Mit der AIDAsol ging's von Warnem├╝nde hinaus in die Ostsee

Auf Ostsee-Tour mit AIDAsol

Eine Kreuzfahrt unter Corona-Bedingungen? Wie soll das funktionieren? aalglatt-Redakteurin Sabine Schubert war dabei.

 

PCR-Test, Seenotübung und die Reise ging los (1)

Nach all den langen Monaten unter Corona-Stress lockte das Angebot, einfach mal die Seele baumeln und sich ein bisschen verwöhnen zu lassen an Bord des Kreuzfahrtschiffes AIDAsol. Aufsteigen und absteigen in Warnemünde, also vor der Haustür, waren ebenfalls für mich und meinen Mann wichtige Kriterien.

Nach der Buchung gab es dann doch einige Überraschungen: Einchecken nur mit der Vorlage eines negativen Covid-19-Tests, der nicht älter als 24 Stunden sein sollte. Zudem musste man zum Einchecken ein Zeitfenster auswählen, womit großes Gedränge vermieden werden sollte. Und schließlich war schnell klar: Ausflüge mal eben so in Stockholm und Visby, das geht nicht. Nur geführte Landgänge sind erlaubt, das Entfernen von der Truppe verboten. Die bei vielen Passagieren sehr beliebten Büfetts sind derzeit nicht aufgebaut; es wird serviert.

Nachdem all diese Neuigkeiten gedanklich verdaut waren, zogen wir am 18. Juli mit unseren Koffern los und waren wie vereinbart um 13.45 Uhr am Warnemünde Cruise Center.  Das mit unseren Anhängern versehene Gepäck konnten wir im neuen Terminal  abgeben, bevor wir uns mit Mundschutz versehen vor dem älteren Terminal  in eine Schlange einreihten. Freundliche Aida-Mitarbeiterinnen achteten darauf, dass sich die Passagiere vor jenem Eingang positionierten, der ihrem angegebenen Zeitfenster entsprach. Angesichts der etwa 50 Menschen vor uns, ahnten wir eine lange Wartezeit. Doch es ging unglaublich schnell. Test vorzeigen, kontaktloses Fiebermessen und schließlich der PCR-Test. Stäbchen in den Mund und in beide Nasenlöcher. Dann das Vorzeigen des Passes und des Eincheckformulars. Schon ging es nach dem üblichen Durchleuchten auch des Handgepäcks für jene Reisenden, deren Kabinen bereits fertig waren, sofort aufs Schiff. Dann hieß es: In der Kabine 90 Minuten verbleiben und auf das Ergebnis des Tests warten. Die Zeit haben wir zum Kofferauspacken genutzt. Exakt nach 90 Minuten dann die Lautsprecherdurchsage, dass all jene, die vor eineinhalb Stunden getestet worden waren, sich nun an ihrem auf der Bordkarte vermerkten Standort zur Seenotrettungsübung einfinden müssen. Neu: Keine großen Gruppen, sondern kleine Grüppchen von rund 20 Leuten, die das Anlegen der Rettungsweste übten und über die Sicherheitsdinge informiert wurden.

Dann startete der langersehnte Urlaub. Mit dem Lift ging‘s hoch zum Pooldeck, genauer gesagt an die Bar. Mit einem kühlen Getränk in der Hand haben wir den tollen Blick über Warnemünde bei 25 Grad Celsius und Sonnenschein wirklich genossen. Um 18 Uhr hieß es Leinen los.  Langsam löste sich AIDAsol von der Pier. Das Typhon ertönte. Fahrgastschiffe begleiteten den Cruiser. Am Neuen Strom standen viele Menschen und winkten, die Glücklichen an Bord winkten zurück. 

Lesen Sie morgen: Besuch in den Restaurants

In den Restaurants wird serviert (2)

Nach dem Auslaufen der Aidasol aus Warnemünde überlegten wir, in welchem Restaurant wir uns zum Abendessen niederlassen wollten. Zur inklusiven Auswahl standen das Markt Restaurant, das Bella Donna Restaurant und das East-Restaurant, die um 18 bzw. um 18.30 Uhr öffnen und bis 21 Uhr Gäste bewirten. War es während vorangegangener Reisen mit Aida manchmal nicht leicht, abends einen freien Tisch zu bekommen, war das während dieser Reise überhaupt kein Problem. Deutlich spürbar überall an Bord war, dass das Schiff nur zu etwa 60 Prozent ausgelastet worden war.

Wie gewohnt konnte der Gast die kostenfreie Getränke Rot- und Weißwein, Bier vom Fass und Wasser zu sich nehmen. Die Büfetts waren tatsächlich verwaist. Die Menükarte wies drei verschiedene Hauptgerichte aus. Wählen konnte man zwischen Fleisch, Fisch und vegetarisch. Wem das nicht zusagte oder wer mehr essen wollte, für den gab es weitere kleinere Speisen. Ich habe täglich das frisch geschnittene Obst genossen. Hin und wieder auch den Käseteller bestellt. Die Kellner servierten am Platz. Wir hatten uns auf die üppigen Büfetts gefreut. Andere Reiseteilnehmer fanden es hingegen viel entspannender, das Essen serviert zu bekommen.

Zum Frühstück (zwischen 7.30 Uhr 10.30 Uhr) hatte man eine schöne Auswahl. Wurst- und Käseteller, Rührei mit Würstchen, Obstteller, Gemüsesticks, Lachs und anderes mehr. Dazu gereicht wurde ein Brot-/Brötchenkorb, der für ein oder zwei Personen viel zu üppig war. Während der Kaffee am Tisch ausgeschenkt wurde, musste man sich andere Getränke wie Säfte oder Tee an einer Station holen. Als Teetrinker war ich etwas enttäuscht, dass die wunderbare Tee-Station, wo man unter einer großen Auswahl loser, sehr guter Teesorten wählen konnte, geschlossen war. Beutel-Tee war angesagt. Das Mittagessen und das Kaffeetrinken habe ich ausfallen lassen, deshalb dazu kein Kommentar.

Nachdem wir die drei Restaurants getestet hatten, fiel unsere Wahl eindeutig zugunsten des East-Restaurants aus, wo das Personal uns am besten geschult erschien und wo das Ambiente uns gut gefallen hat, zumal man sich auch im Freien niederlassen konnte. Übrigens war vor den Zugängen zu den Restaurants stets ein Mitarbeiter positioniert, der darauf achtete, dass jeder Gast seine Hände desinfizierte und einen Mundschutz trug.

Lesen Sie morgen:  Unterwegs in Spezialitäten- und A-la-carte-Restaurants

Ein gelungener Abend im Buffalo Steak House (3)

An einem Abend hat uns unser Weg in das Best-Burger Spezialitäten-Restaurant geführt, wo man die Getränke bezahlen muss. Der Burger war wunderbar. Und für mich viel zu groß. Unser Tischnachbar hatte da viel mehr Appetit.  Er verputzte Chicken Wings, anschließend einen Burger und danach ein Dessert. In einer unglaublichen Geschwindigkeit. In diesem Restaurant machten wir auch die Bekanntschaft von Wayne Morris, der abends mit seiner Show das Schiff rockte. Über Unterhaltung an Bord an anderer Stelle mehr.

Das Buffalo Steak House, wo man für Getränke und Speisen zuzahlt, besuchten wir an einem anderen Abend. Da wir nicht reserviert hatten, gab es natürlich keinen Fenster- oder Logenplatz, sondern jenen gleich hinter der Tür. Das Essen war dennoch super. Vor allem die Vorspeise mit sehr gut gewürzten Garnelen ist mir in Erinnerung geblieben. Eine gute Flasche von einem von uns verehrten Winzer aus Franken zu einem moderaten Preis rundete das Festessen ab. Das Personal möchte ich ausdrücklich loben.

Wenn schon, denn schon: Das Gourmet-Restaurant Rossini hatten wir vorab gebucht. Dort werden zu ebenfalls moderaten Zuzahl-Preisen abends eine 3-Gang- und ein 6-Gang-Menü angeboten. An dem von uns gewählten Abend stand als Hauptgericht Fleisch auf der Karte. Da wir zu früh da waren, kamen wir mit einer Mitarbeiterin des Restaurants ins Gespräch. Auf meine Frage, auf welchen Fisch ich mich freuen dürfe, erfuhr ich: Heute gibt es Fleisch. Mein enttäuschtes Gesicht mag sie bewogen haben, mit der Chefin zu sprechen. Und ich durfte mich danach auf meinen Lachs freuen.

An einem schön gedeckten Tisch am Fenster genossen wir diesen Abend wirklich in vollen Zügen. Das Essen war perfekt zubereitet, das Personal nett und hilfsbereit. Und als die Sonne dann noch an diesem Bilderbuch-Sommertag unweit von Visby im Meer versank: Herz, was willst Du mehr? Lesen Sie morgen: Der Kapitän, Kultur und Shopping

Kunst- Auktionen im Theatrium (4)

Wie gewohnt, ist die Stimme des Kapitäns auch nach der Begrüßung  mehrfach am Tag über Lautsprecher zu hören. Irgendwie finde ich es beruhigend, zu wissen, dass da kein Roboter, kein Irgendwer, sondern ein Mensch auf der Brücke steht, der für die Sicherheit der Passagiere verantwortlich ist. Kapitän Jörg Miklitza stellte sich im Theatrium auch den Fragen der Reisenden. Dabei ging es um Seekrankheit, um Schiffsstabilisatoren, um das Auswerfen des Ankers und um den Einsatz des Typhons. Aber auch um Privates. Der gebürtige Sachse erzählte ohne viel Schnickschnack von seiner Sehnsucht nach dem Meer; Grundwehrdienst, Marine, Offizierslaufbahn,  berichtet von seiner Fahrt auf der "Gorch Fock", von Einsätzen auf Fregatten und Minenjägern. Schließlich der Wechsel zu AIDA, wo er 2012 Kapitän wurde. Urlaub mit seiner Familie macht er nicht am Meer, sondern – ganzes Kontrastprogramm -  in den Bergen.

Die kulturellen Angebote auf der AIDAsol haben wir bei weitem nicht genutzt. Verpasst haben wir allerdings keine der Versteigerungen, die im Theatrium durchgeführt worden sind. Denn dabei lernt man nicht nur verschiedene Künstler und eine Auswahl deren Werke kennen, sondern erfährt immer wieder Neues aus dem Bereich Malerei und Kunst. Mit dabei waren wir bei der Veranstaltung „Wer wird Millionär“, die vielen Passagieren wohl gefallen, uns gelangweilt hat. Interessant für uns, dass mit Ausfall des Internets der Einsatz der Technik nicht möglich war, der Moderator dennoch ruck, zuck reagierte und seine Show auch mit herkömmlichen Mitteln über die Bühne brachte.  Hin und weg waren wir von den Auftritten des Briten Wayne Morris, der sehr gut Deutsch spricht und sich hat einbürgern lassen, wie er uns erzählte. Er präsentierte seine Classsic Rock’n Pop-Show, seine Gitarre und seine Ukelele, brachte Songs von den Beatles, Johnny Cash, Elvis, Gary Moore und anderen auf seine Art und mit seiner besonderen Stimme zu Gehör. Ein wenig störend empfanden wir - pardon liebe Eltern – dass zahlreiche etwa Vier- bis Siebenjährige um 21 Uhr wie kleine Teufelchen umherhüpften und kleine Machtspielchen untereinander ausgetragen haben.

Natürlich haben wir uns auch in den an Bord befindlichen Shops umgeschaut, wo es Kosmetik, Schmuck, Uhren, Bekleidung, Aida-Souvenirs und viele andere Dinge – teils mit erheblichen Rabatten - zu kaufen gab. Ein Besuch im Body & Soul Spa-Bereich, wo ich mir eine Maniküre gönnte, war sehr entspannend und angenehm.

Die meiste Zeit haben wir auf unserem Balkon oder an einer Bar auf dem Achterdeck verbracht, wo wir uns die leichte Brise um die Nase wehen und von der Sonne verwöhnen haben lassen, in unseren Büchern geschmökert oder auch mal einen Drink genossen haben. Die angesichts des Sommerwetters vielgenutzten Pools haben wir außen vorgelassen.

Lesen Sie morgen: Ausflug nach Stockholm und traumhafte Sonnenuntergänge

Abstecher zu  Nord Stream 2 und zu Rügens Kreidefelsen (Schluss)

Nachdem wir am Sonntag Warnemünde verlassen und am Montag einen Seetag bei tollem Wetter genossen haben, stand am Dienstag Stockholm auf dem Programm. Zunächst ging es per Bus durch die schwedische Hauptstadt, die wir schon bei einem Besuch vor zwei Jahren etwas kennen gelernt haben. Damals hatten wir einen trüben, regnerischen Tag erwischt. Ganz anders nun präsentiert sich Stockholm bei bestem Sommerwetter. Über holpriges Kopfsteinpflaster marschierte die Stadtführerin mit uns durch die Straßen, immer darauf bedacht, keinen aus der Truppe zu verlieren. Der Weg führte auch zum königlichen Schloss, wo täglich in der Mittagszeit eine Wachablösung stattfindet. Da wir uns von der Gruppe nicht entfernen durften, war leider ein Besuch der Galerien oder Geschäfte oder gar Kneipen nicht möglich. Nicht mal ein längerer Blick in die Schaufenster war uns vergönnt. Wir mussten Schritt halten, was auf dem Kopfsteinpflaster nicht ganz einfach war. Nach etwa dreieinhalb Stunden brachte uns der Bus zurück zum Schiff. Die AIDAsol blieb über Nacht in Stockholm. Auch wenn wir nicht zu einem nächtlichen Bummel aufbrechen konnten, war dieses Bleiben für viele Passagiere sehr wichtig. Denn am Mittwochvormittag ging es – wieder bei Sonnenschein – durch die Schären. Einfach wunderbar und sehenswert diese Inselwelt. Am Donnerstag erreichte das Schiffl Gotland. Ein Besuch des Städtchens Visby, das wir schon kennen, war in Gruppen möglich. Wir blieben an Bord und genossen einen weiteren Sommertag. Es folgte ein Tag auf See, bevor wir am Sonnabend frühmorgens wieder zurück in Warnemünde waren.

Nun mag mancher sagen, die Reise sei langweilig gewesen. War sie definitiv nicht. Denn die Crew um Kapitän Jörg Miklitza hat sich alle Mühe gegeben, die Passagiere zu unterhalten. Erstaunlich, was man auf der Ostsee alles entdecken kann. Natürlich sind da viele Schiffe aus aller Herren Länder unterwegs. Aber auch ein Abstecher zur Baustelle der Gaspipeline Nord Stream 2, die bald in Betrieb gehen dürfte und ein Ort der großen Weltpolitik ist, war drin. Viele Fotoapparate und Handys wurden gezückt, Fotos geschossen.  Auf dem Weg nach Warnemünde ging es vorbei an der Küste von Bornholm und schließlich kurz vor dem Sonnenuntergang vorbei an den Kreidefelsen von Rügen. Noch nie haben wir diese aus solch einer Perspektive gesehen. Wahnsinn. Wunderbar.

 

 

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