sind auch die Publikationen "Warnemünde in alten Ansichten", "Die Griese Gegend" oder "Einzug der Technik". In zahlreichen Hotels und Pensionen, aber auch in Privathaushalten schmücken die Wände schwarz-weiß Fotografien von Karl und Wolfhard Eschenburg, die vom Können und vom Gespür der Fotografen Zeugnis ablegen.

Wolfhard Eschenburg hat sich für sein Warnemünde immer wieder engagiert. Ganz besonders auch für das Heimatmuseum, das er über viele Jahre bei zahlreichen Ausstellungsvorhaben unterstützt hat. Sowohl als Fotograf, als Bewahrer des Foto Eschenburg Archivs als auch als Zeitzeuge und Lokalhistoriker stand er dem Museum mit Rat und Tat zur Seite. Dafür dankte ihm der Museumsverein, der ihn auf Beschluss der Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannte.

Abschied nehmen müssen wir von Wolfhard Eschenburg am Freitag um 14 Uhr in der Warnemünder Kirche. Wir werden ihn auf seinem letzten Weg begleiten. Sabine Schubert

Jubiläum in der Galerie Möller

28. Juli: Es ist kaum zu glauben: die GALERIE MÖLLER feiert am kommenden Sonnabend (31. Juli) ihr 35jähriges Bestehen!

Wie waren wir Warnemünder euphorisch, als sie als 33.Galerie des Staatlichen Kunsthandels 1986 eröffnet wurde. Welch wunderschöne Gebrauchskeramik stand hier in den Regalen – verkäuflich -, welch zeitloser filigraner Schmuck der Doberaner Schmuckkünstlerin Renata Ahrens – war frei verkäuflich -, welch Aufsehen erregende Collagen Rostocker Künstler, konnte man mit einem roten Punkt versehen lassen und beim Ausstellungswechsel erwerben.

Es war ein Geschenk am Alten Strom, dass dank der Kunstwissenschaftlerin Ulrike Möller, die immer hartnäckig „dran“ geblieben war, ihren Traum, die  Idee einer Galerie verwirklichte.

1990 legte die Treuhand ihre schwitzige Hand auf die Immobilie. Doch die hatte nicht mit der Galeristin gerechnet, die sich förmlich verbiss in diese Repressalien, die bürokratischen Abgründe, die sich auftaten. Nein, Ulrike Möller, die gegen Windmühlenflügel kämpfen gelernt hatte, ließ sich ihren Traum nicht kaputt machen.

Gut so! So werden seit der Gründung 1986 alle sechs Wochen donnerstags um 19 Uhr mit Livemusik und kunstwissenschaftlichen Einführungen neue Ausstellungen eröffnet. Inzwischen habenrund 760 Künstler in etwa 130 Ausstellungen ihre Arbeiten präsentiert. Personal- und thematische Ausstellungen, Symposien mit internationaler Beteiligung wechselten sich auf hohem Niveau ab.

Neben Malerei, Grafik, Plastik, Objekten und unikatem Schmuck wird hier auch Design und Kunsthandwerk angeboten. Die Galerie Möller ist nicht nur alle sechs Wochen donnerstags beliebter Treffpunkt für viele aus nah und fern, sie gehört einfach zu Warnemünde, zu einem Ostseebad, zum Alten Strom, wo unspektakulär Kunst verkauft und gekauft wird. Auf das 40.Galeriejubiläum 2028, liebe Familie Möller!  Monika Kadner

    

 Bautagebuch Nr.7

Die Hüllen fallen: Hausabriss folgt

Bautagebuch zum Abriss der Landessportschule Warnemünde (8) 

27.Juni: Die verschiedensten Schutthaufen ragen mit kurzem und langem, mit skurril verbogenem Bewehrungsstahl, mit ausgefransten Gips- und  abgerissenen Folienabbrüchen, mit Betonplatten und großen Zementbrocken, mit Pflastersteinen, kurz mit den unterschiedlichsten Baumaterialien, die in den 60iger Jahren zum Bauen benutzt wurden, in den Himmel. Sie wachsen und wachsen mit jeder Baggerschaufel – und damit der Staub nicht über den Strom weht, die Segler an der neuen Pier des Yachthafens nicht das Husten bekommen, strahlen die Männer immer wieder mit einem starken C-Schlauch, wie ihn die Feuerwehr nutzt, über den Abfall.

In diesen Tagen waren sie dabei, alte Rohre  aus bisher versteckt liegenden Heizungsschächten zu bergen, um sie dann zuschütten und planieren zu können. „Baufreiheit für die nachkommenden Gewerke, die wieder aufbauen!“,  rufen sie mir zu. Ja, vieles kommt plötzlich zu Tage, was in den Zeichnungen eigentlich gar nicht existiert. Aber die Männer lassen sich nicht abschrecken, sondern machen sich bei solchen auftretenden Problemen sofort an die Arbeit, damit möglich alles im Zeitplan bleibt.

Am Haupthaus wurden die zum Schutz vorgespannten Netze gelöst. Die Hüllen fallen ebenso wie das Gerüst, das seinen Dienst getan hat, als per Hand die Verkleidungen am Gebäude gelöst wurden. Diese liegen nun auch separat zum Abtransport bereit - auf einem der bizarr anzusehenden  Schutthaufen. Die nächste spannende Phase beginnt in diesen Tagen, wenn sich der Bagger krachend Stück um Stück des Hauses greift. Dann ist die Sportschule in ihrem alten Baukörper tatsächlich Vergangenheit.     Monika Kadner

 

Ein Schatz aus dem Alten Strom

Haben Kriminalisten eine Spürnase? Volker Werner, Kriminalbeamter i. R., ist das zu bescheinigen. Er nimmt vom Pfahlbohrwurm zerfressene Buhnen unter die Lupe. Sucht nach vergessenen Balken in abrissreifen Scheunen. All diese Fundstücke erweckt er zu kleinen Kunstwerken in seiner Hobby-Werkstatt.

Sondermüll?

Als bei Baggerarbeiten im Alten Strom vor Kurzem verrottete Pfähle gezogen werden, um dem Yachthafen ein neues Gesicht geben zu können, ist Werner nicht weit. Er entdeckt verkrustete, mit Algen und Muscheln überwachsene Stämme. Als Sondermüll liegen sie zum Abtransport bereit. Er kann sie kaufen.

“Die Spuren der Bearbeitung mit der Axt, die wahrscheinlich eingebrannten Kerben, deuten darauf hin, dass die Balken ja vielleicht hundert, gar zweihundert Jahre alt sein könnten,“ vermutet Volker Werner.

Wissenschaftler werden gefragt

Er sägt eine Probe für das Deutsche Archäologische Institut in Berlin und gibt ein dendrochronologisches Gutachten in Auftrag. Die Antwort überrascht: Es handelt sich hier um Eichenholz, das exakt im Jahr 1356 gepflanzt wurde. Die Jahre des Fällens datieren die Wissenschaftler auf 1456 und 1471.

Volker Werner starrt lange auf dieses amtliche Schriftstück. Steckten die Eichenbalken 550 Jahre bisher unentdeckt im Grund des Alten Stroms von Warnemünde?  Hatte er einen Schatz entdeckt?

Auch die Unterwasserarchäologen, die Museologen im Land sind fasziniert. „Solch altes Holz! Das nähmen wir gern in unsere Sammlung!“ so das Schifffahrtsmuseum.

 Vage Herkunft

Literaturstudien  - auch in den Tidingsbringern – bringen es an den Tag, dass es sich hier wahrscheinlich um die Reste von Steinkistenbollwerken handelt. Werner erfährt, dass solche Steinkisten den ständigen Sandstrom an der flachen Ostsee lenkten und benutzt wurden für Molenbauten, Uferbefestigungen und für hafentechnische Schutzwerke. So dienten sie vor hunderten Jahren auch als Umfriedung von Winterliegeplätzen der Schiffe.

Doch kein Schatz?

Das Landesdenkmalamt teilt dieser Tage sachlich mit, dass kulturhistorisch das Holz leider keinen Wert hat und somit auch nicht als Exponat für das Schifffahrtsmuseum geeignet ist. Die genaue Herkunft der Hölzer ist nicht mehr eindeutig nachvollziehbar.

Egal, Werner weiß, „seine“ Eichenbalken aus dem Alten Strom könnten Geschichten erzählen und sind für ihn ein Schatz!

Monika Kadner

 

Volker Werner w├╝rde gern all die Geschichten erfahren, die diese hunderte Jahre alten Eichenbohlen aber leider nicht preisgeben werden.

Warnemünder Schätze in aller Welt zu sehen

Jahresmitgliederversammlung des Museumsvereins/ Uwe Heimhardt zieht Bilanz und gibt Ausblick

25. Juli: Im Urlaub auf Mallorca, während des Studiums in den USA  oder im Austauschjahr in Kanada einfach mal schauen, welche Schätze das Heimatmuseum Warnemünde nicht nur in seinen Ausstellungen zeigt, sondern auch in seinen Depots aufbewahrt, das wird in Kürze möglich sein. Darüber sowie über Erreichtes und Geplantes hat Journalistin Sabine Schubert mit dem Vorsitzenden des Museumsvereins Warnemünde  Uwe Heimhardt anlässlich der Jahresmitgliederversammlung am  22. Juli gesprochen.

Über viele Monate für Besucher geschlossen war Pandemie-bedingt das Heimatmuseum Warnemünde. Ist der Museumsbetrieb trotz des Wegfalls von Eintrittsgeldern dennoch gewährleistet?

Tatsächlich haben wir erstmals seit 2007 das von uns als Betreiberverein gesteckte Ziel, pro Jahr 10 000 Besucher zu begrüßen, nicht erreicht. Statt der mehr als 12 000 Besucher im Jahre 2019 zählten wir im vergangenen Jahr nur 6127. Die Eintrittsgelder sind jedoch nur eine Säule der Finanzierung. Wir haben wieder Unterstützung von der Stadt Rostock bekommen, sodass wir den wissenschaftlichen Betrieb aufrechterhalten konnten.

Was passierte hinter der geschlossenen Museum-stür?

Wir stellen derzeit unsere Archivierungssoftware auf das Daphne-Programm um, ein Produkt, das vom städtischen Kulturamt finanziert und eingeführt wird. Darin werden die Daten aller Rostocker Museen erfasst. Auch wenn ein Zugriff möglich ist, die Daten bleiben unser Eigentum. Von den uns gehörenden rund 22 000 im Heimatmuseum befindlichen Objekten, darunter Bücher, Fotos, Dokumente und Sach-gegenstände, wurden bereits 15 500 digitalisiert. Diese werden nun in das neue System migriert.  Der Start erfolgt im Herbst. Sobald dieses Vorhaben abgeschlossen ist, sind all unsere Objekte, von denen viele einmalig sind, weltweit über das Internet sichtbar.

Geöffnet war das Heimatmuseum für Handwerker. Was war deren Aufgabe?

Wir haben die Schließzeit genutzt, um in Absprache mit unserem Vermieter, dem KOE, und dem Denkmalpflegeamt die Wände und Decken in allen Räume im alten Teil wieder in den historischen Zustand zu versetzen. Das heißt, der Lehmbauer war im Großeinsatz. Und die modernen Heizkörper wurden durch kaum sichtbare Heizsysteme ersetzt, sodass sich unsere Besucher noch besser in die Zeit der Errichtung unseres Hauses aus dem Jahre 1767 versetzen können. Im Mai haben wir alle Arbeiten komplett abschließen können.

Tatsächliche alle?

Nicht ganz. Denn wir fiebern dem Vorhaben des KOE entgegen, die über 30 Jahre alten Fenster im von uns genutzten Teil des Nachbarhauses zu ersetzen und deren farbliche Gestaltung dem Heimatmuseum anzupassen. Bis September soll das erledigt sein.

Was gibt es für Zukunftspläne?

So es die Finanzen erlauben, wollen wir die in den 1970er Jahren zugeschütteten Feldsteinkeller im Bereich des Altenteilers innerhalb der nächsten fünf Jahre sichtbar machen. Sie sind nur wenige Quadratme-ter groß und dienten zur Lagerung von Lebensmitteln. 

Zudem möchten wir die Schauvitrinen im Altenteiler erneuern. Für unsere geplante Ausstellung „1821-2021. 200 Jahre Seebad Warnemünde“, die am 18. September anlässlich unseres Hoffestes eröffnet wird, nutzen wir allerdings noch die jetzigen Vitrinen.

Angesichts der Pandemie fanden im vergangenen Jahr fast keine Veranstaltungen statt. Was hält das Jahr 2021 bereit?

Auch wenn wir die 10 000er Besucher-Marke angesichts der Schließung bis Mai leider nicht erreichen werden, wir holen ausgefallene Vorträge nach. Das Interesse an den Museumsabenden ist groß. Wer dabei sein möchte, noch gibt es einige Restkarten. Wir hoffen auch, zum Tag des offenen Denkmals am 5. September und zur Langen Nacht der Museen am 30. Oktober wieder viele Gäste begrüßen zu können. Ganz besonders freuen wir uns auf das Hoffest am 18. September, zu dem ausschließlich unsere Mitglieder eingeladen sind. 

 

Bildtext: Auf der Jahresversammlung haben die Mitglieder den neuen Vorstand des Museumsvereins Warnemünde gewählt: Doris Reiber (Schatzmeisterin), Sabine Schubert (1. Stellvertreter des Vorsitzenden/Öffentlichkeitsarbeit), Hannelore Hoppe (Schriftführerin, vorn, v. l.), Werner Kreuscher (2. Stellvertreter des Vorsitzenden, Veranstaltungen) und Uwe Heimhardt (Vorsitzender, r.).

 

 

 

 

70 Jahre aktiv im Verein

Karl Bruhs – eine Fußball-Legende

17. Juli: „Allein is man ein Nix!“, dachte sich der gerade als bester Stellmachergeselle des Kreises Ribnitz ausgezeichnete Karl- Ernst Bruhs, als er vor 70 Jahren nach Warnemünde kam. Hier suchte er gleich mal eben das Vereinslokal „Tante Paula“ auf. Er hatte schon in seinem Tribseer Verein gehört, dass sich hier Fußballer treffen. Gern wurde der junge Torwart noch im Juli aufgenommen in die BSG Motor Warnemünde,  die inzwischen als SV Warnemünde e.V.  weithin bekannt ist.

Seit all den Jahren ist Karl Bruhs nicht aus dem Fußballverein wegzudenken: als Spieler in allen damaligen Ligen bis hin zu der anspruchsvollen Bezirksliga, der Landesliga. Er trainierte Kinder, Jugendliche, Alte Herren. Fasste und fasst bis heute mit an, wenn handwerkliche Arbeiten im Vereinshaus oder auf dem Sportplatz anstehen und ist mit „verantwortlich“, wenn sich die vielen Warnemünder Fußballkicker, die meistens ihre Stollen schon an den berühmten Nagel gehängt haben, immer noch treffen und sich gegenseitig helfen.

Der Vorsitzende des Vereins, Klaus Bartsch, schwärmt regelrecht von ihm. „Karl ist die treueste Seele des Vereins. Er ist an allem interessiert, besonders an der Jugendarbeit. Unser Freund ist bei jedem Heimspiel dabei und erzählt gern die alten Geschichten – up platt.“ So versteht sich auch das das ganz persönliche Credo von Karl Bruhs, das wir als aalglatt-Redaktion gern weitergeben:

"Ich bedanke mich bei all meinen Sportfreunden, die mit mir zusammen gearbeitet, ihre Freizeit verbracht haben. Besonders bei meiner Familie, die mein Fußballfieber geteilt, mich immer unterstützt hat. Deshalb möchte ich am Montag, den 26. Juli, um 18 Uhr für alle fünfzig, hundert oder noch viel mehr Weggefährten im Klubhaus des Sportplatzes  nicht nur einen guten Schluck kalt stellen und mit Euch anstoßen. Herzlich willkommen ihr Warnemünder Fußballer, ich weiß es doch genau mit meinen  87 Jahren, allein ist man ein Nix!“.        Monika Kadner 

Karl Bruhs hat f├╝r uns schnell mal ins Schrankfach gegriffen, Fan-Schal und einen alten Fu├čball f├╝rs Foto herausgeholt.

Die spannende Geschichte des Hauses Am Strom 38

Heute angebrachte Tafel informiert und erinnert

15. Juli: Heute haben Steffen Termann von der Firma Norddeutschen Außenwerbung und WIRO-Bauleiterin Ulrike Haring am Haus Am Strom 38 eine Tafel angebracht. Sie erinnert daran, das berühmte Gäste wie der Revolutionär Carl Schurz auf der Flucht vor der preußischen Justiz in diesem Haus in der mecklenburgischen Provinz, sprich im Fischerdorf Warnemünde übernachtet haben. Sie ist die Nachfolgerin eines Schildes, das auf Initiative des Leuchtturmvereins angebracht worden war und das in den Wirren der Zeit auf nahezu mysteriöse Weise verschwunden ist.  Bereits als die WIRO das unter Denkmalschutz stehende Gebäude 2016 vom städtischen Eigenbetrieb Kommunale Objektentwicklung und –verwaltung übernommen hat, so Unternehmenssprecher Carsten Klehn, war die Tafel nicht mehr vorhanden. Inzwischen hat das Rostocker Wohnungsunternehmen das mehr als 200 Jahre alte Haus komplett saniert. Dort, wo sich einst  das Hotel Wöhlert befunden hat, dort, wo über Jahrzehnte bis 2015 Sportler trainierten,  sind in bester Lage zwölf moderne Mietwohnungen entstanden. Das marode Haus des Sports ist nicht wieder zu erkennen. „Diese Marathon-Baustelle war eine neue, eine spannende Herausforderung“, blickt Bauleiterin Ulrike Haring zurück. Nun, wo das Haus in neuem Glanz erstrahlt und die Mieter Einzug gehalten haben, sind das Rostocker Denkmalpflegeamt und die WIRO auch zum Thema Geschichts-Tafel ins Gespräch gekommen. Auf der neuen Tafel  erfahren Touristen und Einheimische Wissenswertes über das Gebäude und seine spannende Geschichte:

Tafeltext:

Als der stattliche Gasthof Ende des 18. Jh. Im schlichten Barockstil erbaut wurde, überragte er die benachbarten Fischerhäuser deutlich. Er war der erste Anlaufpunkt für die aus Rostock kommenden Boote. Warnemünde war über das Wasser besser zu erreichen als über den beschwerlichen Landweg, die Chaussee nach Rostock wurde erst 1859 eröffnet. Sie führte direkt an dem Gasthof vorbei, der zu den drei größten und besten in Warnemünde gehörte und nun Wöhlerts Hotel hieß. Das Haus sah berühmte Gäste wie Carl Schurz, ein Revolutionär von 1848/49, der 1850 auf seiner Flucht aus der Zitadelle Spandau hier übernachtete. In den USA wurde er der erste deutschstämmige Minister. Auf dem Briefpapier des Hotels zeichnete 1907 der berühmte norwegische Maler Edvard Munch die Schlacht von Stiklestad.

Bei Schlachten im I. Weltkrieg verlor der Hotelbesitzer Schultz zwei Söhne in gesunkenen U-Booten. Darunter Arthur, ein begabter Maler, der nur wenige Werke schaffen konnte. Vor dieser Tragödie wurde das Hotel nun Seestern genannt, im Jahr 1900 aufgestockt, die Balkone und eine neue Veranda entstanden.

Im 1910 erbauten großen Saal liefen die ersten Kinofilme, ab 1936 im benachbarten Neubau, den Kammerlichtspielen Seestern. 1963 etablierte sich hier das Theater Kleine Komödie. 1949 wurde das Hotel zum Haus des Sports umgebaut, betrieben von der Gemeinschaft Warnowwerft. Nach 1990 lief die Nutzung unter der Regie der Stadtverwaltung weiter. 2015 zogen die Sportler in die neue Sporthalle in der Parkstraße. Es folgte eine aufwändige Sanierung deshistorischen Vorderhauses sowie der Neubau des Seitenflügels durch die städtische Wohnungsgesellschaft WIRO. 2021 bezogen die ersten Mieter die neuen Wohnungen.

Steffen Termann und Ulrike Haring haben die Tafel Am Strom 38 heute angebracht.

30. Hanse Sail wird im Kurhausgarten eröffnet
14. Juli: Eröffnet wird die diesjährige Hanse Sail unter dem Motto„Optimistisch anders"  am 5. August um 17 Uhr im Kurhausgarten Warnemünde, wo bis zu 800 Gäste bei freiem Eintritt willkommen sind. Zum maritimen Großereignis entstehen abwechslungsreiche Areale, die zugleich Vielfalt und räumlichen Abstand für die Besucher bieten. Die Traditionssegler und das Mitsegeln rücken in den Fokus. Mehr als 110 Schiffe haben ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch der Publikumsstar, die polnische DAR MLODZIEZY.
„Unser diesjähriges Motto lautet nicht umsonst „Optimistisch anders". Die Hanse Sail 2021 wird ein anderes Gesicht haben, aber sie wird in keinem Falle weniger spannend. Wir planen aktuell mit 15 Erlebnisbereichen auf attraktiven Verantstaltungsflächen in der Stadt", informierte Tourismusdirektor Matthias Fromm während einer Pressekonferenz in Schwerin. "Gemeinsam mit den beteiligten Ämtern und Partnern haben wir ein Konzept erarbeitet, das das maritime Geschehen in den Mittelpunkt rückt und gleichzeitig die Gesundheit aller Beteiligten garantiert. Die Hanse Sail ist nicht nur der umzäunte Hauptveranstaltungsbereich im Stadthafen, sondern viel mehr. Von der Helling bis zur Silo-Halbinsel gibt es jede Menge zu entdecken und maritime Atmosphäre zu genießen. Dazu kommen der IGA-Park mit einem abwechslungsreichen Programm für Groß und Klein sowie Warnemünde mit der Promenade, dem Kurhausgarten und dem Passagierkai. Wir freuen uns darauf, die Jubiläumssail mit starken Unterstützern und Förderern an unserer Seite ausrichten zu können", so Fromm.
In Anlehnung an das Hanse Sail Handlungskonzept 2021+ wird der Veranstaltungsraum umgestaltet, es werden 15 Erlebnisbereiche in Stadthafen, IGA-Park und Warnemünde geschaffen. Der Standort Stadthafen erstreckt sich von der ehemaligen Neptunwerft über den Kaputzenhof und das 60.000 qm große umzäunte Hauptgelände bis zur Silo-Halbinsel, dem Liegeplatz der Koggen. Zutritt zum Hauptveranstaltungsbereich erhalten geimpfte, genesene und getestete Personen mit entsprechendem Nachweis. Bis zu 15.000 Personen dürfen sich laut Landesverordnung gleichzeitig darauf aufhalten.
Ergänzt werden die Veranstaltungsflächen im Stadthafen durch die Standorte Warnemünde und IGA-Park. Neben der Seepromenade als Schlenderbereich, dem Passagierkai mit dem vor Anker liegenden Großsegler ist auch der Kurhausgarten als Kunst- und Kulturbereich Teil der Hanse Sail. Der IGA-Park wartet mit Konzerten auf der Parkbühne, Aktionen rund um das Traditionsschiff und das Jugendschiff LIKEDEELER und der bewährten Mini-Sail auf.
Neben traditionellen Bestandteilen der Hanse Sail wie der beliebten Haikutter-Regatta am Mittwoch vor der Veranstaltung oder dem Empfang der deutschen Marine werden neue Programmpunkte das Großseglertreffen aufwerten: so wird erstmals das Bürgerfest Folkemøde am Hanse Sail-Samstag und -Sonntag im IGA-Park ausgerichtet. 
Im Hanse Sail Handlungskonzept 2021+ ist die Rückbesinnung auf den maritimen Kern der Veranstaltung verankert, hieß es auf derr Pressekonferenz. Dem kommen die Veranstalter in diesem Jahr bereits nach: 114 Schiffe haben bis dato zugesagt, bei der Jubiläumssail dabei zu sein. „Alle sind frohen Mutes, haben Hygienekonzepte ausgearbeitet und laden die Gäste ein, die Sail auf die schönste Art - beim Mitsegeln vom Wasser aus - zu erleben. Die Buchungszentrale hat bereits viele Reservierungen für Mitsegeltörns entgegegengenommen. Wir können allen Segelliebhabern nur raten: Buchen Sie rechtzeitig! Viele Schiffe sind sehr nachgefragt und erfahrungsgemäß schnell ausgebucht", so Dr. Frank Elsner, Vorsitzender des Hanse Sail Vereins. Neben den beliebten Tages- und Abendausfahrten bietet die Buchungszentrale Arrangements mit inkludierten Hotelaufenthalten oder Übernachtungen auf Schiffen sowie abseits der Hanse Sail auch Mehrtagestörns an.
 

50 Jahre Hotel Neptun: Extra-Schau im Heimatmuseum 

5. Juli: Tausende Kinder haben im zum Warnemünder Hotel Neptun gehörenden Meeresbrandungsbad zu DDR-Zeiten das Schwimmen gelernt. Tausende Gäste aus dem In- und Ausland wurden im Spezialitätenrestaurant Schillerstraße 14, das in den 1980er Jahren zu einem der besten Restaurants in Europa gehörte und mehrere internationale Auszeichnungen einheimste, bei Live-Musik bewirtet. „Und wir hatten auch damals schon Sponsoren. Beispielsweise bekamen wir von einem Reeder aus Honkong Geschirr für unser asiatisches Restaurant in der Schillerstraße. Dafür durfte er kostenfrei drei Nächte bei uns im Hotel verbringen. Anschließend hat er Geschäftspartner in unser Haus eingeladen. Das brachte uns die dringend benötigten Devisen“, plauderte Klaus Wenzel aus dem Nähkästchen. Der ehemalige Hoteldirektor,  der am Freitag im Warnemünder Heimatmuseum der Eröffnung einer kleinen Schau anlässlich des 50. Geburtstages des Hotels Neptun beiwohnte, schwört noch heute auf seine hervorragend ausgebildeten Mitarbeiter, von denen mehrere bei der Corona-bedingt kleinen Veranstaltung dabei waren. So beispielsweise Gerd Walter Emersleben. Der gelernte Kellner war Restaurantchef im Hotel Neptun und Gründungsmitglied der Barkeeper-Union DDR e.V.. Unter den Gästen auch Petra Dedow, die seit 36 Jahren im Neptun als Einkaufsleiterin tätig ist, und Peter Storm, der nach seiner Seefahrerzeit vor mehr als 40 Jahren ins Neptun wechselte und als Portier bis über seinen 80. Geburtstag hinaus gern im Einsatz war. Gekommen war auch Petra Fischer, die aus dem Nachlass ihres Vaters Heinz-Werner Nordheim viele Dinge für die Ausstellung im Heimatmuseum beigesteuert hat. „Mein Vater war der Chef der Eisbar“, verrät die Warnemünderin.  Mit dem Fahrrad mal rasch vom Neptun zum Heimatmuseum geradelt war Guido Zöllick, der im Hotel Neptun seine Lehre absolviert hat und nach verschiedenen Stationen und Funktionen 1999 Direktor des Hotels Warnemünder Hof wurde. Nach achtjähriger Leitung dieses Hauses wurde er 2007 Generalmanager und Geschäftsführer des Hotels Neptun in Warnemünde, in dem seine Karriere 1986 begonnen hat. 

Im Museumshof begrüßte Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde, die geladenen Gäste. Als gebürtiger Warnemünder steht für ihn fest: Das Hotel Neptun gehört heute wie der Leuchtturm und der Teepott zum Ostseebad. Der 60-Jährige schilderte, wie er und andere Kinder vor 50 Jahren den Bau des Hotels verfolgten. Und wie sie als Schulkinder die Straßen säumten um prominenten Gästen wie  Fidel Castro zuzuwinken. Diese und viele andere Geschichten sowie Fakten und spannende Hintergründe zum Hotel Neptun zusammengetragen wurden in einer kleinen Museums-Broschüre, die rechtzeitig zur Eröffnung der Schau am Freitag aus der Druckerei gekommen und nun im Heimatmuseum zu haben ist.

Besucher, die sich die kleine Schau in der Alexandrinenstraße 31 ansehen und die rund 30 unterschiedlichsten Exponate wie die Dienstkleidung von Ingeborg Steusloff  oder ein Dia mit vier Damen in der Sauna in Augenschein nehmen möchten, haben auch die Möglichkeit, ihre ganz persönliche Geschichte zum Hotel Neptun in einem Gästebuch aufzuschreiben. „Diese kleine Schau zum Hotel Neptun ist Teil der 200jährigen Geschichte des Seebades Warnemünde, die wir ab September mit einer neuen Sonderausstellung in unserem Altenteiler erzählen werden“, gibt Christoph Wegner einen Ausblick. Der Museumsleiter erinnerte zudem daran, dass das Hotel Neptun in seiner 50jährigen Geschichte nur zwei Hoteldirektoren hatte: Klaus Wenzel und Guido Zöllick. Dafür gab es seitens der Gäste, von denen sich die meisten erinnern an Besuche im Meeresbrandungsbad, in der Eisbar, in der Broilerstube oder in der Disko – der Eintritt betrug 99 Pfennige der DDR -  spontanen Beifall. Text/Foto: Sabine Schubert

 

 

 

 

 

Gespr├Ąchsrunde im Museumshof: Klaus Wenzel, Guido Z├Âllick, Gerd Emersleben, Peter Storm und Uwe Heimhardt (v.l.).

 

Juni 2021 bescherte zwei tropische Nächte

 Witterungsrückblick der Wetterstation Warnemünde/ aalglatt-Gespräch mit dem Diplom-Ingenieur für Meteorologie Rudolf Kemnitz

War der Juni schon ein Sommermonat?

Tatsächlich hatte der Juni aus meteorologischer Sicht wieder einiges zu bieten, wurde doch nach dem unterkühlten April und Mai gleich zu Beginn des Monats der Schalter auf Sommer umgelegt. Die durchweg sommerlichen, zur Monatsmitte hin sogar  hochsommerlichen Werte führten mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,9 Grad zum zweitwärmsten Juni seit Aufzeichnungsbeginn. Im Vergleich zum Klimawert der Jahre 1961 bis 1990 betrug die positive Abweichung 3,9 Grad. Auch die Monatshöchsttemperatur von 34,8 Grad am 18. Juni kann sich sehen lassen, wenngleich der alte Höchstwert von 35,9 Grad vom 30. Juni 2019 weiterhin Bestand hat. Trotzdem hat dieser Tag mit einer Tagesmitteltemperatur von 28,6 Grad einen neuen Rekord aufgestellt. Dazu muss man wissen, dass die Tagesmitteltemperatur aus dem Mittel der 24 Stundenwerte eines Tages gebildet wird und dass es seit 1946 noch nie einen so hohen Wert gegeben hat. Das liegt auch daran, dass nachts die Temperatur auf einem sehr hohen Niveau verharrt war und nicht unter 23 Grad absank. Wir hatten es also mit zwei Tropennächten vom 17. zum 18. und vom 18. zum 19. Juni zu tun. Von der sonst in der Monatsmitte auftretenden Schafskälte blieben wir dieses Jahr verschont.

Gab es auch reichlich Sonnenschein?

Ja. Mit 322,6 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihr Soll von 247,4 Stunden um satte 30 Prozent. Damit liegt der Juni 2021 auf dem fünfsonnigsten Platz seit Beginn der Messungen.

Hat der Regen sein Soll erfüllt?

Nein, denn der Juni fiel insgesamt mit 33,9 l/m² sehr trocken aus. Vom langjährigen Soll von 59 l/m² wurden nur rund 60 Prozent gemessen.

 

 

Rudolf Kemnitz: Der Juni 2021 war der zweitw├Ąrmste seit Aufzeichnungsbeginn.

230 Sorten Tee aus aller Welt

Vera Zorn eröffnete vor 30 Jahren ihr Teekontor am Kirchenplatz

 23, Juni: Vera Zorn erinnert sich gut an die Mitsommernacht und all die voran gegangenen Nächte, als sie vor 30 Jahren ihre Tuschefeder auf der Warnowwerft aus der Hand gelegt hatte. Teilkonstrukteure in der Konsumgüterproduktion waren nicht mehr nötig. Vor Grübeln kam sie nicht in den Schlaf. Mitsommer war es beschlossene Sache: Ich mache ein Teegeschäft auf! 

 In der unteren Etage des Ärztehauses neben der Apotheke von Siglinde Lindauer war noch ein Geschäftsraum frei.  Die Apothekerin schwärmt noch heute:“ Unsere Perle kam zum Schluss!“ So belebte sich vor 30 Jahren das Haus am Kirchenplatz auf schöne Weise zur Freude der Warnemünder, zum Glück für Vera Zorn.

Nach erstem Blindkauf von Teesorten, die sie aus ihrer eigenen Teekanne und aus der Literatur kannte, nutzte sie jedes angebotene Seminar, um über Tee mehr zu erfahren. Sie scheute keine Kosten, sich in Indien selbst ein Bild von einer Bio-Plantage zu machen, besuchte die Teebörse in Kalkutta und erntete höchstes Lob der sie anfangs skeptisch prüfenden „Teekönige“.

Heute stehen sorgsam in Blechkisten verfüllt 230 Teesorten für den Kunden zur Auswahl im Geschäft. Lieblingstee bei Familie Zorn ist immer wieder der Grüne Tee. Im Moment der Gyokuro aus Japan.

Angesteckt vom „Teefieber“ ist vor allem Sohn Stephan.  Nach erfolgreichem Praktikum an der indischen Teebörse ist sein  Beruf heute Teetester. Natürlich glüht an manchen Tagen das Telefon zwischen Mutter und Sohn.

Er rät ihr in diesen Tagen, den indischen Flugtee ins Geschäft zu nehmen, der so gut ist wie seit Jahren nicht. Wie sollte es anders sein, natürlich gibt die erfolgreiche Geschäftsfrau diesen Tipp ihren Kunden weiter. Sie bittet gleichzeitig die aalglatt-Redaktion, die ihr herzlich zum Geschäftsjubiläum gratuliert, der Apothekerin Siglinde Lindauer öffentlich ganz herzlich zu danken. Noch immer zahlt sie die Miete, so wie im ersten Mietvertrag  vor 30 Jahren festgeschrieben.  Und auch gerade  in den letzten Panemie- Monaten ist sie ihr immer wieder finanziell entgegen gekommen. „ Das ist in unserem Ort nicht ganz selbstverständlich. Ohne dieses Entgegenkommen hätte ich den 30.Jahrestag meines Teekontors nie erreicht", gesteht Vera Zorn. Gern geben wir das weiter! Monika Kadner

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Vor 30 Jahren er├Âffnete Vera Zorn ihr Teekontor am Kirchenplatz, wo sie ihre Kunden individuell ber├Ąt.

Ausflugs-Tipps

Auf der Wanderung durchs Nebel-Durchbruchstal kommt man vorbei am Kneipp-Wanderweg, wo man den F├╝├čen ein wohltuendes Bad g├Ânnen sollte.

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Wanderung im Nebel-Durchbruchstal

21. Mai: Mit dem Auto von Warnemünde fährt man - je nachdem, wo man parken möchte - etwa  60 bis 70 km bis zum Nebel-Durchbruchstal. Über die A 19 mit Abfahrt Richtung Krakow am See erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten die Tour zu beginnen:

  1. Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt in Kuchelmiß. Hier kann man sich noch etwas zur Stärkung oder für ein Picknick kaufen.
  2. Parkplatz an der Wassermühle in Kuchelmiß. Die ist aber Corona-bedingt zurzeit geschlossen.
  3. kleiner Waldparkplatz nördlich von Serrahn

Beginnt man beim Parkplatz am Einkaufsmarkt, so führt rechts parallel zur Straße nach Krakow ein kleiner Weg vorbei an drei Wohnhäusern. Dann geht es weiter über eine kleine Brücke, die uns über das Moor in Richtung Wassermühle Kuchelmiß bringt. Man kommt vorbei an den Resten der mittelalterlichen Anlage der Turmhügelburg. Die Wassermühle darf man leider derzeit nur von außen besichtigen und auch die Toiletten sind geschlossen. Man kann aber weiterhin auf dem Gelände die Fischtreppen besichtigen und einen Eindruck von der Strömung der Nebel erleben. Einen kleinen Picknickplatz gibt es dort auch, so dass man sich in der Natur stärken kann. Auf einer Infotafel wird erklärt, wie das Nebel-Durchbruchstal entstanden ist.

An den Resten eines alten Schlosses - es sind nur noch einige alte Skulpturen zu sehen - und den Fischteichen vorbei gelangt man zu einem Hofcafé. Folgt man einem gepflegten Waldweg, dann erreicht man eine Brücke, die nach Serrahn führt. Hier kommt man auch am Waldparkplatz vorbei.

Der Ort Serrahn hat eine kleine Kirche und eine alte Schmiede als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Danach sind wir wieder über den Waldparkplatz in Richtung der Nebel gewandert. Aber dieses Mal nicht über die Brücke nach Kuchelmiß, sondern wir haben den Waldweg parallel zum Flüsschen in östlicher Richtung gewählt. Der Weg ist leicht hügelig, aber dennoch gut zu laufen. Ein paar Bänke laden zudem am Weg zum Verweilen ein. Hier hat die Nebel allerdings einen wilderen Charakter. Ihre Strömung kann man von der Brücke aus wunderbar erleben.

Geht man dann weiter geradeaus, gelangt man zum Kneipp-Wanderweg. Er ist aus einem kleinen Nebenarm der Nebel entstanden. Ihn sollte man unbedingt ausprobieren. Der sandige Untergrund tut den Füßen gut und das Wasser ist sehr klar. Aber das Kneippen stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Picknickplatz lädt hier erneut zum Verweilen ein. Der Weg durch den Wald führt dann an den Teichen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Wald war durch die vielen Anemonen besonders schön in diesem Jahr. Ein herrliches Stück heimischer Natur. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die rund 16 km, die wir in aller Ruhe mit einem Picknick bewältigt haben, waren wir gut vier Stunden unterwegs. Für Rollstuhlfahrer ist diese Wanderung allerdings nicht geeignet. Leider konnten wir auch keine geöffneten Toiletten finden..

Für Familien mit Kindern ist diese Wanderung ohne weiteres zu schaffen, gibt es doch überall etwas in der Natur zu entdecken. Jedoch sollten Familien mit Kindern auf den Abstecher nach Serrahn verzichten, weil man dafür an der Straße in den Ort gehen muss.  Unterwegs für aalglatt-Leser war: Hanne Hoppe

 

 

Das Schlossgut Gorow l├Ądt nun wieder ein. Foto: Tanja Mich

Kulinarische Köstlichkeiten im Schloßgut Gorow

17. Mai: Das Schloßgut Gorow, eine halbe Stunde von Warnemünde in Richtung Bad Doberan entfernt und dann weiter in Richtung Autobahn A20,  lädt wieder ein!

Falls Sie mit dem Auto unterwegs sind, geben Sie in Ihr Navi einfach ein: Schloßgut, Zu den Linden 1, 18239 Satow. Aber auch ein guter Fahrradweg ist für sportliche Pedalritter  zu empfehlen.

Pfingsten geht es los. Wie jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr mit einem Pianofrühstück für 28 Euro pro Person. Und Pfingsten natürlich auch am Pfingstmontag.

Das Restaurant hat von dienstags bis sonnabends von 18  bis 23  Uhr geöffnet und das Cafe, in dem es tollen, selbst gebackenen Kuchen gibt, lädt dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr ein.  Montags ist Ruhetag.

Auch Hochzeiten können hier wieder verabredet werden. Genau zum – hoffentlich – Ende der strengsten Corona-Beschränkungen, läuten im Schloßgut Gorow die Hochzeitsglocken für junge und ältere Paare die sich trauen getraut zu werden! Das Schloßgut ist Außenstelle des Standesamtes Satow und verspricht mit seinem wunderbaren Ambiente Romantik pur für das „Ja“- Wort.

Das allein nicht genug. Küche und Keller halten für diesen Tag ganz besondere Gaumenkitzel parat. Und auch die Hochzeitsnacht, nicht nur für das Brautpaar, kann hier gebucht werden. Allerdings ab 7. Juni nur erst für Gäste aus Mecklenburg/Vorpommern. info@schlossgut-gorow.de   Unterwegs für aalglatt-Leser war:  Monika Kadner

 

 

 

 

 

Wismar und seine Schätze

Ein Ausflug in die benachbarte Weltkultur-Stadt

Warum nicht mal Wismar besuchen? Ist nicht weit von der Hansestadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde entfernt und eine wunderschöne Stadt mit mächtigen Backsteinkirchen, liebevoll sanierten jahrhundertealten Häusern aus der Gotik, dem Barock und dem Klassizismus.  Tierpark, Museen und ein malerischer Hafen mit Speichern und diversen Restaurants laden zum Bummeln ein. Fischkutter, deren Besatzungen leckere Fischbrötchen und fangfrischen oder geräucherten Fisch anbieten, sind ebenfalls erlebenswert. Die Hansestadt Wismar trägt zu Recht das Siegel des Weltkulturerbes.

Jetzt im noch sonnigen Corona-Herbst zieht es viele Touristen aus scheinbar vor allem südlichen Bundesländern an die Küste. Zumindest ihre Dialekte legen das nahe. Sie beobachten interessiert vom Außenbereich der Hafenlokale das Kommen und Gehen der anderen Touristen sowie das Verhalten der gefräßigen Möwen, die gern im Sturzflug den ahnungslosen Passanten das Fischbrötchen entreißen wollen. Amüsant, wenn die Möwen Sieger bleiben und man das eigene Brötchen schon sicher im Magen hat. Wenn es kein Fischbrötchen sein soll, kann man wunderbar in der Nähe des Alten Hafens am Lohberg im Brauhaus Durst und Hunger stillen. In dem Fachwerkspeicher ist schon 1452 Bier gebraut worden. Allerdings führt eine mehrstufige Treppe ins Gebäude hinein.

Wismar ist aber auch ein lohnendes Besuchsziel, wenn man mit den Enkeln einen Ausflug planen möchte. Sie tauchen in der Altstadt ein ins Mittelalter, sehen mit Giebel- und Traufenhäuser die Architektur vergangener Jahrhunderte und erfahren auf Schrifttafeln oder Plaketten an den aufwändig sanierten Häusern viel über die Geschichte Wismars und ihrer Bewohner.

Ein Ziel sollte unbedingt der 80 Meter unübersehbar hohe Turm der Marienkirche sein. Das einst mächtige Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erfuhr wie etliche Sakralbauten in der ehemaligen DDR dasselbe Schicksal. Die Marienkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Mauern einer rund 100 Jahre alten kleineren Vorgängerkirche errichtet wurde, fiel 1960 der Sprengung zum Opfer. In Wismar sind wenigstens ihre Konturen wieder sichtbar im Boden entstanden. Teil des Forums an der Kirche ist neben moderner Kunst ein Metallmodell. Es zeigt, wie sich die ehemalige Ratskirche über Jahrhunderte präsentiert hat.

Besonders interessant für Kinder ist aber der 3-D-Film „Bruno Backstein“, der wie die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turm sehr spannend den Bau dieser gotischen Kirche erklärt. Bei einer Führung offenbart sich in 67 Metern Höhe ein wunderbarer Blick über die Altstadt und der Besucher erfährt weiteres Wissenswertes zur Kirche und zur Welterbe-Stadt Wismar.

Vor dem Kirchturm sind Modelle zu sehen, in denen Ziegelsteine geformt worden sind, die für den Bau verwendet wurden. Bruno Backstein erklärt im Film auch, wie die Bauleute es schafften, ohne Kran, dafür mit einem imposanten hölzernen Rad und Seilen die Steine in die Höhe zu transportieren. Der Nachbau dieses Rades vor der Marienkirche verdeutlicht den großen und kleinen Besuchern die meisterlichen Fertigkeiten der mittelalterlichen Baumeister, aber auch das mühevolle Bauen.

Der Film dauert etwa 15 Minuten. Der Eintritt inklusive Turmführung kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Ein Muss ist auch der Besuch der St.-Georgen-Kirche, eine der drei Hauptkirchen und die größte der Hansestadt. Auch sie ist ein Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik. 1594 wurde sie nach mehrfachen Veränderungen fertiggestellt. Baubeginn soll allerdings schon Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Sakralbau stark beschädigt, aber in der DDR glücklicherweise nicht gesprengt. Nach der Wende wurde die St.-Georgen-Kirche ab 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und örtlicher Betriebe wiederaufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche feierlich wiedereröffnet. Kultur findet auch jetzt statt. So gastiert Ben Becker am 30.Oktober mit „Ich, Judas“. Viele weitere Veranstaltungen sind geplant – sofern Corona es zulässt.

Die Aussichtsplattform Von St.-Georgen in 35 Metern Höhe bietet einen eindrucksvollen Rundblick auf Wismar, die Gassen und Straßen der Altstadt, die Ostsee, den Hafen und die MV-Werft. Die Fahrt mit dem Lift kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis.

Neben der Kirche liegt der Fürstenhof, die im 16. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich. Heute beherbergt das schön sanierte Bauwerk das Amtsgericht der Hansestadt.

Bei einem Gang durch die Altstadt gibt es viele weitere lohnende Ziele. Doch wer sich die Ausstellung und die Einrichtung in dem sehr informativen Welt-Erbe-Haus an der Lübschen Straße angesehen hat, sollte noch an der Grube entlangspazieren. Sie ist eines der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands und dann in einem der Cafés am Marktplatz Füße und Kopf entspannen. Auch dort gibt es mehrere historische Bauwerke zu bewundern. Schließlich ist die Stadt nicht umsonst von der UNESCO ausgezeichnet worden. Und weil man an einem Tag nicht alles Sehenswerte in Wismar erleben kann, sollte man sich - solange das Wetter mitspielt – unbedingt noch einmal auf den Weg dorthin machen.

Doch was hat dem zehnjährigen Theo am besten in der ehrwürdigen Hansestadt gefallen? „Der Blick von der Georgenkirche war cool.“ Eigentlich wollte er die Wendeltreppe zur Plattform hochsteigen. Doch die war gesperrt, weil man in Corona-Zeiten dort keinen nötigen Abstand halten kann. „Aber auch der Film in dem anderen Kirchturm war wirklich spannend“, empfiehlt Theo.

Unterwegs für aalglatt-Leser war: Ingrid Feuerstein

Die Marienkirche und St.-Georgen-Kirche öffnen von Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Turm von St. Marien kann nach Anmeldung (Telefon: 03841-2510) bestiegen werden.

├ťber die Rapsfelder hat man einen tollen Blick auf den Leuchtturm Bastorf.

Rund um den Leuchtturm Bastorf

13. Mai: Unser Ausflug führt von Warnemünde nach Bastorf. Mit dem Auto erreicht man den dortigen Leuchtturm in etwa 45 Minuten. Die Fahrt führt in diesen Tagen vorbei an herrlich blühenden Rapsfeldern, die so richtig tolle Fotomotive bieten. Rasch ist der Parkplatz am Leuchtturm erreicht.  Der Turm befindet sich zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik und oberhalb von Kap Bukspitze, weshalb er auch Buk genannt wird.

 Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von rund 78 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Höhe des Leuchtturms beträgt 20,8 m, sodass sich eine Gesamtfeuerhöhe von etwa 95,3 m ergibt. Somit ist der Leuchtturm Buk zwar einer der kleinsten deutschen Leuchttürme, hat aber das höchste Leuchtfeuer, dass an den deutschen Küsten zu finden ist.  Während er für die Seefahrt eine notwendige Navigationshilfe ist, hält er für Besucher nach dem Erklimmen der 55 Stufen einen grandiosen Ausblick bereit. Schaut man in nordöstliche Richtung, kann man das heimische Warnemünde sehen. Bei einem Blick nach Westen entdeckt man  Rerik und die Wismarer Bucht  Bei klarer Sicht soll man sogar die Insel Fehmarn  und dänische Inseln sehen. Leider ist der Turm derzeit aber für Besucher noch geschlossen.

Nicht so tragisch, denn wir umwandern ihn ganz einfach Die Strecke beträgt etwa 4,8 Kilometer, die auch für nicht so professionelle Wanderer machbar ist.  Start und Ziel ist für uns der Parkplatz unterhalb des Leuchtturms. Auf einem schmalen Pfad mit einer tollen Aussicht geht es entlang des Parkplatzes in Richtung Kägsdorf. Weiter führt unsere Tour auf der Straße durch den Ort, der durchaus interessante Häuser aufweist. So beispielsweise ein Gutshaus auf der rechten Seite.  Am Ende des Ortes führt eine schmale  Straße in Richtung Kühlungsborn,  bevor uns dann der erste Weg rechts wieder zum Leuchtturm bringt .

Angekommen, lohnt es sich den Picknick-Korb auszupacken oder unbedingt das Cafe Valentins zu besuchen, das ab 28. Mai freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet ist und wo man endlich wieder den  leckeren Kuchen genießen kann. Nach unserer Stärkung  geht es wieder abwärts bis zum Parkplatz. Und schließlich gut gelaunt zurück nach Warnemünde. Unterwegs für aalglatt-Leser war: Doris Reiber

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