Land und Leute

Bautagebuch zur Landessportschule (25)

Wuling löst sich schnell auf

30.September In aller Frühe rollt der schwere Betonmischer mit seiner Pumpe zur Baustelle – wie jeden Freitag. Nur die Segler aus der gesamten Bundesrepublik, angereist zu einer Europa- und Weltmeisterschaftsausscheidung, wissen von den örtlichen Gegebenheiten recht wenig. Wuling hoch drei auf der Mittelmole. Die 60 Boote der 420er Klasse müssen auf die Plattform. Es ist so furchtbar eng und die Trailer hinter den schweren Autos lenken sich nun auch nicht gerade leicht. Jetzt parkt gar ein Auto direkt am Betonmischer. Dieser kann nicht vor und zurück. Bauleiter Jens Düsing, vom Warnemünder Bau, verliert nicht die Ruhe. Gemeinsam mit dem Hafenmeister und dem Polier rangieren sie die Fahrzeuge so, dass alle zufrieden sind. Der Betonmischer kann nun seinen 42 Meter langen Rüssel über dem Haupthaus weiter justieren, damit ins 1.Obergeschoss und in die Wände der Westseite der Beton in die vorbereiteten Schalungen fließen kann.

Auch wenn alles nach Plan läuft, es darf einfach keine Verzögerungen geben, die Zeitverzug bedeuten, so der Bauleiter. Da auch die Segler um jede Minute kämpfen, kommen alle auf der Mittelmole gut miteinander aus, verstehen sich.  Wie sich heute wieder gezeigt hat.

Am Mittwoch erwarten die Bauleute wieder den schweren Beton-Brummi. Die Decke der Bootshalle und Wände sollen gegossen werden, während am Haupthaus die Maurer schon Stein auf Stein setzen.

27 Bauleute sind – alle Achtung! - im Moment auf der Baustelle. Das Ziel: Rohbaufertig zu Weihnachten.            Monika Kadner        

Musiksommer im Kurhausgarten geht zu Ende

30. September: Der Musiksommer im Warnemünder Kurhausgarten klingt am 2. Oktober mit der Rostocker Party- und Coverband „Rockvalley" aus. Die Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde blickt in diesem Zuge auf 21 Konzerte im Kurhausgarten von Warnemünde zurück und wagt auch einen Ausblick auf das nächste Jahr.

„Seit dem 8. Mai locken die Meeresbrise-Konzerte mit vielfältigen Liveauftritten in den Warenmünder Kurhausgarten. Aus einer Idee während der Corona-Pandemie, mit der wir regionalen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne bieten wollten, haben sich die meist sonntäglichen Musiknachmittage im dritten Jahr zu einem erfolgreichen Format entwickelt", sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. Rund 8000 Gäste besuchten 2022 den Kurhausgarten und die Meeresbrise-Konzerte.

Somit ist die Veranstaltungsreihe sowohl für die Einheimischen als auch Urlaubsgäste zu einem beliebten Termin geworden. „Wir haben viel Zuspruch erhalten. Die Menschen erkundigen sich konkret nach dem Format, was beweist: Die Meeresbrise-Konzerte sind im Rostocker Kulturkalender angekommen und mittlerweile eine feste Größe", sagt Veranstaltungsmanager Olaf Nückel.

Doch nicht nur der Termin am Sonntagnachmittag, auch der Veranstaltungsort hat sich als echtes Highlight erwiesen. „Der Kurhausgarten befindet sich in direkter Anbindung zum Strand, bietet mit der Kurmuschel eine tolle Bühne für sämtliche Stilrichtungen und ist barrierefrei für jeden Menschen erreichbar." Begleitet wurden die Konzerte von der Goliath Show & Promotion GmbH, das Kurhaus hat für die entsprechende Verpflegung gesorgt.

Auch im kommenden Jahr sollen die kostenfreien Konzerte dem Publikum wieder vielfältige Unterhaltung bieten. „Wir hatten einen spannenden Stilmix. Es gab Shantys, Klassik, Rock oder auch Folk. Im kommenden Jahr wollen wir das Portfolio noch etwas erweitern und auch Musikrichtungen eine Bühne bieten, die ein noch jüngeres Publikum einbeziehen." Als Beispiel nennt Nückel etwa Hip-Hop-Konzerte.

Doch bevor die Planungen so richtig anlaufen, wolle man am Sonntag ab 15.30 Uhr den Abschluss der Saison gebührend feiern – mit Rock-Songs aus allen Epochen. Am Sonntag präsentiert „Rockvalley" nämlich Lieder aus 60 Jahren Musikgeschichte – von Elvis Presley über die Beatles, die Rolling Stones bis hin zu Joe Cocker, Michael Jackson, Bryan Adams, Bon Jovi und Robbie Williams. Natürlich gehören auch deutsche Rock-Ohrwürmer zum Repertoire der Rostocker.

Das Hafenhaus - ein tolles Zweckgebäude

26. September: Es wächst - langsam aber sicher: Das Hafenhaus. Michaela Raddatz vom Hafen- und Seemannsamt der Hansestadt  ist schon ein bisschen stolz, als wir vor der Baustelle des Hafenhauses stehen, das nach und nach inmitten des Yachthafens seinen Platz finden wird. Immerhin ist dieses Zweckgebäude, wie es Warnemünde in dieser Form noch nicht hatte, speziell für die 240 Liegeplatznutzer vorgesehen, die ihre Leinen hier als Dauer- oder Gastlieger festmachen.

So werden sie acht Duschen, einen Sanitärkomplex für Menschen mit eingeschränkten Bewegungen, mehrere Waschbecken, fünf Damen WC, vier Herren WC und drei Urinale vorfinden. Auch an Sportler, die lange Schläge unter ihren Kiel nehmen, ist gedacht. Zwei Waschmaschinen und zwei Trockner finden in dem zwölf Meter langen und zehn Meter breiten Zweckgebäude ihren Platz. In der ersten Etage werden Räume für die Hafenbewirtschaftung eingerichtet. Das sind u.a. Büroräume für den Hafenmeister und ein kleiner Werkstattraum für ihn, damit er schnell auch mal mit kleineren Reparaturen aushelfen kann.

Das Dachgeschoß mit seinem umlaufenden Gang wird die Lüftungsanlagen beherbergen. Unsere Ungeduld, dass anscheinend so wenig Bautätigkeiten zu sehen sind, dämpft Michaela Raddatz, die auch diesen Wasserbau koordiniert. „ Es ist ein Spezialbau, der auf einem Betonponton errichtet wird, der 175 Tonnen trägt. Da müssen alle Einbauten genauestens angepasst sein. Eine Wasserstandslinie wie bei den Schiffen, wird später auch zeigen, wenn zu viele Personen oder Gegenstände die Sicherheit des Hafenhauses gefährden sollten.“

 Schon spannend, was sich der Bauverbund Krassow Bau, in der Nähe von Wismar beheimatet, hier als Generalauftragnehmer vorgenommen hat. Dieser hat nach einem langen Ausschreibungsverfahren endlich im April diesen Jahres mit dem Bau beginnen können. Im Moment ist zu sehen, wie die Verkettung der Fassade erfolgt, satiniertes Glas eingesetzt wurde, damit Sichtschutz bei den Sanitäranlagen gegeben ist. Sanitärstränge werden verlegt, Estrich eingebracht. Lärchenplanken werden die Betonteile verschwinden lassen.

Wir hoffen gemeinsam mit den Seglern, dass zur Saison 2023 der inzwischen so schöne Yachthafen dann auch das Hafenhaus erhält, so dass der kleine Warnemünder Yachthafen noch attraktiver wird für die Freizeitsportler. Monika Kadner  

Modern und zweckm├Ą├čig, so soll sich das Hafenhaus nach Fertigstellung pr├Ąsentieren.

Stille Wüste statt Kaffee im Strandkorb

Tourismusverein fordert Verlängerung der Strandversorgung in Warnemünde

24. September: Bereits bis Mitte Oktober sollen auf Anweisung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg sämtliche Strandkörbe und gastronomischen Versorgungseinrichtungen vom Warnemünder Strand verschwunden sein. Der Tourismusverein Rostock und Warnemünde fordert im Angesicht der aktuellen Bedingungen die Möglichkeit für Gewerbetreibende, am Warnemünder Strand bis November tätig sein zu dürfen und somit den Gästen der Stadt dort eine minimale touristische Infrastruktur bieten zu können.

„Ich habe massive Verärgerung bei Kollegen und Gästen wahrgenommen, dass die Strandsaison hier so früh beendet wird. Die Hotels in der ganzen Stadt haben voraussichtlich im September eine höhere Belegung mit Touristen als im Juli, auch der Vorbuchungsstand für den Oktober mit den Herbstferien in ganz Deutschland ist sehr gut“, sagt Frank Martens, Vorsitzender des Tourismusvereines. Zur Verwunderung der Touristen werden aber wohl mitten in den Ferien Abräumarbeiten am Strand stattfinden. Familien, die Warnemünde besuchen, werden Getränkeangebote, Strandkorb und Co. vergeblich suchen. "Dabei ist es der Strand doch das, warum viele zu uns kommen“, sagt Frank Martens. Auch den Gewerbetreibenden nehme man damit die Möglichkeit wichtige Einnahmen für den anstehenden Winter zu erwirtschaften. Man stehe vor schwierigen Zeiten und vor allem in der Tourismusbranche müsse man nun schauen, wie man den Standort gut und nachhaltig vermarktet. „Wir reden immer davon, dass wir die Saison in Warnemünde und ganz MV verlängern wollen. Darüber brauchen wir aber nicht zu sprechen, wenn wir die Saison selber verkürzen und so dafür sorgen, dass Gäste enttäuscht wieder abreisen. Sie wollen auch im Herbst etwas geboten bekommen.“ Martens unterstützt daher massiv die Forderungen an das Landwirtschaftsministerium, die Frist zum Abbau sämtlicher Strandversorgungseinrichtungen unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes mindestens bis zum 1. November zu verlängern. „So können auch die für uns wichtigen Besucher in der Nachsaison noch in den Genuss eines typischen Warnemünde-Besuchs kommen."

Rettungsschwimmer halfen in 379 Fällen 

 24. September: Die Bojen wurden eingeholt und die Rettungstürme befinden sich auf dem Weg ins Winterquartier. Damit ist die Saison 2022 der DRK Wasserwacht in Rostock beendet. Von Mai bis September sorgten über 200 Rettungsschwimmer auf 12 Türmen in Rostock-Warnemünde und –Markgrafenheide für einen sicheren Badebetrieb.

 Unterstützung erhielten die Rostocker von Kollegen aus ganz Deutschland – aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Thüringen – und sogar von einem Kollegen aus der Schweiz. Insgesamt waren die Rettungsschwimmer rund 22.500 Stunden ehrenamtlich im Einsatz, in denen sie 379 Mal Erste Hilfe leisteten. Bei 65 Einsätzen musste der Rettungsdienst hinzugezogen werden. Bei den Erste-Hilfe-Leistungen handelte es sich überwiegend um kleinere Verletzungen, die schnell am Turm oder an Ort und Stelle versorgt werden konnten. Die meisten Behandlungen waren dabei chirurgische Verletzungen, Sportverletzungen und Kreislaufprobleme.

„Gerade zum Saisonende hin hatten wir einige stürmische Wetterlagen und starke Strömungen in der Ostsee, bei denen wir die rote Flagge gehisst haben. Viele Badegäste gehen trotzdem ins Wasser und überschätzen dabei ihre eigenen Kräfte“, erklärt Wasserwacht-Koordinator Manuel Brumme die in diesem Jahr häufigen Wasserrettungen. Mit der Missachtung der roten Flagge – dem absoluten Badeverbot – riskieren die Strandbesucher nicht nur ihr eigenes Leben, sondern bringen auch die Rettungsschwimmer in gefährliche Situationen. „Glücklicherweise konnten wir alle erfolgreich aus dem Wasser retten und haben uns selbst dabei nicht verletzt.“
Für parallel stattfindende Einsätze wurde zu Saisonbeginn ein zusätzliches Quad in Warnemünde in Betrieb genommen. Das zweite Einsatzfahrzeug hat sich bereits bewährt. „Bei mehreren Behandlungen zur gleichen Zeit sind wir schneller vor Ort“, resümiert Lukas Knaup, Wachleiter in Warnemünde. Das neue Fahrzeug ist mit Blaulicht und Martinshorn, einer Sitzfläche für zwei Personen, einer elektrischen Winde sowie angepassten Einsatzrucksäcken ausgestattet. „Gerade in der Hauptsaison, wenn der Strand sehr gut besucht ist, können wir mit dem zusätzlichen Fahrzeug wertvolle Zeit sparen“, berichtet der Wachleiter.

Neben der Besetzung der Türme sicherten die Rettungsschwimmer der DRK Wasserwacht auch einige Großereignisse ab, darunter die Warnemünder Woche, die Hanse Sail sowie die Weltmeisterschaften im Segeln. Zudem agieren sie gemeinsam mit der Tourismuszentrale bei der Sensibilisierung von Urlaubern und Strandgästen. So wurde als wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit die Veranstaltungsreihe „Rette sich - wer’s kann“ zur Aufklärung über die Baderegeln fortgesetzt. „Gerade das Saisonende hat gezeigt, wie wichtig es ist, über die Gefahren in der Ostsee aufzuklären. Wir bedanken uns bei den zahlreichen Ehrenamtlichen des DRK aus ganz Deutschland für die hervorragende Zusammenarbeit und das beispiellose Engagement an unseren Stränden", sagt Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm.

Seit dem 19. September sind die Rettungstürme nun geschlossen. In den Herbst- und Wintermonaten stehen für die Ehrenamtlichen vor allem Trainingseinheiten in der Neptunschwimmhalle, die Prüfung des technischen Equipments und der Ausrüstung sowie regelmäßige Aus- und Weiterbildungen in Erster Hilfe auf dem Programm. Julia Junge

 

Alina Tristram und Jacob Bernitzki sammeln die Bojen mit dem Quad ein. W├Ąhrend der Wintermonate wird die Ausr├╝stung der Rettungsschwimmer gewartet. Foto: DRK/Junge

Abschied von Klaus Möller

21. September: Klaus Möller, der Vorsitzende des Leuchturmfördervereins Warnemünde, ist heute im Alter von 72 Jahren in Folge einer Krebserkrankung gestorben. Klaus Möller hat den Vorsitz des weithin bekannten Vereins 2012 von Gerhard Lau übernommen und dessen Arbeit mit viel Engagement weiter geführt. Die Liebe zur Seefahrt und damit zum Leuchtturm wurden ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Denn sein Vater war der weithin bekannte Kapitän Günter Möller, den man im Seebad als Käpt’n Kid kannte und schätzte. Klaus Möller machte eine Ausbildung zum Vollmatrosen bei der Handelsmarine, studierte und schloss als Diplom-Ingenieur für Logistik ab, bevor er bis zum Ruhestand in einem Warnemünder Unternehmen tätig war. Und wie sein Vater war er auch Mitglied im Warnemünder Segel Club. Sein besonderes Interesse galt seinem Warnemünde. Er sammelte alles, was er über seinen Heimatort bekommen konnte. Postkarten, Ansichtskarten, Fotos, Plakate, Urkunden, Bücher. Wie er einmal erzählte, nahm diese Leidenschaft vor mehr als einem halben Jahrhundert seinen Anfang, als er zur Konfirmation eine alte Ansichtskarte geschenkt bekam. Wer eine Frage zur Geschichte Warnemündes hatte, der war bei Klaus Möller genau richtig. In seinem Archiv fand sich darauf garantiert eine Antwort. Einen Einblick in seine unglaublich große Sammlung, zu der das Original der 1. Lotsenordnung zur Warnemünde aus dem Jahre 1729 gehören soll, gewährte er Interessenten gern. So beispielsweise im jährlich erscheinenden Tidingsbringer, wo er als Autor spannender Geschichten in Erscheinung getreten ist. Erst vor wenigen Wochen weilte er noch im Heimatmuseum Warnemünde, um mit Leiter Christoph Wegner über den 125. Geburtstag des Leuchtturms zu reden, dem eine Sonderausstellung gewidmet ist.

Nun werden seine Familie, seine Mitstreiter vom Leuchtturmförderverein und viele andere Weggefährten von Klaus Möller Abschied nehmen müssen. Zu ihnen gehören auch die Redakteurinnen der aalglatt-Redaktion, die den Verstorbenen viele Jahre kannten und sehr schätzten.

Historische Brücke per Hand gedreht

11. September Was für ein Spätsommertag.  Was für eine Kulisse mit den beiden Kreuzlinern „Poesia“ und AIDAmar im Hintergrund. Wie geschaffen, um den Abschluss des Brückenfestes zünftig zu feiern. Und zwar mit dem Drehen der unter Denkmalschutz stehenden Brücke über den Alten Strom. Erst in diesem Jahr ist das Bauwerk aus dem Jahre 1903 erneut umfassend saniert worden. Nun bot es heute eine spektakuläre Kulisse für alle Freunde des Maritimen. Als gegen 12 Uhr die  42 Meter lange und 7.10 Meter breite Brücke für den Fußgängerverkehr gesperrt und schließlich per Hand-Drehung geöffnet wurde, nutzen die freie Fahrt zahlreiche Besitzer von teils geschmückten Segelbooten und Segelyachten, denen die Fahrt in den südlichen Strom auf Grund der Brückenhöhe ansonsten versperrt ist. Auch das Tochterboot des Seenotrettungskreuzers Arkona reihte sich ein. In umgekehrte Richtung machten sich etliche Boote des Warnemünder Anglervereins auf den Weg in den nördlichen Strom. Begleitet von Wasserfontänen der Feuerwehr. Die Warnemünder Jungs spielten dazu in Anlehnung an den Karat-Klassiker „Über diese Brücke muss man geh‘n“. Hunderte Schaulustige verfolgten das Geschehen auf dem Wasser und spendeten den Organisatoren des Warnemünder Brückenfestes unter Regie des Warnemünde Vereins herzlichen Beifall. Als sich eine halbe Stunde später die Brücke wieder schloss und damit der Weg zwischen Bahnhof und Ortszentrum wieder frei war, schien das technische Denkmal unter dem nicht abreißenden Strom von Fußgängern fast zu wanken. Aber nur fast. Denn der Oldtimer ist solchen Ansturm von vergangenen Brückendrehungen längst gewöhnt. Zahlreiche Einheimische und Touristen verweilten vor der Vogtei, wo die Warnemünder Jungs weiter aufspielten und ordentlich Werbung machten für ein Glas Bier und einen damit verbundenen guten Zweck: Der ehemalige Fischkutter Pasewalk, der 1950 gebaut wurde und heute der Jugendarbeit dient, braucht dringend finanzielle Unterstützung. Jeder Cent zählt. Anschließend hatten Mitglieder der Warnemünder Trachtengruppe ihren Auftritt, wurden fotografiert und mit viel Beifall bedacht. Doch das allein hilft dem Verein nicht. Er braucht dringend Nachwuchs. Also nicht nur schauen, klatschen und mitsummen, sondern mitmachen! Mit einem bunten Programm am Leuchtturm und im Kurhausgarten klang das Brückenfest aus. Sabine Schubert

 

 

 

Hunderte Schaulustige waren dabei, als die aus dem Jahre 1903 stammende Br├╝cke ├╝ber den Alten Strom ge├Âffnet wurde. Foto: susa

Gesucht: Älteste Postkarte mit Leuchtturm-Motiv

Stimmungsvolles Hoffest im Heimatmuseum/ Sonderausstellung eröffnet

7. September: Der Warnemünder Leuchtturm hat dem Fischer Karl-Heinz Ruschau in vergangenen Zeiten oft den Weg nach Hause gewiesen. „Das war vor allem so zwischen 1945 und 1950, als Handnavigation noch üblich war. Da haben wir uns am Leuchtturm orientiert. Heute haben die Fahrensleute moderne Technik wie Radar oder GMS“, sagt der 89-Jährige beim Rundgang durch die neue Sonderausstellung „125 Jahre Leuchtturm Warnemünde“ im Heimatmuseum in der Alexandrinenstraße 31.  Diese wurde am Sonnabend im Rahmen des diesjährigen Hoffestes eröffnet, zu dem der Museumsverein Warnemünde einmal im Jahr seine Mitglieder, Förderer und Freunde einlädt. „Jeder Leuchtturm hat eine andere Kennung, sodass wir Fischer auch bei schwerem Wetter wussten, wo wir sind“, erinnert sich Ruschau, der ebenso wie seine Frau Erna lobende Worte für die neue Sonderausstellung findet. Als richtig cool bezeichnet diese auch der siebenjährige Ansgar. Ihn begeistert vor allem, dass das sehenswerte Modell des Warnemünder Leuchtturms leuchtet. Dass der Zweitklässler sich für Leuchttürme interessiert, ist nicht verwunderlich. Schließlich ist sein Papa Mathias Stagat der zweite Vorsitzende des Leuchtturmvereins Warnemünde. „Eine gelungene Ausstellung, sehr informativ“, sagt Stagat, der auf das gute Miteinander des Museums- und des Leuchtturmvereins verweist. Gemeinsam habe man sich deshalb anlässlich der Sonderschau auch etwas Besonderes überlegt. „Wir werden jeweils einen Preis ausloben für die drei ältesten, gelaufenen Postkarten mit dem Warnemünder Leuchtturm als Foto-Motiv. Der Poststempel ist entscheidend“, verrät Museumsleiter Christoph Wegner. Wer mitmachen möchte, hat bis zum nächsten Jahr Zeit, seine Postkarte in Kopie oder per Email mit der Ansicht von Vorder- und Rückseite an kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de oder Heimatmuseum, 18119 Warnemünde, Alexandrinenstraße 31, einzusenden. So die Wahl getroffen ist, wollen die Auslober der Preise über 300, 150 und 50 Euro natürlich auch das Original sehen. „Wenn der Leuchtturm zu Ostern 2023 in die neue Saison startet, werden wir die Gewinner küren“, versichert Mathias Stagat. Jetzt aber habe der Leuchtturm noch bis Anfang Oktober für Besucher geöffnet. Und am ersten Advent soll auch wieder das bei Jung und Alt gleichermaßen beliebte Adventssingen stattfinden.

Begeistert von der Sonderschau, die bis zum Sommer 2023 zu sehen sein wird, sowie natürlich vom Fest im Hof des Heimatmuseums waren ausnahmslos alle Gäste. Ob der 91jährige Adolf Sahlmann, der extra aus Hamburg angereist war, oder Karin und Sigfried Richter, die ehemaligen Lehrerinnen Edda Düwel und Luise Tessendorf, Ilse Schöler und ihr Mann Hein (Ernst ), ihr Fazit war ein-stimmig: Große Klasse. Und: Endlich hatten alle mal wieder Gelegenheit, sich auszutauschen, gute Gespräche an einem wunderbaren Spätsommertag in netter Runde zu führen. Sabine Schubert

 

 

Baustelle südlicher Strom: unverhoffte Hindernisse

19. August: Seit Monaten wird in der Fahrbahn am südlichen Strom gebuddelt. Es scheint, als ob die Bauarbeiten, die im Auftrag der Nordwasser GmbH durchgeführt werden, überhaupt keine Ende nehmen. Warum dort in der Tiefe gearbeitet wird und weshalb es nicht so wie erhofft voran geht, das hat uns Dr. Bettina Kalnins, Pressesprecherin der Nordwasser GmbH, erläutert: Die vorhandenen Schmutz- und Regenwassersysteme wiesen altersbedingte Schäden auf, die eine Sanierung erforderlich machten. Gleichzeitig passen wir auch die Dimensionen der Leitungen den aktuellen Bedarf an. Der Regenwasserkanal wird auf einer Länge von rund 210 Metern, der Schmutzwasserkanal auf rund 145 Metern erneuert. Hinzu kommt der Neubau der jeweils zugehörigen Anschlussleitungen und Schächte.

Aufgrund vielfältiger unvorhergesehener Behinderungen im Untergrund kam es leider zu deutlichen Verzögerungen. So stießen wir seit Baubeginn auf große Holzbalken/ Buhnen, die der Uferbefestigung aus den vergangenen Jahrhunderten dienten und in diesen Ausmaßen nicht bekannt waren. Diese Hindernisse müssen vor dem eigentlichen Einbau der neuen Entwässerungssysteme mit erheblichem Aufwand geborgen werden. In Kombination mit dem generell engen Baufeld kam es daher zu einem nicht unerheblichen Zeitverzug. Darüber hinaus stimmten die uns vorliegenden Bestandspläne Dritter teilweise nicht mit der tatsächlichen Lage der Medien überein, so dass wir ungeplant Leitungen umverlegen mussten, um das Baufeld freizulegen. Nicht zuletzt haben auch wir aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage mit längeren Lieferzeiten zu kämpfen als in der Planung angenommen.

Die von uns beauftragte Firma STRABAG und wir als Nordwasser bemühen uns, die Einschränkungen für die Anwohnerinnen und Anwohner möglichst gering zu halten und die Maßnahme unter den vorliegenden Bedingungen so schnell wie möglich und erfolgreich zu beenden. Aktuell haben wir im ersten Bauabschnitt (Straße Am Strom zwischen den Häusern Nr. 18 und Nr. 7) den neuen Regenwasserkanal fertiggestellt. Die Schmutzwasserleitungen werden derzeit von Höhe Haus-Nr. 14 in Richtung Zollhaus verlegt. Hierbei treten nach wie vor die oben genannten. Probleme auf. Im Anschluss beginnen wir mit dem  Abschnitt in Richtung „Am Bahnhof“. Wir gehen von einer Beendigung der Baumaßnahme bis Ende Oktober aus.

 

 

Zu deutlichen Verz├Âgerungen kam es an der Baustelle am s├╝dlichen Alten Strom. Foto: susa

Ausflugs-Tipps

Schloss Teschow freut sich auf Gäste 

31. März.  Kein Aprilscherz: Am 1. April öffnet der Golfclub Schloss Teschow die Eventlocation und Gutsschänke „von Blücher“ wieder für Gäste.Im April genießt man im rustikal-gemütlichen Ambiente die frischen Kleinigkeiten der Landküche von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr. Ab Mai ist die Gutsschänke dann bis 19.30 Uhr geöffnet. In der Gutsschänke  werden kleine Gerichte mit meist regionalen Zutaten serviert. Nachmittags schmecken die hausgemachten Kuchen, die auch außer Haus verkauft werden.

Wer feiern möchte, kann die Gutschänke für bis zu 90 Personen buchen und exklusiv nutzen – wer mag sogar mit Tanzfläche. Die Inneneinrichtung passt zur ländlichen Umgebung und erinnert an die frühere Nutzung des Gebäudes als Scheune. Auf der Außenterrasse finden 60 Personen Platz. Für die kleinen Gäste gibt es einen Spielplatz mit Rutsche und Schaukel. Die Gutsschänke »von Blücher« liegt mitten im Grünen, unweit des Teterower Sees.

Der Golfclub Schloss Teschow liegt in einer idyllischen Hügel- und Seenlandschaft. Von Warnemünde aus erreicht man ihn über die A19 und braucht für die rund 80 Kilometer etwa eine Stunde. Der Teterower See, jahrhundertealter Baumbestand und das klassizistische Herrenhaus Schloss Teschow bilden die Kulisse für die 27-Loch-Golfanlage, zu der auch die Eventlocation „Gutsschänke von Blücher“ gehört. Im Jahr 2000 angelegt, bietet der Golfclub Mitgliedern und auswärtigen Gästen zwei gepflegte Golfplätze und eine Driving Range: Der 18-Loch-Platz „Am See“ fordert Golfer zu sportlich-taktischem Spiel heraus (Par 72, Stammvorgabe -54). Der 9-Loch-Platz „Am Silberberg“ bietet erfahrenen Golfern mit Wasserhindernissen und Bunkern Herausforderungen ohne HCP-Beschränkung, steht aber auch Einsteigern ohne DGV-Platzreife offen. 

Kontakt Golfclub Schloss Teschow e.V.,Lars Jahn, Managing Pro. Alte Dorfstr. 13, 17166 Teterow / Teschow, Tel. +49 (0) 3996 140-454, golf@schloss-teschow.de | www.gc-schloss-teschow.de

 Geschichte des Ostrocks in Kröpelin

25. März 2022:. Das Ostrockmuseum Kröpelin ist einen Ausflug wert. Es wurde am 3. Juli 2015 eröffnet. Das Museum ist das erste und bislang einzige in Deutschland, das sich ausschließlich mit der Geschichte des Ostrocks als Teil der Unterhaltungsmusik der DDR und der ehemaligen osteuropäischen Länder widmet.

Eine der Grundlagen für das Museum ist der Fundus des Berliner Vereins „Sechzig-Vierzig“, der seit Jahren versuchte, seine Sammlung an einem festen Ort zu präsentieren. Nach mehrjährigen Bemühungen wurde am 26. April 2013 die Sammlung des Vereins schließlich an das Ostrockmuseum übergeben. Das Ausstellungskonzept entstand unter Beteiligung der Studiengänge Innenarchitektur sowie Kommunikationsdesign und Medien der Hochschule Wismar.

Gemeinsam mit Stadtbibliothek und Stadtmuseum wird das Ostrockmuseum durch die Stadt Kröpelin verwaltet. Die Gestaltung und Betreuung der Sammlung obliegt einem dreiköpfigen Kuratorium, bestehend aus Reinhard Dankert, Rüdiger Kropp und Thomas Lehner.  Das Ostrockmuseum ist ein interaktives Erlebnismuseum. Es ermöglicht dem Besucher einen Einblick in Geschichte und Hintergründe des Ostrocks. So erschließt sich seine Geschichte bei einem Rundgang durch das Museum als Mischung aus Information, Medien und Erlebnis. Dazu gehören auch Veranstaltungen und Sendungen wie etwa Franks Beatkiste vom 25. Oktober 2015, die in Zusammenarbeit mit dem Ostrockmuseum entstand.

Wegen der Vielzahl vorhandener Objekte sowie der räumlichen Begrenzung auf eine Etage entschied man sich gegen eine chronologische Darstellung der Ostrock-Geschichte. Stattdessen wird in jedem Raum ein thematischer Bereich dargestellt, in den dazu vorhandene Objekte und Informationen integriert sind. Ein thematischer Bereich des Museums ist beispielsweise ein Plattenladen. Hier werden Mobiliar und Angebot eines typischen Plattenladens in der DDR gezeigt. Neben multimedialer Information gibt es die Möglichkeit, Langspielplatten aufzulegen und zu hören. Diverse Geräte für das Abspielen von Tonbändern und Langspielplatten werden ausgestellt. Das Wandbild zeigt eine typische Szene aus dem Alltag der DDR. Wenn es begehrte Langspielplatten zu kaufen gab, dann bildeten sich schnell vor den Geschäften lange Schlangen. Das Bild zeigt eine solche vor dem Laden in der Kröpeliner Straße von Rostock Mitte der 1980er Jahre.

Das Ostrockmuseum (Telefon: 038292 82384) befindet sich in Kröpelin in der Hauptstraße 5. Über die B105 erreicht man es von Warnemünde aus in ca. 20 bis 25 Minuten mit dem Auto. 

Öffnungszeiten des Museums: Montag von 10 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, Dienstag von 10 bis 12 und 13.30 bis 18 Uhr, mittwochs geschlossen, Donnerstag von 10 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 12 und von 13.30 bis 16 Uhr, Karfreitag und Ostermontag geschlossen. Der Eintritt in das Ostrockmuseum kostet drei Euro und berechtigt gleichzeitig zum Besuch des im gleichen Haus befindlichen Stadtmuseums.

 

 

Auf der Wanderung durchs Nebel-Durchbruchstal kommt man vorbei am Kneipp-Wanderweg, wo man den F├╝├čen ein wohltuendes Bad g├Ânnen sollte.

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Wanderung im Nebel-Durchbruchstal

21. Mai: Mit dem Auto von Warnemünde fährt man - je nachdem, wo man parken möchte - etwa  60 bis 70 km bis zum Nebel-Durchbruchstal. Über die A 19 mit Abfahrt Richtung Krakow am See erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten die Tour zu beginnen:

  1. Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt in Kuchelmiß. Hier kann man sich noch etwas zur Stärkung oder für ein Picknick kaufen.
  2. Parkplatz an der Wassermühle in Kuchelmiß. Die ist aber Corona-bedingt zurzeit geschlossen.
  3. kleiner Waldparkplatz nördlich von Serrahn

Beginnt man beim Parkplatz am Einkaufsmarkt, so führt rechts parallel zur Straße nach Krakow ein kleiner Weg vorbei an drei Wohnhäusern. Dann geht es weiter über eine kleine Brücke, die uns über das Moor in Richtung Wassermühle Kuchelmiß bringt. Man kommt vorbei an den Resten der mittelalterlichen Anlage der Turmhügelburg. Die Wassermühle darf man leider derzeit nur von außen besichtigen und auch die Toiletten sind geschlossen. Man kann aber weiterhin auf dem Gelände die Fischtreppen besichtigen und einen Eindruck von der Strömung der Nebel erleben. Einen kleinen Picknickplatz gibt es dort auch, so dass man sich in der Natur stärken kann. Auf einer Infotafel wird erklärt, wie das Nebel-Durchbruchstal entstanden ist.

An den Resten eines alten Schlosses - es sind nur noch einige alte Skulpturen zu sehen - und den Fischteichen vorbei gelangt man zu einem Hofcafé. Folgt man einem gepflegten Waldweg, dann erreicht man eine Brücke, die nach Serrahn führt. Hier kommt man auch am Waldparkplatz vorbei.

Der Ort Serrahn hat eine kleine Kirche und eine alte Schmiede als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Danach sind wir wieder über den Waldparkplatz in Richtung der Nebel gewandert. Aber dieses Mal nicht über die Brücke nach Kuchelmiß, sondern wir haben den Waldweg parallel zum Flüsschen in östlicher Richtung gewählt. Der Weg ist leicht hügelig, aber dennoch gut zu laufen. Ein paar Bänke laden zudem am Weg zum Verweilen ein. Hier hat die Nebel allerdings einen wilderen Charakter. Ihre Strömung kann man von der Brücke aus wunderbar erleben.

Geht man dann weiter geradeaus, gelangt man zum Kneipp-Wanderweg. Er ist aus einem kleinen Nebenarm der Nebel entstanden. Ihn sollte man unbedingt ausprobieren. Der sandige Untergrund tut den Füßen gut und das Wasser ist sehr klar. Aber das Kneippen stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Picknickplatz lädt hier erneut zum Verweilen ein. Der Weg durch den Wald führt dann an den Teichen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Wald war durch die vielen Anemonen besonders schön in diesem Jahr. Ein herrliches Stück heimischer Natur. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die rund 16 km, die wir in aller Ruhe mit einem Picknick bewältigt haben, waren wir gut vier Stunden unterwegs. Für Rollstuhlfahrer ist diese Wanderung allerdings nicht geeignet. Leider konnten wir auch keine geöffneten Toiletten finden..

Für Familien mit Kindern ist diese Wanderung ohne weiteres zu schaffen, gibt es doch überall etwas in der Natur zu entdecken. Jedoch sollten Familien mit Kindern auf den Abstecher nach Serrahn verzichten, weil man dafür an der Straße in den Ort gehen muss.  Unterwegs für aalglatt-Leser war: Hanne Hoppe

 

 

Wismar und seine Schätze

Ein Ausflug in die benachbarte Weltkultur-Stadt

Warum nicht mal Wismar besuchen? Ist nicht weit von der Hansestadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde entfernt und eine wunderschöne Stadt mit mächtigen Backsteinkirchen, liebevoll sanierten jahrhundertealten Häusern aus der Gotik, dem Barock und dem Klassizismus.  Tierpark, Museen und ein malerischer Hafen mit Speichern und diversen Restaurants laden zum Bummeln ein. Fischkutter, deren Besatzungen leckere Fischbrötchen und fangfrischen oder geräucherten Fisch anbieten, sind ebenfalls erlebenswert. Die Hansestadt Wismar trägt zu Recht das Siegel des Weltkulturerbes.

Jetzt im noch sonnigen Corona-Herbst zieht es viele Touristen aus scheinbar vor allem südlichen Bundesländern an die Küste. Zumindest ihre Dialekte legen das nahe. Sie beobachten interessiert vom Außenbereich der Hafenlokale das Kommen und Gehen der anderen Touristen sowie das Verhalten der gefräßigen Möwen, die gern im Sturzflug den ahnungslosen Passanten das Fischbrötchen entreißen wollen. Amüsant, wenn die Möwen Sieger bleiben und man das eigene Brötchen schon sicher im Magen hat. Wenn es kein Fischbrötchen sein soll, kann man wunderbar in der Nähe des Alten Hafens am Lohberg im Brauhaus Durst und Hunger stillen. In dem Fachwerkspeicher ist schon 1452 Bier gebraut worden. Allerdings führt eine mehrstufige Treppe ins Gebäude hinein.

Wismar ist aber auch ein lohnendes Besuchsziel, wenn man mit den Enkeln einen Ausflug planen möchte. Sie tauchen in der Altstadt ein ins Mittelalter, sehen mit Giebel- und Traufenhäuser die Architektur vergangener Jahrhunderte und erfahren auf Schrifttafeln oder Plaketten an den aufwändig sanierten Häusern viel über die Geschichte Wismars und ihrer Bewohner.

Ein Ziel sollte unbedingt der 80 Meter unübersehbar hohe Turm der Marienkirche sein. Das einst mächtige Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erfuhr wie etliche Sakralbauten in der ehemaligen DDR dasselbe Schicksal. Die Marienkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Mauern einer rund 100 Jahre alten kleineren Vorgängerkirche errichtet wurde, fiel 1960 der Sprengung zum Opfer. In Wismar sind wenigstens ihre Konturen wieder sichtbar im Boden entstanden. Teil des Forums an der Kirche ist neben moderner Kunst ein Metallmodell. Es zeigt, wie sich die ehemalige Ratskirche über Jahrhunderte präsentiert hat.

Besonders interessant für Kinder ist aber der 3-D-Film „Bruno Backstein“, der wie die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turm sehr spannend den Bau dieser gotischen Kirche erklärt. Bei einer Führung offenbart sich in 67 Metern Höhe ein wunderbarer Blick über die Altstadt und der Besucher erfährt weiteres Wissenswertes zur Kirche und zur Welterbe-Stadt Wismar.

Vor dem Kirchturm sind Modelle zu sehen, in denen Ziegelsteine geformt worden sind, die für den Bau verwendet wurden. Bruno Backstein erklärt im Film auch, wie die Bauleute es schafften, ohne Kran, dafür mit einem imposanten hölzernen Rad und Seilen die Steine in die Höhe zu transportieren. Der Nachbau dieses Rades vor der Marienkirche verdeutlicht den großen und kleinen Besuchern die meisterlichen Fertigkeiten der mittelalterlichen Baumeister, aber auch das mühevolle Bauen.

Der Film dauert etwa 15 Minuten. Der Eintritt inklusive Turmführung kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Ein Muss ist auch der Besuch der St.-Georgen-Kirche, eine der drei Hauptkirchen und die größte der Hansestadt. Auch sie ist ein Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik. 1594 wurde sie nach mehrfachen Veränderungen fertiggestellt. Baubeginn soll allerdings schon Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Sakralbau stark beschädigt, aber in der DDR glücklicherweise nicht gesprengt. Nach der Wende wurde die St.-Georgen-Kirche ab 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und örtlicher Betriebe wiederaufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche feierlich wiedereröffnet. Kultur findet auch jetzt statt. So gastiert Ben Becker am 30.Oktober mit „Ich, Judas“. Viele weitere Veranstaltungen sind geplant – sofern Corona es zulässt.

Die Aussichtsplattform Von St.-Georgen in 35 Metern Höhe bietet einen eindrucksvollen Rundblick auf Wismar, die Gassen und Straßen der Altstadt, die Ostsee, den Hafen und die MV-Werft. Die Fahrt mit dem Lift kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis.

Neben der Kirche liegt der Fürstenhof, die im 16. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich. Heute beherbergt das schön sanierte Bauwerk das Amtsgericht der Hansestadt.

Bei einem Gang durch die Altstadt gibt es viele weitere lohnende Ziele. Doch wer sich die Ausstellung und die Einrichtung in dem sehr informativen Welt-Erbe-Haus an der Lübschen Straße angesehen hat, sollte noch an der Grube entlangspazieren. Sie ist eines der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands und dann in einem der Cafés am Marktplatz Füße und Kopf entspannen. Auch dort gibt es mehrere historische Bauwerke zu bewundern. Schließlich ist die Stadt nicht umsonst von der UNESCO ausgezeichnet worden. Und weil man an einem Tag nicht alles Sehenswerte in Wismar erleben kann, sollte man sich - solange das Wetter mitspielt – unbedingt noch einmal auf den Weg dorthin machen.

Doch was hat dem zehnjährigen Theo am besten in der ehrwürdigen Hansestadt gefallen? „Der Blick von der Georgenkirche war cool.“ Eigentlich wollte er die Wendeltreppe zur Plattform hochsteigen. Doch die war gesperrt, weil man in Corona-Zeiten dort keinen nötigen Abstand halten kann. „Aber auch der Film in dem anderen Kirchturm war wirklich spannend“, empfiehlt Theo.

Unterwegs für aalglatt-Leser war: Ingrid Feuerstein

Die Marienkirche und St.-Georgen-Kirche öffnen von Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Turm von St. Marien kann nach Anmeldung (Telefon: 03841-2510) bestiegen werden.

├ťber die Rapsfelder hat man einen tollen Blick auf den Leuchtturm Bastorf.

Rund um den Leuchtturm Bastorf

13. Mai: Unser Ausflug führt von Warnemünde nach Bastorf. Mit dem Auto erreicht man den dortigen Leuchtturm in etwa 45 Minuten. Die Fahrt führt in diesen Tagen vorbei an herrlich blühenden Rapsfeldern, die so richtig tolle Fotomotive bieten. Rasch ist der Parkplatz am Leuchtturm erreicht.  Der Turm befindet sich zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik und oberhalb von Kap Bukspitze, weshalb er auch Buk genannt wird.

 Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von rund 78 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Höhe des Leuchtturms beträgt 20,8 m, sodass sich eine Gesamtfeuerhöhe von etwa 95,3 m ergibt. Somit ist der Leuchtturm Buk zwar einer der kleinsten deutschen Leuchttürme, hat aber das höchste Leuchtfeuer, dass an den deutschen Küsten zu finden ist.  Während er für die Seefahrt eine notwendige Navigationshilfe ist, hält er für Besucher nach dem Erklimmen der 55 Stufen einen grandiosen Ausblick bereit. Schaut man in nordöstliche Richtung, kann man das heimische Warnemünde sehen. Bei einem Blick nach Westen entdeckt man  Rerik und die Wismarer Bucht  Bei klarer Sicht soll man sogar die Insel Fehmarn  und dänische Inseln sehen. Leider ist der Turm derzeit aber für Besucher noch geschlossen.

Nicht so tragisch, denn wir umwandern ihn ganz einfach Die Strecke beträgt etwa 4,8 Kilometer, die auch für nicht so professionelle Wanderer machbar ist.  Start und Ziel ist für uns der Parkplatz unterhalb des Leuchtturms. Auf einem schmalen Pfad mit einer tollen Aussicht geht es entlang des Parkplatzes in Richtung Kägsdorf. Weiter führt unsere Tour auf der Straße durch den Ort, der durchaus interessante Häuser aufweist. So beispielsweise ein Gutshaus auf der rechten Seite.  Am Ende des Ortes führt eine schmale  Straße in Richtung Kühlungsborn,  bevor uns dann der erste Weg rechts wieder zum Leuchtturm bringt .

Angekommen, lohnt es sich den Picknick-Korb auszupacken oder unbedingt das Cafe Valentins zu besuchen, das ab 28. Mai freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet ist und wo man endlich wieder den  leckeren Kuchen genießen kann. Nach unserer Stärkung  geht es wieder abwärts bis zum Parkplatz. Und schließlich gut gelaunt zurück nach Warnemünde. Unterwegs für aalglatt-Leser war: Doris Reiber

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